Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull

Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull

BR Deutschland 1957, Spielfilm

Inhalt

Nach Thomas Manns gleichnamigem unvollendeten Roman wird die unglaubliche Erfolgsgeschichte eines Sonnenkindes und Schelms erzählt: Nachdem Felix Krull dank seiner Schauspielkunst vom Militär für untauglich erklärt wird, beginnt er in Paris zunächst sein Arbeitsleben im Hotel, um bald darauf selbst als hoher Herr, als Marquis de Venosta, durch die Welt zu reisen. Sein Glück bei den Damen, namentlich bei der extravaganten Madame Houpflé und bei Zouzou, der Tochter seiner Reisebekanntschaft Professor Kuckuck, ist ihm dabei außerordentlich behilflich. Felix Krull ist stets in der Lage, seine Umwelt für sich zu begeistern, so dass selbst ein Mordverdacht nicht zwangsläufig zur Verzweiflung führen muss.

Remake: als fünfteiliger TV-Fernsehfilm, 1982, von Bernhard Sinkel.

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"Ich liebe mein verzaubertes Ich"

„Hervorragend mißglückt“, schrieb die Kölnische Rundschau nach der Premiere des Films im Mai 1957. Kurt Hoffmann versuchte, das unfertige Manuskript des „Felix Krull“ im Zusammenspiel mit der filmisch unerfahrenen und herrischen Gralshüterin Erika Mann zu realisieren.“Liebe die Welt und die Welt wird dich lieben“, sagt Krull (Horst Buchholz). So gelingt ihm die Szene mit der Musterung brillant. Der Zuschauer darf sich über die Dämlichkeit des Stabsarztes (Werner Hinz) und die Simulation des Felix amüsieren. Aber diese Szene wirkt im Text viel weniger burlesk und überdreht wie in diesem Film. Von da aber fällt der Film ab. Keine der weiteren „Abenteuer“ dieses Filou erreicht diese komödiantische Dichte. Hoffmann versucht, die Mannsche Ironie, die das ganze Buch durchzieht, die Selbstpersiflage dieses Schelmen, filmisch aufzunehmen und umzusetzen. Doch die flmische Ironie, die von Bildern lebt, ist eine andere als die literarische Ironie im Text. Diesen Unterscheid konnte oder wollte Hoffmann nicht sehen. Überdeutlich am Schluss, als Felix direkt zum Zuschauer über die Liebe spricht und dann von einem zugereichten Brief unterbrochen wird, der ihn in die Arme der Zaza treibt. Es liegt vielleicht auch an der Eindimensionalität des Schauspielers, dass hier nicht mehr passiert. Krull ist selbstbezogen und selbstherrlich (mit Zügen des Autors?), der jede Situation, in die er mit Frauen gerät, für sich entscheiden kann. „Ich liebe mein verzaubertes Ich“. Von Selbstreflexion keine Spur. Beneidenswert?! Unangenehm die Szene mit Walter Rilla, der den reichen homosexuellen Lord spielt und Felix eindeutige Avancen macht. „Der Tod in Venedig“ und Manns eigene Versuchungen sind ohne doppelten Boden eins zu eins umgesetzt. „Unverdientermaßen“, so sagt Krull, könne seine Leben überschrieben werden. Als er mit Zaza (Liselotte Pulver) abdampft, zeigt dieser angeklebte Schluss, wofür Hoffmann den Mann brauchte: für einen heute altväterlich wirkenden Unterhaltungsfilm mit Happyend. Vielleicht sollte man zwischen „hervorragend mißglückt“ ein „und“ einfügen.

Credits

Regie:Kurt Hoffmann
Drehbuch:Robert T. Thoeren
Kamera:Friedl Behn-Grund
Schnitt:Caspar van den Berg
Musik:Hans-Martin Majewski
  
Darsteller: 
Horst BuchholzFelix Krull
Liselotte PulverZaza
Ingrid AndreeZouzou
Susi NicolettiMadame Houpflé
Paul DahlkeProfessor Kuckuck
Ilse SteppatMaria Pia
Walter RillaLord Kilmarnock
Alice TreffMutter Venosta
Peer SchmidtMarquis de Venosta
Carl Ludwig LindtVater de Venosta
Werner HinzStabsarzt
Heinz ReinckeStanko
Paul HenckelsSchimmelpreester
Heidi BrühlEleanor
Ralf WolterGestellungspflichtiger
Heinz Klevenow sen.Machatschek
Ehmi BesselMutter Krull
Herbert WeickerHurtado
Robert MeynPolizeikommissar
Jo HerbstBob
Günther JerschkePolizeikommissar
Florent AntonyKriminalbeamter
Martin RosenstielJean-Pierre
Walter KlamHauswart in Paris
Gert NiemitzVater Krull
Dinah HinzOlympia
Benno GellenbeckZöllner
Eberhard FechnerZöllner
Walter WeymannRadicule
Heinrich OckelPensionsgast
Erika MannGouvernante
Erika Schramm
  
Produktionsfirma:Filmaufbau GmbH (Göttingen)
Produzent:Hans Abich, Rolf Thiele (ungenannt)

Alle Credits

Regie:Kurt Hoffmann
Regie-Assistenz:Michael Braun, Wolfgang Kühnlenz
Script:Hansi Köck
Drehbuch:Robert T. Thoeren
Drehbuch-Mitarbeit:Erika Mann
hat Vorlage:Thomas Mann (Roman)
Kamera:Friedl Behn-Grund
Kameraführung:Dieter Wedekind
Kamera-Assistenz:Richard Weihmayr
Standfotos:Leo Weisse
Bauten:Robert Herlth
Ausstattung:Gottfried Will
Kunstmaler:Arno Richter
Außenrequisite:Waldermar Hinrichs
Innenrequisite:Rudolf Dahlke
Maske:Georg Jauss, Gertrud Weinz
Kostüme:Elisabeth Urbancic, Vera Otto (Assistenz)
Garderobe:Herbert Lindenberg, Anni Loretto
Schnitt:Caspar van den Berg
Schnitt-Assistenz:Ursula van den Berg
Ton:Hans Ebel
Musik:Hans-Martin Majewski
  
Darsteller: 
Horst BuchholzFelix Krull
Liselotte PulverZaza
Ingrid AndreeZouzou
Susi NicolettiMadame Houpflé
Paul DahlkeProfessor Kuckuck
Ilse SteppatMaria Pia
Walter RillaLord Kilmarnock
Alice TreffMutter Venosta
Peer SchmidtMarquis de Venosta
Carl Ludwig LindtVater de Venosta
Werner HinzStabsarzt
Heinz ReinckeStanko
Paul HenckelsSchimmelpreester
Heidi BrühlEleanor
Ralf WolterGestellungspflichtiger
Heinz Klevenow sen.Machatschek
Ehmi BesselMutter Krull
Herbert WeickerHurtado
Robert MeynPolizeikommissar
Jo HerbstBob
Günther JerschkePolizeikommissar
Florent AntonyKriminalbeamter
Martin RosenstielJean-Pierre
Walter KlamHauswart in Paris
Gert NiemitzVater Krull
Dinah HinzOlympia
Benno GellenbeckZöllner
Eberhard FechnerZöllner
Walter WeymannRadicule
Heinrich OckelPensionsgast
Erika MannGouvernante
Erika Schramm
  
Produktionsfirma:Filmaufbau GmbH (Göttingen)
Produzent:Hans Abich, Rolf Thiele (ungenannt)
Produktionsleitung:Eberhard Krause
Aufnahmeleitung:Frank Roell, Kurt Zeimert
Geschäftsführung:Herbert Ledwoch
Produktions-Sekretariat:Ursel Luedtke
Dreharbeiten:24.01.1957-04.03.1957: Hamburg, Lissabon; Real-Film-Studios Hamburg-Wandsbek [32 Drehtage]
Erstverleih:Europa-Filmverleih GmbH (Hamburg)
Länge:2933 m, 107 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w, Mono
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 18.04.1957, 14317, ab 16 Jahre / nicht feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 24.04.1957, Berlin, Gloria-Palast;
TV-Erstsendung (DD): 26.12.1959, DFF;
TV-Erstsendung (DE): 28.12.1964, ZDF

Titel

Originaltitel (DE) Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull
Arbeitstitel Die Erinnerungen des Hochstaplers Krull

Fassungen

Original

Länge:2933 m, 107 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w, Mono
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 18.04.1957, 14317, ab 16 Jahre / nicht feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 24.04.1957, Berlin, Gloria-Palast;
TV-Erstsendung (DD): 26.12.1959, DFF;
TV-Erstsendung (DE): 28.12.1964, ZDF
 

Auszeichnungen

Hollywood Foreign Press Association 1959
Golden Globe, Bester ausländischer Film
 
IFF Bordighera 1959
Goldene Olive
 
Deutscher Filmpreis 1957
Filmband in Gold
 
FBW 1957
Prädikat: wertvoll