Das Sonntagskind

Das Sonntagskind

BR Deutschland 1956, Spielfilm

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Wibbel ist gar nicht der Wibbel

Rühmann in guten Geschichten zuzusehen, ist eine Freude. Er spielt den Schneider Wibbel, der alle Höhen und Tiefen, Freud und Leid, Enttäuschung, Widerstand, Lüge und Liebe durchmacht. Und nur, weil er sich hinreissen lässt, eine englische Uniform zu beleidigen. Aber es ist doch Karneval! „Mama gib den Schlüssel raus, nur ein einz‘ges Mal“ singen sie. Diese turbulente Szene hat etwas: denn trotz Atelier in Berlin ist dem Regisseur Kurt Meisel und seinem Architekten Hanns H. Kuhnert ein dichtes und wirkllichkeitsgetreues Karnevalsfest gelungen. Ja, so sind sie im Rheinischen - da wird geschoben und gelacht, Krach gemacht und getrunken. Trotzdem gehen im Film die leisen Töne nicht verloren - wenn Rühmann den Daumen der rechten Hand abspreizt und dann mit den Fingern der Linken an den Fingerspitzen der anderen Hand entlangfährt - das ist seine Art, Verzagtheit zu zeigen, Verzweiflung und Trauer. Thema war auch 1956 noch (obwohl der Film 1948 spielt): die Besatzungsmacht. In diesem Fall die Engländer. Man war sie leid. Anton Wibbel hat einen schottischen Militärpolizisten (imposant hackenknallend: Walter Giller) kennengelernt, der kaum deutsch versteht. Aber Rühmann redet so an ihn hin, als würde das keine Rolle spielen. „Bosti, die Politik, die ihr mit uns treibt, ist falsch“. Begründung? „Wenn ich den Krieg gewonnen hätte, hätte ich alles getan, damit der Verlierer so schnell wie irgend möglich vergisst, dass er den Krieg verloren hat.“ Das mag einem Schneider erlaubt sein, so einfach zu denken. Aber Drehbuchautor Gustav Kampendonk war beileibe kein Simpel und hätte seinem Protagonisten schon Differenzierteres in den Mund legen dürfen. „Das Leben macht keinen Spaß mehr, wenn man tot ist“, meint Wibbel und löffelt den Brei aus, den er sich da eingebrockt hat. Köstlich die Charge von Wolfgang Müller als Kriminalassistent, der dem Inspektor logisch einleuchtend beweist: der Wibbel ist gar nicht der Wibbel. Exzellente Unterhaltung - auch heute noch!

Credits

Director:Kurt Meisel
Screenplay:Gustav Kampendonk
Director of photography:Kurt Schulz
Editing:Hermann Haller
Music:Friedrich Schröder
  
Cast: 
Heinz RühmannAnton Wibbel
Hannelore BollmannFin
Werner PetersSchneidergeselle Mölfes
Günther LüdersSchneidergeselle Mattes
Walter GillerMilitärpolizist Bosty McMillar
Carla HagenMariechen
Ellen WaldeckGroßmutter
Carl NappHerr Knipperling
Jupp FlohrHerr Fisternölles
Otto WernickeWillowitz
Siegfried LowitzKriminalinspektor
Lilo HartmannFrau Kladders
Toni TreutlerFrau Knipperling
Emmy BurgMeta Hubbelrath
Waltraud RunzeKläre
Marina OrschelTilde
Edward Melotteenglischer Richter
Hellmut GrubeDolmetscher
Kurt Pratsch-KaufmannPförtner der Strafanstalt
Alexa von PorembskyKundin im Fleischerladen
Wolfgang MüllerKriminalangestellter
Wulf RittscherMann mit Fernglas
Kurt Meisel
  
Production company:Berolina-Film GmbH (Berlin)

All Credits

Director:Kurt Meisel
Assistant director:Hermann Haller
Screenplay:Gustav Kampendonk
based on:Hans Müller-Schlösser (Bühnenstück "Schneider Wibbel")
Director of photography:Kurt Schulz
Camera operator:Erich Grohmann
Assistant camera:Gerd Neubelt
Production design:Hanns H. Kuhnert, Peter Schlewski, Paul Markwitz
Prop master:Günter Franke, Günter Beer
Make-up artist:Fredy Arnold, Maria Westhoff
Costume design:Walter Salemann, Trude Ulrich, Paul Seltenhammer
Editing:Hermann Haller
Sound:Fritz Schwarz
Music:Friedrich Schröder
Music performer:Steingass-Terzett (DE), Egon Kaiser und sein Orchester (DE)
Lyrics:Hans Bradtke
  
Cast: 
Heinz RühmannAnton Wibbel
Hannelore BollmannFin
Werner PetersSchneidergeselle Mölfes
Günther LüdersSchneidergeselle Mattes
Walter GillerMilitärpolizist Bosty McMillar
Carla HagenMariechen
Ellen WaldeckGroßmutter
Carl NappHerr Knipperling
Jupp FlohrHerr Fisternölles
Otto WernickeWillowitz
Siegfried LowitzKriminalinspektor
Lilo HartmannFrau Kladders
Toni TreutlerFrau Knipperling
Emmy BurgMeta Hubbelrath
Waltraud RunzeKläre
Marina OrschelTilde
Edward Melotteenglischer Richter
Hellmut GrubeDolmetscher
Kurt Pratsch-KaufmannPförtner der Strafanstalt
Alexa von PorembskyKundin im Fleischerladen
Wolfgang MüllerKriminalangestellter
Wulf RittscherMann mit Fernglas
Kurt Meisel
  
Production company:Berolina-Film GmbH (Berlin)
Line producer:Kurt Ulrich
Unit production manager:Karl Mitschke, Heinz Willeg
Location manager:Walter Dettmann
Production assistant:Peter Wehrand
Shoot:: Atelier Berlin-Tempelhof, Drachenburg / Königswinter
Length:2618 m, 96 min
Format:35mm, 1:1,37
Picture/Sound:Agfacolor, Ton
Rating:FSK-Prüfung (DE): 15.08.1956, 12693, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei
Screening:Uraufführung (DE): 12.09.1956, Düsseldorf, Apollo

Titles

Originaltitel (DE) Das Sonntagskind
weiterer Titel Schneider Wibbel

Versions

Original

Length:2618 m, 96 min
Format:35mm, 1:1,37
Picture/Sound:Agfacolor, Ton
Rating:FSK-Prüfung (DE): 15.08.1956, 12693, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei
Screening:Uraufführung (DE): 12.09.1956, Düsseldorf, Apollo