Anna Loos

Anna Loos

Darstellerin, Musik
*18.11.1970 Brandenburg an der Havel

Biography

Die Schauspielerin und Sängerin Anna Loos, geboren am 18. November 1970 in Brandenburg an der Havel, nahm bereits mit sechs Jahren Ballettunterricht und finanzierte sich mit ihrem Taschengeld im Alter von 12 Jahren eine Gesangsausbildung. 1988 flüchtete sie aus der DDR über die Tschechoslowakei, Ungarn und Österreich in die BRD, wo sie in Wedel bei ihrer Tante unterkam und dort das Gymnasium bis zur 12. Klasse besuchte. Ihre Gesangsausbildung führte sie fort und spielte in verschiedenen Bands.

Über die Musik kam Loos zur Schauspielerei, nachdem sie 1992 eine Ausbildung an der Stage School of Music, Dance and Drama in Hamburg begonnen hatte. Am Schmidt Theater in Hamburg sammelte sie 1993 erste Bühnenerfahrungen in kleineren Komödienproduktionen, 1994 stand sie am Imperial Theater für das Musical "Grease" auf der Bühne. Es folgten einige Kabarett-Shows am Theater Bremen.

Im Jahre 1996 begann dann ihre Arbeit beim Fernsehen, die sie bis heute sehr aktiv und erfolgreich weiterführt. In der Talkshow-Parodie "T.V. Kaiser" verkörperte sie zunächst diverse Talkshowgäste, bevor sie ihre langjährige Rolle als Sekretärin Lissy Pütz im Kölner Tatort mit "Willkommen in Köln" (1997) an der Seite der von Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär gespielten Kommissare antrat. Bis 2000 spielte sie diese Rolle regelmäßig, ihre erste Rückkehr zum Kölner Tatort folgte in der Jubiläumsepisode "Nachtgeflüster" (2007), in einem zweiten Gastauftritt wurde sie als Ex-Kollegin selbst in einen Fall verwickelt ("Fette Hunde", 2012).

Ihr Leinwanddebüt gab Loos 1998 in einer kleinen Rolle in Michael Gwisdeks "Das Mambospiel". Ein Jahr später war sie als Medizinstudentin Gretchen neben Franka Potente im Medizinthriller "Anatomie" zu sehen, für den sie auch das Titellied interpretierte. Loos' Stimme kam auch im Fernsehfilm "Halt mich fest!" (1999) zum Tragen: An der Seite ihres späteren Ehemanns Jan Josef Liefers spielte sie eine Rocksängerin und erhielt für diese Rolle den Darstellerpreis des Fernsehfestivals Baden-Baden. Zuvor hatte sie außerdem ein Stück für den Film "Kai Rabe gegen die Vatikankiller" (1998) aufgenommen.

In "Der Mistkerl" (2001) spielte Anna Loos eine verliebte Mutter, die von ihrem neuen Freund sitzen gelassen wird, als dieser erfährt, dass sie eine Tochter hat. Eine ungewöhnliche Rolle übernahm sie 2003 in "NeuFundLand", in dem sie als schwer durchschaubare Lebensgefährtin eines nichts ahnenden Verliebten (Jochen Nickel) auftrat. In einer Nebenrolle sah man Loos in Isabelle Stevers Dreiecksgeschichte "Gisela" (2005), anschließend wirkte sie im Episodenfilm "GG 19" (2007) mit, der die ersten 19 Artikel des Grundgesetzes filmisch in Szene setzt.

Als Jugendliebe von Sebastian Blomberg überzeugte sie in "Das Geheimnis im Moor" (2006, TV). Hoch gelobt wurde Loos zudem für die Hauptrolle in der Berliner Musicalinszenierung von "Cabaret" (2006). Im selben Jahr ging sie als Nachfolgerin der verstorbenen Rocksängerin Tamara Danz erstmals mit der Band "Silly" auf Tournee. 2010 trat die Band für Sachsen-Anhalt mit Anna Loos als Frontfrau in Stefan Raabs "Bundesvision Song Contest" auf und erreichte den zweiten Platz.

Nach einer Nebenrolle im Mauerfall-Drama "Das Wunder von Berlin" (2008, TV) folgte im selben Jahr eine weitere DDR-Geschichte an der Seite ihres Mannes Jan Josef Liefers im Fernsehfilm "Lilys Geheimnis". Hier gibt Anna Loos die titelgebende Bordellbetreiberin, die bei ihrer Flucht aus der DDR ihren Liebhaber zurückließ und 16 Jahre später durch Zufall mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird. Loos und Liefers standen 2009 in "Es liegt mir auf der Zunge" (TV), einem Film über Clemens Wilmenrod, den ersten deutschen Fernsehkoch, erneut gemeinsam vor der Kamera. Für diese und ihre Rolle in "Böseckendorf – Die Nacht, in der ein Dorf verschwand" (2009, TV) erhielt sie eine Nominierung für die Goldene Kamera 2010.

Anna Loos drehte 2009 mit Tim Trageser das Fernseh-Familiendrama "Wohin mit Vater?" über zwei Geschwister, die nach dem Tod ihrer Mutter entscheiden müssen, wer einen Teil seines Leben aufgibt und sich um den gehbehinderten Vater kümmert. Nach der Nominierung 2010 gewann sie die Goldene Kamera 2011 als beste deutsche Schauspielerin für ihre Rolle als von Entscheidungsnot geplagte Schwester.

Im hoch gelobten TV-Film "Die Lehrerin" (2011) versuchte Anna Loos, erneut unter Tragesers Regie, in der Titelrolle mit ihrer Klasse einen Amoklauf zu verarbeiten. Ihre Darstellung kam bei der Kritik gut an und sie wurde mit dem Bayerischen Fernsehpreis als beste Darstellerin und mit dem Sonderpreis des Oberbürgermeisters beim Günter-Rohrbach-Filmpreis belohnt. Im selben Jahr nahm sie erneut am Bundesvision Song Contest teil, dieses Mal im Duett mit dem Braunschweiger Musiker Bosse. Sie belegten den dritten Platz.

2012 stand sie in "Die Frau von früher" (2012) wieder für eine Kinoproduktion vor der Kamera. Als Ehefrau von Devid Striesow wird sie in diesem Kammerspiel mit dessen Jugendliebe konfrontiert – eine Begegnung mit abstrusen Folgen. Zu DDR-Zeiten spielt die ZDF-Miniserie "Weissensee" (Staffel 1: 2010; Staffel 2: 2013), in der Anna Loos die Rolle der Vera Kupfer übernahm. Im Februar 2014 wurde Loos gemeinsam mit dem Serienensemble mit dem Deutschen Schauspielerpreis ausgezeichnet, weiterhin wurde sie für die zweite Staffel sowie für "Die Frau von früher" für den Grimme-Preis nominiert.

Nach einem Auftritt im Tatort Ludwigshafen ("Kaltblütig", 2012) wirkte sie 2013/2014 an Stefan Pauls Dokumentarfilm "Silly" über ihre gleichnamige Band und deren Geschichte mit. Im März 2014 strahlte das ZDF die erste Folge der Krimireihe "Helen Dorn" aus, in der Loos die Titelrolle spielt. Ebenfalls 2014 wurden Anna Loos und Jan Josef Liefers vom Festival des deutschen Films in Ludwigshafen für ihre herausragende Arbeit mit dem Preis für Schauspielkunst ausgezeichnet.

Im Sommer 2015 startete die Gangsterkomödie "Desaster" in der Regie von Justus von Dohnányi, der auch eine der Hauptrollen spielt. Darin ist Anna Loos erneut an der Seite ihres Mannes zu sehen.

Die ältere der beiden Töchter von Loos und Liefers, Lilly Liefers, geboren 2002, ist ebenfalls als Schauspielerin tätig.

Filmography

2017 Zum Sterben zu früh II - Reich oder tot
Cast
 
2016/2017 Zwischen Tod und Leben
Cast
 
2015/2016 Die Stadt und die Macht
Cast
 
2015 Weissensee [3. Staffel]
Cast
 
2014/2015 Zum Sterben zu früh
Cast
 
2014/2015 Bis zum Anschlag
Cast
 
2013/2014 Unter Kontrolle
Cast
 
2013-2017 Silly - Frei von Angst
Participation
 
2013-2015 Desaster
Cast
 
2013 Loverboy
Cast
 
2012/2013 Zeugin der Toten
Cast
 
2012/2013 Nacht über Berlin
Cast
 
2012/2013 Tod in den Dünen
Cast
 
2012/2013 Weissensee [2. Staffel]
Cast
 
2012 Kaltblütig
Cast
 
2012 Die Frau von früher
Cast
 
2011/2012 Fette Hunde
Cast
 
2010/2011 Die Lehrerin
Cast
 
2010-2014 Love Supreme - Sechs Saiten und ein Brett
Participation
 
2010 Fischer fischt Frau
Cast
 
2009/2010 Weissensee [1. Staffel]
Cast
 
2009 Wohin mit Vater?
Cast
 
2009 Es liegt mir auf der Zunge
Cast
 
2007/2008 Lilys Geheimnis
Cast
 
2007/2008 10 Sekunden
Cast
 
2007/2008 Das Wunder von Berlin
Cast
 
2006-2008 Nur ein Sommer
Cast
 
2006 Die Unbeugsamen
Cast
 
2006 Der kleine Ben
Cast
 
2005/2006 Der Ausbruch
Cast
 
2005/2006 Das Geheimnis im Moor
Cast
 
2005-2007 Nachtgeflüster
Cast
 
2005-2007 GG 19
Cast
 
2004/2005 Gisela
Cast
 
2004/2005 Der Frauenflüsterer
Cast
 
2002 Verhexte Hochzeit
Cast
 
2001-2003 NeuFundLand
Cast
 
2000/2001 Ein göttlicher Job
Cast
 
2000/2001 Der Mistkerl
Cast
 
2000/2001 Die Hunde sind schuld
Cast
 
2000 Direkt ins Herz
Cast, Vocals
 
2000 Trittbrettfahrer
Cast
 
1999 Drei Affen
Cast
 
1999 Licht und Schatten
Cast
 
1999 Anatomie
Cast
 
1999 Halt mich fest!
Cast
 
1998/1999 Altöl und Champagner
Cast
 
1998 Bildersturm
Cast
 
1998 Kai Rabe gegen die Vatikankiller
Cast
 
1998 Höllische Nachbarn
Cast
 
1997/1998 Manila
Cast
 
1997/1998 Das Mambospiel
Cast
 
1997 Single sucht Nachwuchs
Cast
 
1997 Bombenstimmung
Cast
 
1997 Willkommen in Köln
Cast