Der Kongreß tanzt

Der Kongreß tanzt

Deutschland 1931, Spielfilm

Inhalt

Einer der größten Publikumserfolge des frühen deutschen Tonfilms mit dem "Traumpaar" Lilian Harvey und Willy Fritsch: Während des Wiener Kongresses, auf dem die europäischen Regenten 1814 die Neuordnung des Kontinent aushandeln, erlebt die Handschuhmacherin Christel ihr ganz privates Abenteuer. Zunächst wird sie als vermeintliche Attentäterin verhaftet, dann verdreht sie dem russischen Zaren Alexander gehörig den Kopf. Doch als die Nachricht von Napoleons Landung in Frankreich eintrifft, müssen die Herrscher wieder ans Herrschen denken. Der Kongress ist vorbei, und Christel bleibt ohne ihren Alexander in Wien zurück.

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Viel Aufwand um wenig Romanze

UFA-Produzent Erich Pommer machte für dieses ehrgeizige Projekt vier Millionen Reichsmark locker (heute ca. 17 Millionen Euro), um die Hunderte von Komparsen mit zeitechten Kostüme, Hüten und Schuhen zu versehen, Architekt Robert Herlth baute einen Wiener Marktplatz mit buntem Treiben in den Babelsberger Sand, errichtete ganze Häuserzeilen-Kulissen, selbst ein Wiener Weingarten entstand, ganz abgesehen von den immensen Innenräumen, in denen die gekrönten Häupter Europas tagen sollten. Kameramann Carl Hoffmann liess komplizierte Kräne und Masten bauen, damit die Kamera nicht nur über den Weingarten, sondern auch über das Publikum bei der Ballettaufführung fahren kann. Doch wozu? Regisseur Erik Charell kam vom Ballett. Er inszenierte Vorwände, um seine Tanz- und Gesangsnummern unterzubringen. Sie sind ja auch schön anzusehen. Aber Personenführung? Andere Abteilung! Die Story zerfleddert in dem ganzen Aufwand. Lilian Harvey, der zuzuschauen eine Freude ist, sitzt mit ihrem selbstzufrieden lächelnden Zaren (Willy Fritsch) in der Ecke beim Heurigen, glanzlos fotografiert, und man fragt sich, was eine hübsche junge Frau dazu bringt, diesem Esel in Uniform solche Avancen zu machen. OK, wir schauen mit heutigen Augen. Aber den Zauber einer Romanze konnte Charell nicht inszenieren. Er vertat sich in Aufwand. Ausserdem sind die Helden dieses Films eher Robert Gilbert und Werner Richard Heymann, denen einfiel, was wir heute noch nachsummen können: "Das gibt's nur einmal" und "Das muss ein Stück vom Himmel sein". So begann die "Kommerzialisierung des Kinos" (Kaes) in Deutschland.

Credits

Regie:Erik Charell
Drehbuch:Norbert Falk, Robert Liebmann
Kamera:Carl Hoffmann
Schnitt:Viktor Gertler
Musik:Werner Richard Heymann
  
Darsteller: 
Lilian HarveyHandschuhmacherin Christel Weinzinger
Willy FritschZar Alexander von Rußland / Sein Doppelgänger Uralsky
Otto WallburgAdjutant des Zaren Bibikoff
Conrad VeidtStaatskanzler Fürst Metternich
Carl-Heinz SchrothMetternichs Geheimsekretär Pepi
Lil DagoverKomtesse
Alfred AbelKönig von Sachsen
Eugen RexSchwäbischer Gesandter
Alfred GeraschFranzösischer Gesandter
Adele SandrockFürstin
Margarete KupferGräfin
Julius FalkensteinFinanzminister
Max GülstorffBürgermeister von Wien
Paul HörbigerHeurigensänger
Ernst Stahl-NachbaurNapoleon I.
Sergius SaxRussischer Diener
Trude Brionne
Franz Nicklisch
Hermann Blaß
  
Produktionsfirma:Universum-Film AG (UFA) (Berlin)
Produzent:Erich Pommer

Alle Credits

Regie:Erik Charell
Regie-Assistenz:Paul Martin, Basil Ruminow
Regie-Volontär:Kurt Hoffmann
Drehbuch:Norbert Falk, Robert Liebmann
Kamera:Carl Hoffmann
Optische Spezialeffekte:Theodor Nischwitz
Standfotos:Horst von Harbou
Bauten:Robert Herlth, Walter Röhrig
Maske:Emil Neumann, Maria Jamitzky, Oscar Schmidt, Hermann Rosenthal
Kostüme:Ernst Stern
Schnitt:Viktor Gertler
Ton:Fritz Thiery
Choreografie:Boris Romanoff
Musik:Werner Richard Heymann
Musikalische Vorlage:Franz Schubert (Deutsche Tänze), Aram Iljitsch Chatschaturjan (Säbeltanz aus "Gajane")
Dirigent:Werner Richard Heymann
Liedtexte:Robert Gilbert
  
Darsteller: 
Lilian HarveyHandschuhmacherin Christel Weinzinger
Willy FritschZar Alexander von Rußland / Sein Doppelgänger Uralsky
Otto WallburgAdjutant des Zaren Bibikoff
Conrad VeidtStaatskanzler Fürst Metternich
Carl-Heinz SchrothMetternichs Geheimsekretär Pepi
Lil DagoverKomtesse
Alfred AbelKönig von Sachsen
Eugen RexSchwäbischer Gesandter
Alfred GeraschFranzösischer Gesandter
Adele SandrockFürstin
Margarete KupferGräfin
Julius FalkensteinFinanzminister
Max GülstorffBürgermeister von Wien
Paul HörbigerHeurigensänger
Ernst Stahl-NachbaurNapoleon I.
Sergius SaxRussischer Diener
Trude Brionne
Franz Nicklisch
Hermann Blaß
  
Produktionsfirma:Universum-Film AG (UFA) (Berlin)
Produzent:Erich Pommer
Produktionsleitung:Eberhard Klagemann
Aufnahmeleitung:Eduard Kubat
Dreharbeiten:01.06.1931-13.08.1931: Freigelände Neubabelsberg; Ufa-Atelier Neubabelsberg
Erstverleih:UFA-Filmverleih GmbH (Berlin)
DVD-Erstanbieter:Universum Film GmbH (München)
Länge:2764 m, 101 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:Zensur (DE): 28.09.1931, B.29993, Jugendverbot
Aufführung:Uraufführung (AT): 29.09.1931, Wien, Scala

Titel

Originaltitel (DE) Der Kongreß tanzt

Fassungen

Original

Länge:2764 m, 101 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:Zensur (DE): 28.09.1931, B.29993, Jugendverbot
Aufführung:Uraufführung (AT): 29.09.1931, Wien, Scala
 

Prüffassung

Länge:94 min
Format:DVD, 4:3
Bild/Ton:s/w, Dolby Digital
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 10.10.2005, 03036, ohne Altersbeschränkung
Aufführung:Veröffentlichung (DE): 10.10.2005, DVD
 
Länge:2768 m, 101 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:Zensur (DE): 09.10.1931, B.30102, Jugendverbot
Aufführung:Kinostart (DE): 23.10.1931, Berlin, Ufa-Palast am Zoo
 
Länge:2754 m, 101 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:Zensur (DE): 01.10.1937, O.07884, Verbot;
Zensur (DE): 31.10.1931, B.30283, Jugendfrei
 
Länge:2315 m, 85 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w, Mono
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 07.08.1951, 03036, Jugendfrei / nicht feiertagsfrei
Aufführung:TV-Erstsendung (DE): 17.08.1963, ZDF