Der brave Soldat Schwejk

Der brave Soldat Schwejk

BR Deutschland 1960, Spielfilm

Inhalt

Friedlich und zufrieden lebt der böhmische Hundehändler Schwejk in Prag, als der Erste Weltkrieg ausbricht. Eine Verhaftung wegen Hochverrats geht direkt in seine Soldatenzeit über, die er mit dem Glück des vermeintlich Einfältigen übersteht. Gefahren und Probleme – z.B. bei seinen Aufträgen für den Oberleutnant Lukas – meistert er mit der ihm eigenen Tollpatschigkeit. Mit dem Oberleutnant wird er an die Front versetzt, und auch hier wird ihn seine schelmenhaften Naivität immer wieder in Schwierigkeiten und zugleich wieder aus ihnen heraus bringen. Bis er sich schließlich vor einem Standgericht wiederfindet. Doch selbst aus dieser Klemme wird sich Schwejk befreien, um zu guter Letzt wieder mit seinem Freund Woditschka in ihrem Prager Stammlokal zu sitzen.

Erstverfilmung als Puppentrickfilm: "Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk" (Dobrý voják Svejk), CSSR 1954/55, von Jirí Trnka, auch als dreiteilige TV-Serie. Erstverfilmung als Spielfilm: "Der brave Soldat Schwejk in Prag" / "Melde gehorsamst" (Dobrý voják Svejk), CSSR 1956/57, von Karel Stekly. Sequel/Remake: als "Schwejks Flegeljahre", A 1963, von Wolfgang Liebeneiner. Remake: Als sechsteilige TV-Serie "Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk", ZDF 1972, von Wolfgang Liebeneiner.

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Freundlich, aber fad

„Narren sagen, was die Klugen denken“. Schwejks kindliche Sorglosigkeit macht ihn zum weisen Narren, der der Welt den Spiegel vorhält und so dem unsinnigen Militarismus und den bürokratischen Capriolen einer untergehenden kuk Monarchie den Boden entzieht. Weil der Gastwirt das Bild des Kaisers abgehängt hat, auf das „Fliegenschiss“ gekommen war, wird er zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt. Schwejk naiv: „Bissl viel, zehn Jahre. Fünf hätten es doch auch getan“. Dieser böhmische Don Quichotte lebt in seiner Einfalt, seiner Sprache und seinem „Blödsein“. Welch eine Superrolle für einen Schauspieler, der das Naive, aber auch Bauernschlaue dieses einfachen Menschen zu gestalten wüsste! Allerdings gehört zu Schwejk das „Böhmakeln“, dieser besondere Dialekt, der sich bis tief nach Wien hineinzieht und etwa von einem Schauspieler wie Fritz Muliar perfekt beherrscht wird. Doch die Produzenten wollten, dass Rühmann diesen Schwejk spielt. Aber Rühmann findet den Ton nicht. Es gelingt ihm nicht, mit der Rolle eins zu werden. Man sieht und hört Rühmann, aber nicht den Schwejk. So wird der ganze Film eher zu einer matten Veranstaltung, weil auch das anrührend Menschliche, das sich bei der Lektüre von Haseks Text einstellt, nicht recht gelingen will. Rühmanns Schwejk ist eine Kunstfigur, kein beemisches Original. Dann fördert die Regie von Axel von Ambesser (der auch die Zwischentexte spricht) nicht gerade die Lust am Filmischen. Es wird eher breit und ein wenig uninspiriert erzählt. Da laufen die Bilder ab wie gewohnt und selbst ein einfallsreicher Kameramann wie Richard Angst findet nur ein paarmal Perspektiven, die diesen Film etwas auffrischen. Warum sich zwischen Rühmann und seine Rolle eine Art Gazevorhang senkt, der den Charakter des Schwejk unscharf werden lässt, ist schwer zu erklären. Lediglich Ernst Stankovski kann als der geplagte Oberleutnant, der den Krieg am liebsten verbummeln würde und mit Frauenzimmern die Tage und Nächte verbringt, dem Film noch einen Tupfer mitgeben. Sonst aber bleibt der bekannte „Ambesser-Filmeindruck“ zurück: freundlich, aber fad.

Ein Film,der vom Inhalt her

Ein Film,der vom Inhalt her wohl etwas mehr ist,als bloße Unterhaltung.Meisterlich gespielt von Heinz Rühmann,Ernst Stankowsky,Fitz Eckardt u.v.a.
Diesen Film gibt es auf DVD
Mein Urteil: sehr gut
alexander

Credits

Regie:Axel von Ambesser
Drehbuch:Hans Jacoby
Kamera:Richard Angst, Richard R. Rimmel
Schnitt:Hermann Haller, Angelika Appel
Musik:Bernhard Eichhorn
  
Darsteller: 
Heinz RühmannJosef Schwejk
Ernst StankovskiOberleutnant Lukas
Ursula von BorsodyKathi Wendler
Senta BergerGretl
Erika von ThellmannBaronin
Franz MuxenederWoditschka
Hugo GottschlichWachtmeister Flanderka
Jane TildenHausmädchen
Fritz EckhardtRobert Wendler
Michael Janischrussischer Soldat Balun
Fritz Muliarrussischer Soldat Boris
Marisa MellOlly
Rudolf RhombergPolizeispitzel Bretschneider
Edith Elmay
Fritz ImhoffWirt Palivec
Franz Böheim
Karl Fochler
Hans ThimigBeamter
Erik FreyOberst Zillergut
Egon von JordanOberst Schröder
Laszlo Szemere
Alma SeidlerRosa
Erland Erlandsen
Raoul RetzerFeldwebel
Guido Wieland
Hans UnterkircherBeamter
Viktor BraunGendarm
Otto SchmöleGeneralmajor von Schwarzenberg
Wolf HarnischFeldwebel Wannek
Leopold Rudolf1. Arzt
Otto Schenk2. Arzt
Fritz Heller3. Arzt
Herbert Fux
Eduard StavjanikPostenführer
  
Produktionsfirma:CCC Filmproduktion GmbH (Berlin)
Produzent:Artur Brauner

Alle Credits

Regie:Axel von Ambesser
Regie-Assistenz:Karl Stanzl
Drehbuch:Hans Jacoby
hat Vorlage:Jaroslac Hašek (Romanzyklus "Dobry voják Svejk" )
Kamera:Richard Angst, Richard R. Rimmel
Kameraführung:Alfred Westphal
Bauten:Werner Schlichting, Isabella Schlichting
Maske:Josef Coesfeld
Kostüme:Leo Blei
Schnitt:Hermann Haller, Angelika Appel
Ton:Hans Riedl
Musik:Bernhard Eichhorn
  
Darsteller: 
Heinz RühmannJosef Schwejk
Ernst StankovskiOberleutnant Lukas
Ursula von BorsodyKathi Wendler
Senta BergerGretl
Erika von ThellmannBaronin
Franz MuxenederWoditschka
Hugo GottschlichWachtmeister Flanderka
Jane TildenHausmädchen
Fritz EckhardtRobert Wendler
Michael Janischrussischer Soldat Balun
Fritz Muliarrussischer Soldat Boris
Marisa MellOlly
Rudolf RhombergPolizeispitzel Bretschneider
Edith Elmay
Fritz ImhoffWirt Palivec
Franz Böheim
Karl Fochler
Hans ThimigBeamter
Erik FreyOberst Zillergut
Egon von JordanOberst Schröder
Laszlo Szemere
Alma SeidlerRosa
Erland Erlandsen
Raoul RetzerFeldwebel
Guido Wieland
Hans UnterkircherBeamter
Viktor BraunGendarm
Otto SchmöleGeneralmajor von Schwarzenberg
Wolf HarnischFeldwebel Wannek
Leopold Rudolf1. Arzt
Otto Schenk2. Arzt
Fritz Heller3. Arzt
Herbert Fux
Eduard StavjanikPostenführer
  
Sprecher:Axel von Ambesser (Erzähler)
Produktionsfirma:CCC Filmproduktion GmbH (Berlin)
Produzent:Artur Brauner
Herstellungsleitung:Wolf Brauner
Produktionsleitung:Karl Ehrlich
Aufnahmeleitung:Leo Hoeger, Fritz Andraschko, Willy Egger
Dreharbeiten:23.05.1960-08.1960: Atelier Rosenhügel Wien
Erstverleih:Gloria-Film GmbH & Co. Filmverleih KG (München)
Länge:2628 m, 96 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w, Mono
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 13.09.1960, 23335, ab 12 Jahre / feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 22.09.1960, Köln, Ufa-Palast

Titel

Originaltitel (DE) Der brave Soldat Schwejk

Fassungen

Original

Länge:2628 m, 96 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w, Mono
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 13.09.1960, 23335, ab 12 Jahre / feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 22.09.1960, Köln, Ufa-Palast
 

Auszeichnungen

IFF Bordighera 1961
Goldene Olive
Bester Darsteller
 
Golden Globe 1961
Nominierung
 
BMI 1961
Spielfilmprämie
 
FBW 1960
Prädikat. Wertvoll
 
Preis der Deutschen Filmkritik 1960
Beste darstellerische Leistung