Der Vogelhändler

Der Vogelhändler

BR Deutschland 1953, Spielfilm

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Einst ein Erfolg, heute ein Ärgernis

Machen wir‘s den Vögeln nach und schlagen eifrig mit den Flügeln, um Höhe zu gewinnen und diesen Film aus der Vogelperspektive zu betrachten, damit sich das agfacolorierte Grausen nicht eins zu eins einstellt. Die xte Verfilmung einer schlicht-bunten Geschichte. Eine Scheinwelt wird da herbeigezaubert, ein absurdes Deutschland-Trugbild (Pflaum) aufgebaut, das genau passt zu der restaurativen Adenauerzeit der fünfziger Jahre. Hat es Zweck - aus dieser Perspektive - zuzugeben, dass Ilse Werner hier erfrischend unkompliziert, hübsch und heiter wirkt, wenn sie erkennt, dass ihr Mann sich aus ihr nichts macht? Da wäre nachzufragen. Aber sie vergibt dem Hallodri (Wolf Albach-Retty), da werden keine Beziehungsdramen aufgemacht, es ist alles gar nicht so schlimm, operettenhaft lustig, zugekleistert aus dem großen Topf der Heimatfilmlüge. Oder das kleine Pfeifduett zwischen Ilse Werner und dem Dompfaff im Käfig? Einfach nur niedlich. Dabei wäre es ein Leichtes gewesen, hätte sich Regisseur Rabenalt an seine besseren Flme erinnert (lieber nicht an seine Nazi-Streifen) und Einsicht über Anpassung gesetzt. Stattdessen wird lippenunsynchron geträllert „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ und im Schlossgarten von Schwetzingen auf der grünen Wiese getanzt und ballettös herumgehopst. Es wirkt - Verzeihung! - heute nur lächerlich. Hat es Zweck zu erwähnen, dass der ansonsten prächtige Günther Lüders als Liebhaber eine eher komische Nummer ist? Im Film heißt es doppeldeutig: „Wenn Männer verliebt sind, machen sie sich immer etwas lächerlich“. Soll noch erwähnt werden, dass die Kamera von Kurt Schulz sich Mühe gab, auf dem Karussell die beiden Protagonisten wirbelnd tanzen zu lassen? „Noh amal, noh amal, noh amal, singt die Nachtigall“ reimt die Operette unrein. Nein, es hat keinen Zweck. Schwamm drüber. Damals ein Erfolg, heute ein Ärgernis. (Warum wurde es veröffentlicht?). Ein Vogelhändler im Sinkflug. Lassen wir ihn krachend landen.

Credits

Director:Arthur Maria Rabenalt
Screenplay:Curt J. Braun
Director of photography:Willy Winterstein
Editing:Friedel Buckow
Music:Bert Grund, Carl Zeller (Operette)
  
Cast: 
Ilse WernerFürstin Marie-Louise
Wolf Albach-RettyFürst
Eva ProbstChristel
Gerhard RiedmannAdam, Vogelhändler
Sybil WerdenJeanine, Tänzerin
Günther LüdersWeps
Erni MangoldErnestine
Siegfried BreuerMarquis de Tréville
Hans Hermann SchaufußJohann, Diener
Rudolf ReiffOberförster
  
Production company:Berolina-Film GmbH (Berlin)
Producer:Kurt Ulrich

All Credits

Director:Arthur Maria Rabenalt
Assistant director:Rudolf Zehetgruber
Screenplay:Curt J. Braun
based on:Carl Zeller (Libretto), Carl Zeller (Operette)
Director of photography:Willy Winterstein
Production design:Felix Smetana
Make-up artist:Jonas Müller, Leo Wiedemann
Costume design:Walter Schulze-Mittendorff
Editing:Friedel Buckow
Sound:Heinz Terworth
Choreographer:Herbert Freund
Music:Bert Grund, Carl Zeller (Operette)
Lyrics:Hans Fritz Beckmann
  
Cast: 
Ilse WernerFürstin Marie-Louise
Wolf Albach-RettyFürst
Eva ProbstChristel
Gerhard RiedmannAdam, Vogelhändler
Sybil WerdenJeanine, Tänzerin
Günther LüdersWeps
Erni MangoldErnestine
Siegfried BreuerMarquis de Tréville
Hans Hermann SchaufußJohann, Diener
Rudolf ReiffOberförster
  
Production company:Berolina-Film GmbH (Berlin)
Producer:Kurt Ulrich
Unit production manager:Heinz Willeg
Location manager:Withold Grünberg, Hans-Bolko Marcard
Shoot:: Atelier München-Grünwald, Außenaufnahmen: Schwetzingen, Neu-Leiningen, Groß-Glockner
Length:2507 m, 92 min
Format:35mm
Picture/Sound:Agfacolor, Ton
Rating:FSK-Prüfung (DE): 15.09.1953, 06597, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei
Screening:Uraufführung (DE): 17.09.1953, Stuttgart, Palast

Titles

Originaltitel (DE) Der Vogelhändler

Versions

Original

Length:2507 m, 92 min
Format:35mm
Picture/Sound:Agfacolor, Ton
Rating:FSK-Prüfung (DE): 15.09.1953, 06597, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei
Screening:Uraufführung (DE): 17.09.1953, Stuttgart, Palast