Chemie und Liebe

Chemie und Liebe

Deutschland (Ost) 1947/1948, Spielfilm

Inhalt

In der antikapitalistischen DEFA-Komödie, die auf ein Stück des Filmtheoretikers Béla Balász zurückgeht, macht der Chemiker Michael Alland mithilfe seiner Assistentin Martina eine bahnbrechende Entdeckung: Er schafft es, Butter ohne jeden Umweg über Kühe und Milchgewinnung direkt aus Weidegras herzustellen. Entsprechend hartnäckig versucht ein Konzernchef, die Erfindung an sich zu bringen, und setzt zu diesem Zweck mehrere Frauen auf Alland an, die ihn verführen sollen. Doch Bemühungen dieser Art bleiben erfolglos, denn Alland hat seine Gefühle für Martina entdeckt.

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Kennst Du das Land...?

Was wollten die Menschen sehen im schlimmen Jahr 1948? Menschliche Tragödien in den Ruinen, die jedermann täglich vor Augen hatte? Oder Romanzen, abgehoben von der Zeit? Oder eher im luftleeren Raum - Kabarett? Käutner verfilmte „Der Apfel ist ab“ und dröselte mit viel Ironie die Menschheitsgeschichte auf. Und hier? Man will ein Märchen erzählen, so sagt es der Sprecher Alfred Braun. Chemie und Liebe - was könnte sie verbinden? „Chemie ist die Lehre von den Umwandlungen des Stoffes, Liebe ist die Lehre von der Wandlung der Herzen“. Aha. Also macht sich Hans Nielsen als Chemiker daran, aus Gras unter Umgehung der Kuh Butter zu fertigen. Denn danach lechzten alle: Butter war rar in diesen Jahren. Doch bevor noch das erste Quentchen Butter erzeugt ist, reissen sich bereits die Konzerne um das Patent, versuchen den Chemiker und „Erfinder“ unter Druck zu setzen und hetzen ihm die schönsten Frauen auf den Hals, damit sie an das Patent kommen. Schließlich fragt ihn eine Psychologin: „Träumen sie erotisch?“. Er darauf: „Nein, chemisch“. Dabei wäre doch alles so einfach, wenn er seine Assistentin, die hübsche Tilly Lauenstein, einfach erhören würde und erkennen könnte, dass sie ihn von Herzen liebt und für ihn genau die richtige ist. Später kommt es dann auch so. Aber zuvor wird gelabert, mit Verve, mit Tempo und allerhand kapitalistischer Schnickschnack wird vorgeführt: zigarrerauchende Bosse, das Menschenmaß übersteigende Fabrikbauten, Querelen, Sottisen, Korruption, Gier, denn „mit Geld lässt sich alles kaufen“ und letztlich reimt sich alles auf Profit (eindrucksvoll als Superboss: Arno Paulsen). So erschöpft sich dieser Defa-Film in einer zynischen Burleske auf den Kapitalismus und seine Verzerrungen. Das Schlussstatement ist von zeitloser Schönheit: „Ich möchte gern das Land kennenlernen, wo es keine Konzerne gibt, wo das Geld nicht regiert, wo die Menschen glücklich leben“. Sollte dieses Land „DDR“ heißen?

Credits

Regie:Arthur Maria Rabenalt
Drehbuch:Marion von Keller, Frank Clifford
Kamera:Bruno Mondi
Schnitt:Alice Ludwig
Musik:Theo Mackeben
  
Darsteller: 
Hans NielsenDr. Alland
Tilly LauensteinMartina Holler
Ralph LotharDa Costa
Ann HölingGeorgia Spaldi
Gisela DeegeAimée
Arno PaulsenC. D. Miller
Gerd FrickhöfferDr. Brose
Arno EbertCornelius Vandenhoff
Alfred BraunSprecher
Anneliese RauschAnnelie
Jakob TiedtkePatient
Ye Chong YinSprechstundenhilfe
Gustav PüttjerCharly
Eugen KlingerDr. Nasier
Eduard MatzigDr. Hirai
Heinz SchröderDr. Oricheff
Wolfgang AdreanoDr. Jänicker
Helmut HeyneDr. Blohmquist
Elfriede DugallFräulein White
Walter WeinachtVirtuose
Helga WarneckeAnsagerin
Axel TriebelBankier
Erika GörnerFrau Specht
Harry FörsterMann mit Hakennase
Ilse-Maria MildeWinnie
Martin RosenJensen
Eva SiegClarissa
  
Produktionsfirma:DEFA Deutsche Film-Aktiengesellschaft (Berlin/Ost) (Herstellungsgruppe Walter Lehmann)

Alle Credits

Regie:Arthur Maria Rabenalt
Drehbuch:Marion von Keller, Frank Clifford
Kamera:Bruno Mondi
Optische Spezialeffekte:Ernst Kunstmann
Bauten:Emil Hasler
Kostüme:Hans Kieselbach
Schnitt:Alice Ludwig
Ton:Erich Schmidt
Musik:Theo Mackeben
  
Darsteller: 
Hans NielsenDr. Alland
Tilly LauensteinMartina Holler
Ralph LotharDa Costa
Ann HölingGeorgia Spaldi
Gisela DeegeAimée
Arno PaulsenC. D. Miller
Gerd FrickhöfferDr. Brose
Arno EbertCornelius Vandenhoff
Alfred BraunSprecher
Anneliese RauschAnnelie
Jakob TiedtkePatient
Ye Chong YinSprechstundenhilfe
Gustav PüttjerCharly
Eugen KlingerDr. Nasier
Eduard MatzigDr. Hirai
Heinz SchröderDr. Oricheff
Wolfgang AdreanoDr. Jänicker
Helmut HeyneDr. Blohmquist
Elfriede DugallFräulein White
Walter WeinachtVirtuose
Helga WarneckeAnsagerin
Axel TriebelBankier
Erika GörnerFrau Specht
Harry FörsterMann mit Hakennase
Ilse-Maria MildeWinnie
Martin RosenJensen
Eva SiegClarissa
  
Produktionsfirma:DEFA Deutsche Film-Aktiengesellschaft (Berlin/Ost) (Herstellungsgruppe Walter Lehmann)
Produktionsleitung:Walter Lehmann
Erstverleih:Progress Film-Verleih (Berlin/DDR)
Länge:2678 m, 98 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w, Ton
Aufführung:Uraufführung: 01.06.1948, Berlin, Babylon

Titel

Originaltitel (DD) Chemie und Liebe

Fassungen

Original

Länge:2678 m, 98 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w, Ton
Aufführung:Uraufführung: 01.06.1948, Berlin, Babylon