Hans Bauers Gedicht zum Militärschwank

Deutscher Militärschwank

Hans Bauers Gedicht zum Militärschwank

Hans Bauer, Die Weltbühne, Nr. 19, 12.5.1931

Aus der umgebenden Staffage
erhebt sich als des Stückes Held
ein Mann mit dämlicher Visage,
der immerfort vom Pferde fällt.
Er trägt mit Stolz des Königs Sachen.
Was er im übrigen versteht,
Das ist: Den Mädchen Kinder machen.
Und dazu ist er fast zu blöd!
Dann haben wir noch den Sergeanten,
der wie ein Schwein beim Fressen schwitzt
und brüllt wie hundert Elefanten,
jedoch ein gutes Herz besitzt.
Hernach stellt die Regie den kessen
und feschen Offizier heraus.
Der tobt auch nur Geschlechtsinteressen,
jedoch in bessern Kreisen, aus.
Es treibt sie alle, zu erkunden,
was hinter Röcken sich verbirgt,
Indem kein Zensor noch gefunden,
daß so etwas verrohend wirkt.
Der Sperrsitz kann sich kaum beherrschen.
Hier geht so schöner Schwachsinn vor
bei Drill und bei Parademärschen.
Ja, das ist der deutsche Filmhumor