Immensee

Immensee

Deutschland 1942/1943, Spielfilm

Films from the National-Socialist period must be considered in the context of state-influenced production and reception. Further informations »

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Kristinchen und die edlen Gefühle

Veit Harlan war ein raffinierter Verführer. Das Melodram beherrschte er mit geradezu penetranter Meisterschaft. Zwar dreht sich alles um diese Elisabeth (Kristina Söderbaum), die eifrig im Farbbild am Eutiner See herumknutscht, aber alle ahnen: sie muss verzichten. Die zu Herzen gehenden Küsse sind filmisch nicht ihr letztes Wort. Das Melodram muss erfüllet sein. Sie könnte den Reinhardt (Carl Raddatz) haben, aber sie verzichtet und bleibt bei ihrem Erich (der ewige „Zweite“: Paul Klinger). Wir schreiben das Jahr 1943 - da war es klar, dass die deutsche Frau selbstverständlich bei ihrem Mann bleibt und sich nicht anderweitig vergnügt. Also keine Romanze, sondern eine „Schicksalssinfonie“ (Witte), zu der Wolfgang Zeller eine schrecklich hochfahrende Musik geschrieben hat, die schwülstig und aufgeladen ständig Frauenchöre im Hintergrund beschäftigt, die mit sperrangelweiten Mündern einen Klangteppich weben, auf dem die Emotionen kullern und rutschen. Kameramann Bruno Mondi, ergebenster Diener des "großen" Veit, lässt den Eutiner See aus allen Perspektiven aufleuchten, bindet die edlen Gefühle in erstaunlich differenzierte Farben ein, was 1943 ein kleines Wunder war. Selbst Goebbels hatte Einwände, dass „sein“ Lieblingsregisseur ständig seine eigene Frau ins Bild rückt. Dabei war dieses eine sehr professionelle back-to-back Produktion. D.h. dasselbe Team, (fast) dieselben Schauspieler drehten gleich noch einen zweiten Film in den gleichen Kulissen zur gleichen Zeit („Opfergang“). An „Immensee“ haben sich die Kritikerfedern abgearbeitet. „Vulgärverfilmung“ (Hembus). Denn die Vorlage von Theodor Storm ist nicht mehr zu erkennen. Zwei Millionen Reichsmark kostete er, acht Millionen spielte er ein. Die Menschen fühlten sich herausgeholt aus den Wirren des Krieges, abgelenkt durch den noblen Verzicht ihres Kristinchen. Also eher Karamellbonbon als Süßstoff. Aber auch Karamellbonbons verlieren den Geschmack. Und dann bleibt - nichts.

Credits

Director:Veit Harlan
Screenplay:Veit Harlan, Alfred Braun
Director of photography:Bruno Mondi
Editing:Friedrich Karl von Puttkamer
Music:Wolfgang Zeller
  
Cast: 
Kristina SöderbaumElisabeth Uhl
Carl RaddatzReinhart Torsten
Paul KlingerErich Jürgens
Carola ToelleMutter Uhl
Lina LossenMutter Torsten
Max GülstorffVater Torsten
Otto GebührVater Jürgens
Germana PaolieriSängerin Lauretta
Käthe DyckhoffMusikstudentin Jesta
Wilfried SeyferthMusikstudent Werner
Malte JägerMusikstudent Jochen
Clemens HasseMusikstudent Max
Walter BechmannReinhart Torstens Diener
Albert FlorathVorsitzender der Prüfungskommisson
Ernst LegalDirektor der Spritfabrik Jürgens
Claire ReigbertReinhart Torstens Zimmerfrau
Jack TrevorKellner im Restaurant
Marta SalmKellnerin
Hans EysenhardtJunger Diener in Livree
Ernst StimmelMitglied der Prüfungskommission
Louis Ralph
  
Production company:Ufa-Filmkunst GmbH (Berlin) (Herstellungsgruppe Veit Harlan)

All Credits

Director:Veit Harlan
Assistant director:Nils Gulden, Kurt Meisel (ungenannt)
Screenplay:Veit Harlan, Alfred Braun
based on:Theodor Storm (Novelle)
Director of photography:Bruno Mondi
Colour consultant:Eduard Schönicke
Still photography:Karl Lindner
Production design:Erich Zander, Karl Machus
Costume design:Gertrud Steckler
Editing:Friedrich Karl von Puttkamer
Assistant editor:Christa Loose
Sound:Heinz Martin
Music:Wolfgang Zeller
Conductor:Wolfgang Zeller
  
Cast: 
Kristina SöderbaumElisabeth Uhl
Carl RaddatzReinhart Torsten
Paul KlingerErich Jürgens
Carola ToelleMutter Uhl
Lina LossenMutter Torsten
Max GülstorffVater Torsten
Otto GebührVater Jürgens
Germana PaolieriSängerin Lauretta
Käthe DyckhoffMusikstudentin Jesta
Wilfried SeyferthMusikstudent Werner
Malte JägerMusikstudent Jochen
Clemens HasseMusikstudent Max
Walter BechmannReinhart Torstens Diener
Albert FlorathVorsitzender der Prüfungskommisson
Ernst LegalDirektor der Spritfabrik Jürgens
Claire ReigbertReinhart Torstens Zimmerfrau
Jack TrevorKellner im Restaurant
Marta SalmKellnerin
Hans EysenhardtJunger Diener in Livree
Ernst StimmelMitglied der Prüfungskommission
Louis Ralph
  
Production company:Ufa-Filmkunst GmbH (Berlin) (Herstellungsgruppe Veit Harlan)
Line producer:Veit Harlan
Unit production manager:Erich Holder
Location manager:Conny Carstennsen, Ernst Liepelt
Shoot:26.06.1942-04.1943: Rom (Forum Romanum u.a. ), Eutin und Umgebung, Plön, Gut Stendorf, Hamburg; Ufastadt Babelsberg
Original distributor:Deutsche Filmvertriebs GmbH (DFV) (Berlin)
Length:2592 m, 95 min
Format:35mm, 1:1,33
Picture/Sound:Agfacolor, Tobis-Klangfilm
Rating:Alliierte Militärzensur (DE): 06.1945, Verbot;
Zensur (DE): 28.09.1943, B.59462, Jugendfrei ab 14 Jahre
Screening:Uraufführung (DE): 08.12.1943, Hamburg, Lessing-Theater;
Uraufführung (DE): 08.12.1943, Hamburg, Passage;
Erstaufführung (DE): 17.12.1943, Berlin, Tauentzien-Palast;
Erstaufführung (DE): 17.12.1943, Berlin, U.T. Wagnitzstraße

Titles

Originaltitel (DE) Immensee

Versions

Original

Length:2592 m, 95 min
Format:35mm, 1:1,33
Picture/Sound:Agfacolor, Tobis-Klangfilm
Rating:Alliierte Militärzensur (DE): 06.1945, Verbot;
Zensur (DE): 28.09.1943, B.59462, Jugendfrei ab 14 Jahre
Screening:Uraufführung (DE): 08.12.1943, Hamburg, Lessing-Theater;
Uraufführung (DE): 08.12.1943, Hamburg, Passage;
Erstaufführung (DE): 17.12.1943, Berlin, Tauentzien-Palast;
Erstaufführung (DE): 17.12.1943, Berlin, U.T. Wagnitzstraße
 

Prüffassung

Length:2530 m, 92 min
Format:35mm, 1:1,33
Picture/Sound:Agfacolor, Mono
Rating:FSK-Prüfung (DE): 01.08.1950, 01581, Uneingeschränkt / feiertagsfrei;
FSK-Prüfung (DE): 28.10.1996, 01581, ab 12 Jahre / feiertagsfrei [7. FSK-Prüfung]
 

Awards

1943
Prädikat: Künstlerisch wertvoll
Prädikat: Volkstümlich wertvoll
Prädikat: Kulturell wertvoll