Der Zigeunerbaron

Der Zigeunerbaron

BR Deutschland / Frankreich 1962, Spielfilm

Kommentare

Sie haben diesen Film gesehen? Dann freuen wir uns auf Ihren Beitrag!

Rheinischer Frohsinn in der ungarischen Tiefebene

Konnte Carlos Thompson singen? Schaffte er das zweigestrichene C? Er sieht so viril aus - schlank, sportlich, mit einem Lächeln, das Frauenknie weich werden lässt, einem Mund, der sinnlich und kraftvoll zugleich ist (Heidi Brühl ist von seinem spontanen Kuss total benommen) - ein Mann wie aus dem Bilderbuch. Aber singen? Das erledigt hier Fritz Wunderlich, einer der Besten in den 50er Jahren, ein strahlender, vollendeter Tenor, der mit seiner jubelnden Stimme Herzen mitreissen, Verkrampfungen lösen konnte. Wenn er „Ja, das Alles auf Ehr“ schmettert, dann sitzt das zweigestrichene C mit einer Brillanz, dass dem Zuhörer die Sicherung rausfliegt. Herrlich! Die Beiden zusammen - Thompson für das Bild, Wunderlich für die Stimme - zaubern Film-Operettenglück. Produzent Kurt Ulrich langte tief in die Tasche für so eine Besetzung. Dafür nimmt man dann in Kauf, dass dieser Czupan (Willy Millowitsch) rheinischen Frohsinn in die ungarische Tiefebene trägt. Karneval am Balaton. Der Mann scheint nur aus Lachen, Saufen und Was-kostet-die-Welt zu bestehen. Er soll ein Schlitzohr, ein Viehhändler, ein Betrüger sein? In dieser Rolle war Oskar Sima 1954 nahezu eine Idealbesetzung. Regisseur Kurt Wilhelm fuhr die verkitschte Zigeunerromantik etwas zurück, ersetzte sie durch Rauf- und Fechtszenen. Die ursprüngliche Story hat Heinz Oskar Wuttig bis zur Totaldestruktion umgeschrieben, vor lauter Festen und Besäufnissen mit farbenfrohen (jugoslawischen) Komparsen bleibt für die Zeichnung der Charaktere keine Zeit mehr. Die Französin Danièle Gaubert schaupielert wenig, zieht und zupft aber so charmant an ihrer ärmellosen Bluse, dass ihr Busen zur Hauptrolle wird. Natürlich ist sie keine Zigeunerin. Genauso wenig wie Heidi Brühl die Tochter des Schweinezüchters sein kann - zu jung, zu unerfahren, zu puppig. Thompson allerdings lässt den Barinkay von Gerhard Riedmann aus der 54er Verfilmung aussehen wie einen Milchbubi. Der Gesang jedoch, der Gesang ist hier einfach - herrlich!

Credits

Alle Credits

Regie:Kurt Wilhelm
Drehbuch:Walter Supper, Vineta Bastian-Klinger, Tibor Yost
Adaption:Heinz Oskar Wuttig
hat Vorlage:Johann Strauß jr. (Operette), Ignaz Schnitzer (Libretto), Mór Jókai (Novelle "Saffi")
Kamera:Willi Sohm
Bauten:Friedhelm Boehm, Walter Dörfler, Kosta Krivokapić
Maske:Jutta Stroppe, Werner Schröder
Kostüme:Lucia Giebisch
Schnitt:Martha Dübber
Ton:Bozidar Vukadinovic
Musik:Rolf A. Wilhelm
  
Darsteller: 
Carlos ThompsonSandor von Barinkay
Heidi BrühlArsena
Willy MillowitschKalman Zsupan
Danièle GaubertSaffi
Félix MartenIstvan Homonay
Peer SchmidtErnö
Ida EhreCzipra
Pierre ParelPali, ein Zigeuner
Maurice TeynacCarnero
Stanislav LedinekMischka
Walter GrossRichter
  
Produktionsfirma:Berolina Filmproduktion Kurt Ulrich GmbH (Berlin/West), Comptoir d'Expansion Cinématographique (C.E.C) (Paris)
Produzent:Heinz Willeg
Executive Producer:Kurt Ulrich
Produktionsleitung:Mihajlo Rasić
Aufnahmeleitung:Velimir Jakovljevic
Länge:2819 m, 103 min
Format:35mm
Bild/Ton:Eastmancolor, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 29.08.1962, 28800, ab 6 Jahre / nicht feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung: 28.09.1962 [Massenstart]

Titel

Originaltitel (DE) Der Zigeunerbaron
Originaltitel (FR) Princesse Tzigane

Fassungen

Original

Länge:2819 m, 103 min
Format:35mm
Bild/Ton:Eastmancolor, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 29.08.1962, 28800, ab 6 Jahre / nicht feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung: 28.09.1962 [Massenstart]
 

Übersicht

Fotogalerie

Alle Fotos (2)

Materialien

Literatur

KOBV-Suche