Vater sein dagegen sehr

Vater sein dagegen sehr

BR Deutschland 1957, Spielfilm

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Zugeknöpft bis zum Hals

Wer hat nicht schon im Theater eine quälende erste Halbzeit verbracht - das Stück leppert dahin, die Inszenierung langweilt, und in der Pause stellt sich die Frage: bleiben oder gehen? Doch in der zweiten Halbzeit wendet sich das Blatt: das Stück kommt auf Touren, die Inszenierung gewinnt. So auch hier. Was sich nach dem Drehbuch von Hans Jacoby Rühmann und Koch zu Beginn zusammenplappern in ihrem Turm (hübsch ins Atelier gesetzt von Architekt Hanns H. Kuhnert), das spricht Bände. Man wird unruhig. Hochzeit oder nicht? Wieso muss eine solche Frage im Sprechblasen-Blabla diskutiert werden? Dann fahren sie im Cabrio den Main entlang (im Fränkischen), der Wind zaust, die Sonne glüht und Rühmann singt: „Heut‘ erzähl ich es dem Sommerwind, dass wir beide so glücklich sind.“ Man würde gerne aufstehen und gehen. Jetzt tauchen zwei vorwitzige Kinder auf, denen Regisseur Kurt Meisel viel zu viel Raum lässt. Sie sind altklug, möchten witzig sein, ernten eher Kopfschütteln. Auch einen Köter namens Bello gibt es. Jetzt singen alle: „Oh Bello, oh Bello, das ganze Jahr müsst‘ Sonntag sein“. Da ist er wieder dieser Impuls: raus hier! Doch dann wird es wenigstens etwas gehaltvoller. Die Waisen-Kinder sollen zu ihren Pflegeeltern. Wollen aber nicht. Sie müssen aber. Dann türmen sie und überraschen den „Onkel“ Lutz. Er wird sie behalten, aber nun will Marianne Koch nicht. Sie möchte eigene Kinder (kein Wunder im Alter von 26, ihr „Gatte“ -in-spe ist immerhin 55). Dann greift der Priester (Hans Leibelt) ein, es gibt eine Blitzhochzeit und alle sind glücklich. Bis auf Marianne Koch, wie wir vermuten dürfen. Das letzte Drittel hat wenigstens Tempo, und es wird nicht ewig pointenlos herumgeredet. Die erste Hälfte des Filmtitels (nach Wilhelm Busch) lautete: „Vater werden ist nicht schwer“. Obwohl Koch und Rühmann im Film behaupten, sie seien bereits drei Jahre zusammen, haben sie offenbar noch nie miteinander geschlafen. So waren sie - die fünfziger Jahre. Zugeknöpft bis zum Hals.

Credits

Director:Kurt Meisel
Screenplay:Hans Jacoby
Director of photography:Kurt Hasse
Editing:Wolfgang Wehrum
Music:Michael Jary
  
Cast: 
Heinz RühmannLutz Ventura
Marianne KochMargot Sonnemann
Hans LeibeltPfarrer Miesbach
Maren Inken BielenbergTraudl
Rolf PineggerRudi
Paul EsserFriedrich Roeckel
Edith SchollwerOttilie Roeckel
Agnes WindeckFürsorgerin
Hans Waldemar AndersSchulvorsteher
Luigi MalipieroBriefträger
Kurt MeiselSchneider
Franz-Otto KrügerStandesbeamter
  
Production company:Berolina-Film GmbH (Berlin)
Producer:Kurt Ulrich

All Credits

Director:Kurt Meisel
Assistant director:Wolfgang Wehrum
Screenplay:Hans Jacoby
based on:Horst Biernath (Roman)
Story:Gustav Kampendonk
Director of photography:Kurt Hasse
Camera operator:Henry Rupé
Assistant camera:Gerd Neubelt
Still photography:Richard Wesel
Lighting design:Otto Schulze
Production design:Hanns H. Kuhnert, Wilhelm Vorwerg
Prop master:Günter Franke, Günter Beer
Make-up artist:Fredy Arnold, Maria Westhoff
Costume design:Walter Salemann
Editing:Wolfgang Wehrum
Assistant editor:Lilo Schumacher
Sound:Heinz Garbowski
Music:Michael Jary
Lyrics:Bruno Balz
  
Cast: 
Heinz RühmannLutz Ventura
Marianne KochMargot Sonnemann
Hans LeibeltPfarrer Miesbach
Maren Inken BielenbergTraudl
Rolf PineggerRudi
Paul EsserFriedrich Roeckel
Edith SchollwerOttilie Roeckel
Agnes WindeckFürsorgerin
Hans Waldemar AndersSchulvorsteher
Luigi MalipieroBriefträger
Kurt MeiselSchneider
Franz-Otto KrügerStandesbeamter
  
Production company:Berolina-Film GmbH (Berlin)
Producer:Kurt Ulrich
Unit production manager:Heinz Willeg, Karl Mitschke
Location manager:Mohr von Chamier, Walter Dettmann
Shoot:: Fränkische Schweiz; Ufa-Atelier Berlin-Tempelhof
Original distributor:Deutsche Film Hansa GmbH & Co. (DFH) (Hamburg)
Length:2569 m, 94 min
Format:35mm, 1:1,33
Picture/Sound:Agfacolor, Mono
Rating:FSK-Prüfung (DE): 10.09.1957, 15232, ab 6 Jahre / feiertagsfrei
Screening:Uraufführung (DE): 12.09.1957, Köln, Ufa-Palast

Titles

Originaltitel (DE) Vater sein dagegen sehr

Versions

Original

Length:2569 m, 94 min
Format:35mm, 1:1,33
Picture/Sound:Agfacolor, Mono
Rating:FSK-Prüfung (DE): 10.09.1957, 15232, ab 6 Jahre / feiertagsfrei
Screening:Uraufführung (DE): 12.09.1957, Köln, Ufa-Palast