Peter Weiss-Retrospektive im Filmmuseum München

26.04.2007 | 17:46 Uhr

Peter Weiss-Retrospektive im Filmmuseum München

Zum 25. Todestag des schwedischen Schriftstellers Peter Weiss zeigt das Filmmuseum München vom 27. April bis 12. Juni die bislang vollständigste Werkschau seines Filmschaffens.

Insgesamt 17 seiner Filme und Filmfragmente sowie Porträts über ihn und Verfilmungen seiner Bühnenstücke werden gezeigt. Zahlreiche Filme wurden eigens für die Vorstellungen im Filmmuseum übersetzt und untertitelt.

Die Werkschau beginnt am 27.4. mit dem Dokumentarfilm "Zur Ansicht: Peter Weiss" von Harun Farocki, der ihn zu seinen Schriften "Die Ästhetik des Widerstandes" befragt. Ein Porträt über Peter Weiss und seine Filmarbeit schuf sein Mitarbeiter Staffan Lamm mit "Ingenting (Strange Walks In And Through And Out)", das am Samstag, 28.4.07 gezeigt wird.

Zwischen 1952 und 1962 wandte sich der in Deutschland geborene Peter Weiss, der vor den Nationalsozialisten 1939 nach Stockholm floh, fast ausschließlich dem Film zu. In dieser Zeit entstanden insgesamt 17 Filme, meist kurze experimentelle Arbeiten, aber auch Dokumentarisches. Weiss experimentierte mit Schnitten, Schatten und Formen und vermischte Realistisches mit Surrealistischem ("Studie I –V"), bevor er sich dem Dokumentarfilm zuwandte. Mit präzisem fotografischem Blick porträtierte er vor allem die Randgruppen in der Wohlstandsgesellschaft: Jugendliche, Gefangene, alte Menschen. In seinem Kurzfilm "Hinter den Fassaden" (1961) hinterfragt er, wie die Menschen mit der modernen Architektur zurechtkommen. Lange Spielfilme hat Peter Weiss nur zwei gedreht: den experimentellen "Hägringen" (Der Vogelfreie, 1959) und "Svenska Flickor I Paris" (Eine Schwedin in Paris, 1961), ein "reines Auftragswerk", von dem sich Peter Weiss distanziert hat. Dieser Film ist in einer einzigen Kopie erhalten und war jahrzehntelang nicht mehr zu sehen.

1966 wurde Peter Weiss" Schauspiel "Die Ermittlung" zeitgleich und unabhängig voneinander zweimal verfilmt – in der BRD von Peter Schulze-Rohr und in der DDR von Lothar Bellag und Ingrid Fausak. Diese inzwischen legendären Fernsehproduktionen basieren auf der Grundlage der Akten des Frankfurter Auschwitz-Prozesses und stellen den Ablauf der Menschenvernichtung in elf Gesängen dar.

Weitere Informationen und vollständiges Programm: www.stadtmuseum-online.de

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