Der Jäger von Fall

Der Jäger von Fall

BR Deutschland 1956, Spielfilm

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Knall auf Fall

Wenn sich der Berliner Produzent Kurt Ulrich einen Kassenerfolg sichern wollte, setzte er auf seine Traumlandschaften Lüneburger Heide und Schwarzwald - beide in den früher Fünfzigern hoch im Kurs, weil trümmerfrei. Wenn der Produzent Peter Ostermayr einen Heimatfilm drehen wollte, nahm er sich die Alpen vor. Hausautor für Ulrich war Hermann Löns, Hausautor für Ostermayr Ludwig Ganghofer. So rollt denn das Drama ab. Viele schöne Tierfotos von Gemsen und Murmeltieren, die aber eben geschossen werden, was zu einem Knall von dem Jäger von Fall führt. Also keine Idylle, eher der Riss im Paradies. Thema in den Bergen war damals der Wilderer und sein kriminelles Tun (auch die Leute, die sich keinen Sonntagsbraten in den frühen Fünfzigern leisten konnte, wollten mal an eine Rehkeule kommen). Finstere Elemente turnen durch die Berge, verstecken sich im Wald, geben immer mal wieder einen Schuss ab, Holz splittert, verletzt wird kaum jemand. Dann ist da die Sennerin, die auf dem offenen Kaminfeuer brät und brutzelt und trotz der Entfernung zum nächsten Friseur bestens frisiert und geschminkt ihrem Tun nachgeht. Sie wird umworben - einmal von dem Bösen (mit dem sie ein Kind hat), einmal von dem Guten, nämlich dem Revierförster, der ihr den Hof macht. Sie schneidet das Brot vom großen Laib mit einem Riesenmesser und diese Tätigkeit (die in einem Heidefilm unmöglich wäre) zeigt uns denn auch: zünftig geht‘s zua auf der Alm. - Kameramann Franz Koch hat allerlei farblich Schönes herbeigebracht (oder aus dem Archiv genommen), die wild gezackten Berge geben die Kulisse ab für die dramatische Handlung. Und bei dem großen Absturz, dem der Böse seinen Tod verdankt, von der Brücke über die Klamm, da geht Koch ganz nach unten und filmt das Geschehen in einer hochaufragenden Perspektive. Ganz und gar abwesend ist hingegen der Regisseur, der einstmal im Dritten Reich zu den Bedeutenden gehörte und nach dem Krieg nicht mehr Fuss fassen konnte und mit solch harmlosen Bergepen sein Leben fristete. Da sein Nazi-Filmsündenregister lang war, hält sich Mitgefühl in engen Grenzen.

Credits

Alle Credits

Regie:Gustav Ucicky
Regie-Assistenz:Claus von Boro
Drehbuch:Peter Ostermayr
Kamera:Franz Koch
Kamera-Assistenz:Conrad Storgmair, Josef Koch
Bauten:Carl Ludwig Kirmse
Maske:Franz Mayrhofer, Gerda Scholz-Grosse
Schnitt:Claus von Boro
Ton:Carl Becker
Musik:Giuseppe Becce
  
Darsteller: 
Rudolf Lenz
Traute Wassler
Heinrich Hauser
Paul Richter
Ernst Firnholzer
Alfred Pongratz
Kurt Grosskurth
Beppo Schwaiger
Ernst Reinhold
Peter Mühlen
Klaus Löwitsch
Maria Hellwig
  
Produktionsfirma:Peter Ostermayr-Film KG (München)
Produzent:Peter Ostermayr
Produktionsleitung:Ottmar Ostermayr
Aufnahmeleitung:Ludwig Kühr, Theo Goerge
Länge:2354 m, 86 min
Format:35mm, 1:1.66
Bild/Ton:Agfacolor
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 14.12.1956, 13504, ab 12 Jahre / feirtagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 11.01.1957, Düsseldorf, Apollo

Titel

Originaltitel (DE) Der Jäger von Fall

Fassungen

Original

Länge:2354 m, 86 min
Format:35mm, 1:1.66
Bild/Ton:Agfacolor
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 14.12.1956, 13504, ab 12 Jahre / feirtagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 11.01.1957, Düsseldorf, Apollo
 

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