Blaue Jungs

Blaue Jungs

BR Deutschland 1957, Spielfilm

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B(f)lauer Blödsinn

Man muss sich kneifen. Da fliegt eine ganze Mannschaft von Filmleuten nach Französisch-Polynesien und was tut sie? Filmt die polynesischen Hula-Tänzerinnen, lässt ein paar Busen ins Bild, zeigt neckische Wasserspiele, wolkenbedeckte Berge, lauschige Buchten - und spielt deutsche Schlagermusik mit dem Hall einer ganzen Atelierflucht. Werner Scharfenberger heißt der Mann, der diesen musikalischen Unspaß erdachte. So singen sie „Heijaho, heijaho, blaue Jungs, die sind halt so“. Giller trällert (mit halbem Orchester) am Strand: „Ich komm zu dir zurück“. In der Liebesszene zwischen dem blauen Jung Karl-Heinz Böhm und der Polynesierin Ravahn (Maea Flohr) greift sie zur Gitarre in der kleinen Hütte (nicht auf der Insel, sondern in Tempelhof) und singt: „Der weiße Mond von Maratonga“ und dazu zwitschert ein ganzer Frauenchor. Und wer singt? Lolita! Man kann es nicht anders sagen: für wie dämlich halten eigentlich Regisseur Schleif und sein Team ihre Zuschauer? Und dann so Dialogfetzen wie: „Für eine Frau ist es das Schönste, einen Mann zu verwöhnen“. Da fällt selbst Charly Böhm nur noch ein „so,so“ ein. Aber es kommt noch schlimmer. Die attraktive Ravahn ist im Bild. „Mit dem Sarong sieht sie noch hübscher aus als ohne“, sagt der Eine. „Darauf Giller: „Ich weiß nicht, ob Frauen hier so leicht zu erobern sind. Vielleicht so umständlich, wie eine Kokusnuss zu knacken“. Alles was recht ist - das ist eine Unverschämtheit. Ja, war denn der elegant-leichtfüßige Gustav Kampendonk, der seine Drehbücher feudal an der Elbchaussee in Hamburg erdachte, bei Sinnen? So geht es weiter. Wir erfahren nichts über Sitten und Gebräuche am anderen Ende der Welt, wir sehen Landschaft, Meer und Berge, die zur Kulisse für eine deutsche Schnulze werden. Und noch etwas sei Kampendonk ins Stammbuch geschrieben: die Einwohner Polynesiens sind nicht - wie im Dialog gesagt - Kanaken. Das ist ein Schimpfwort. Sondern Kanaker. So fein können Unterschiede sein. Ich hätte auch einen Schlagervorschlag für den Film: „Ach, wärt Ihr doch in Tempelhof geblieben“.

Credits

Director:Wolfgang Schleif
Screenplay:Gustav Kampendonk
Director of photography:Klaus von Rautenfeld
Editing:Klaus M. Eckstein
Music:Werner Scharfenberger
  
Cast: 
Karlheinz BöhmAlfred Hanstein
Claus BiederstaedtHannes Romberg
Walter GillerRolli
Franz MuxenederPepp
Viktor StaalFriedrich Harkort
Hans StüweBrugger Carlos
Hans Waldemar AndersDr. Otten
Peter CapellJim Tompson Capitain
Jürgen GrafKurt Mansfeld
  
Production company:Berolina-Film GmbH (Berlin), Kurt Ulrich Film GmbH (Berlin)
Producer:Kurt Ulrich

All Credits

Director:Wolfgang Schleif
Screenplay:Gustav Kampendonk
Director of photography:Klaus von Rautenfeld
Editing:Klaus M. Eckstein
Music:Werner Scharfenberger
  
Cast: 
Karlheinz BöhmAlfred Hanstein
Claus BiederstaedtHannes Romberg
Walter GillerRolli
Franz MuxenederPepp
Viktor StaalFriedrich Harkort
Hans StüweBrugger Carlos
Hans Waldemar AndersDr. Otten
Peter CapellJim Tompson Capitain
Jürgen GrafKurt Mansfeld
  
Production company:Berolina-Film GmbH (Berlin), Kurt Ulrich Film GmbH (Berlin)
Producer:Kurt Ulrich
Shoot:: Tahiti, Französisch-Polynesien
Length:2656 m, 97 min
Format:35mm, 1:1,66
Picture/Sound:Eastmancolor, Ton
Rating:FSK-Prüfung (DE): 29.08.1957, 15135, ab 16 Jahre / nicht feiertagsfrei
Screening:Uraufführung (DE): 05.09.1957, Stuttgart, Universum

Titles

Originaltitel (DE) Blaue Jungs

Versions

Original

Length:2656 m, 97 min
Format:35mm, 1:1,66
Picture/Sound:Eastmancolor, Ton
Rating:FSK-Prüfung (DE): 29.08.1957, 15135, ab 16 Jahre / nicht feiertagsfrei
Screening:Uraufführung (DE): 05.09.1957, Stuttgart, Universum
 

Prüffassung

Length:2449 m, 89 min
Format:35mm, 1:1,66
Picture/Sound:Eastmancolor, Ton