Am Brunnen vor dem Tore

Am Brunnen vor dem Tore

BR Deutschland 1952, Spielfilm

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Ein Berliner Skandal

Am 7. März 1953 erschien in der Neuen Zeitung, Ausgabe Berlin, eine Rezension dieses Films mit der Überschrift „Die beleidigte Heimat“, die in der Frage gipfelte, welche Berliner Bank denn eigentlich Geld für solche Filme gebe. Zwei Wochen später druckte die NZ dazu einen Leserbrief von Franz Suchan ab, Mitglied im Direktorium der Berliner Zentralbank, der in dem Satz gipfelte: „...darf ich Ihnen mitteilen, dass die Berliner Zentralbank...sich in Zukunft an der Finanzierung von Filmen des Produzenten Ulrich und des Drehbuchverfassers Lüthge grundsätzlich nicht beteiligen wird.“ Das war starker Tobak. Ulrich und Lüthge waren erbost. Ulrich erwog (Schreiben an den Verband deutscher Filmproduzenten vom 10. April 1953) seinen Abgang aus Berlin. Dazu kam es zwar nicht, aber die Attacke hinterliess Spuren. Lüthge durfte keine Drehbücher mehr für Ulrich schreiben. Dabei ist dieser Film nicht besser und nicht schlechter als andere Heimatfilme. Es wird viel gesungen - Lieder, die Kindheit, frühes Glück, Heimatgefühle zurückholen: „Du, du liegst mir am Herzen“. Sonja Ziemann sieht wirklich hübsch aus und sogar Kameramann Kurt Schulz hat sich etwas ausgedacht: er filmt von schräg oben das Paar Ziemann/Klinger, wie sie enttäuscht und voller aufgestauter Gefühle miteinander tanzen. Solche Bilder bleiben. Else Reval, sonst nur in kleinsten Rollen, dreht mächtig auf. Als dann aber die drei Vagabunden „Ach, wie ist‘s möglich, dass ich Dich nicht lassen kannn“ singen, da merkt die Inge, wo sie hingehört. Da ist viel Herz, Schmerz beigemischt, einfache, aber ehrliche Gefühle und schließlich kommt auch noch der längste Trachtenumzug in Ulrichs Filmen überhaupt (fünf Minuten) durch Dinkelsbühl hinzu. Wenn sich aber dieser Film einprägt, dann vor allem wegen des markanten Gesichts von Hans Stüwe und seiner bodenlosen Traurigkeit. Wieder spielt er den Bösewicht, der aus innerer Not handelt. Dass ein ansonsten heiterer Film einen so depressiven und letztlich hochanständigen Mann aushält, dem der Verzicht ins Gesicht geschrieben ist, das hat der Kritiker der NZ in seinem Furor übersehen.

Credits

Director:Hans Wolff
Screenplay:Bobby E. Lüthge
Director of photography:Kurt Schulz
Editing:Margarete Steinborn
Music:Willy Schmidt-Gentner
  
Cast: 
Sonja ZiemannInge Bachner
Hans StüweGeorg Straaten
Paul KlingerKurt Kramer
Willy FritschVater Mr. Murphy
Heli FinkenzellerStiefmutter Mary Murphy
Fritz WagnerRobert Murphy
Fritz KöslingBruder Erich Bachner
Else RevalAnna Köchin bei Straaten
Marina RiedInges Freundin Lilo
Hans RichterLandstreicher Hans
Kurt ReimannLandstreicher Nachtigall
Ludwig SchmitzLandstreicher Tünnes
Jakob TiedtkeStandesbeamter
Karl FinkenzellerJim Chauffeur bei Murphy
Hans WolffKriminalkommissar
Heinz JungmannGendarm
Alexa von PorembskyKellnerin Gerti
  
Production company:Berolina-Film GmbH (Berlin)

All Credits

Director:Hans Wolff
Assistant director:Friedrich Westhoff
Screenplay:Bobby E. Lüthge
Co-author:Rudolf Dortenwald
Director of photography:Kurt Schulz
Camera operator:Herbert Geier
Assistant camera:Gerd Neubelt
Production design:Willi A. Herrmann, Heinrich Weidemann, Peter Schlewski
Make-up artist:Fredy Arnold, Maria Westhoff
Editing:Margarete Steinborn
Sound:Oskar Haarbrandt
Music:Willy Schmidt-Gentner
Music performer:Egon Kaiser, Dinkelsbühler Knabenkapelle (DE), Berliner Lautengilde (DE), Mundharmonika- und Akkordeonorchester Stern (DE)
  
Cast: 
Sonja ZiemannInge Bachner
Hans StüweGeorg Straaten
Paul KlingerKurt Kramer
Willy FritschVater Mr. Murphy
Heli FinkenzellerStiefmutter Mary Murphy
Fritz WagnerRobert Murphy
Fritz KöslingBruder Erich Bachner
Else RevalAnna Köchin bei Straaten
Marina RiedInges Freundin Lilo
Hans RichterLandstreicher Hans
Kurt ReimannLandstreicher Nachtigall
Ludwig SchmitzLandstreicher Tünnes
Jakob TiedtkeStandesbeamter
Karl FinkenzellerJim Chauffeur bei Murphy
Hans WolffKriminalkommissar
Heinz JungmannGendarm
Alexa von PorembskyKellnerin Gerti
  
Production company:Berolina-Film GmbH (Berlin)
Line producer:Kurt Ulrich
Unit production manager:Karl Mitschke, Heinz Willeg
Location manager:Walter Dettmann, Fred Krüger
Shoot:24.10.1952-08.11.1952: Atelier Berlin-Tempelhof; 28.09.1952: Außenaufnahmen Rothenburg; 04.10.1952-19.10.1952: Dinkelsbühl
Original distributor:Herzog Filmverleih GmbH (München)
Length:2513 m, 92 min
Format:35mm, 1:1,37
Picture/Sound:Agfacolor, Ton
Rating:FSK-Prüfung (DE): 22.09.1958, 05296 [2. FSK-Prüfung];
FSK-Prüfung (DE): 10.12.1952, 05296, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei
Screening:Uraufführung (DE): 18.12.1952, Stuttgart, Palast-Lichtspiele

Titles

Originaltitel (DE) Am Brunnen vor dem Tore

Versions

Original

Length:2513 m, 92 min
Format:35mm, 1:1,37
Picture/Sound:Agfacolor, Ton
Rating:FSK-Prüfung (DE): 22.09.1958, 05296 [2. FSK-Prüfung];
FSK-Prüfung (DE): 10.12.1952, 05296, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei
Screening:Uraufführung (DE): 18.12.1952, Stuttgart, Palast-Lichtspiele
 

Awards

Bambi 1953
geschäftlich erfolgreichster deutscher Film