Die Dreigroschenoper

Die Dreigroschenoper

BR Deutschland / Frankreich 1962/1963, Spielfilm

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Dreigroschenoper auf Gummirädern

Da wird schon mal die Atemluft knapp. Diese „Dreigroschenoper“ kommt ohne Biss und Provokation daher, eher weichgespült, in Farbe getaucht, auf Cinemascope gedehnt und letztlich „wie auf Gummirädern“ (Ramseger). Staudte liess sich vor den Karren einer chaotischen Produktion spannen. Drei Jahre dauerte die Vorbereitung, unzählige Autoren und Regisseure wurden verschlissen und dann setzte Produzent Kurt Ulrich (mit französischem Geld) durch: Curd Jürgens ist der Mackie, June Ritchie die Polly, Hildegard Knef die Jenny und Lino Ventura der Tiger Brown. Damit alle (Film-)Märkte dieser Welt bedient seien. So beginnt der Film ausgerechnet mit Sammy Davis, der aus dem Mackiemesser Song einen Swing mit Big Band macht - auf Englisch. Damit auch die Deutschen alles verstehen, wiederholt dann der Chor des bunten Treibens auf dem Jahrmarkt das Ganze noch mal in deutsch. Waren die Filmemacher bei Sinnen? Warum Sammy? Warum Lino Ventura? – wenn doch dieser Mann kein deutsch kann, sich einen Schnurres ankleben lassen musste, damit man nicht so genau sieht, wie wenig lippensynchron er spricht. Martin Hirthe leiht ihm die deutsche Stimme. Und Curd Jürgens? Ihm fehlt das Dämonische des Mackie, das frivol-Bissige. Er ist eher der bräsige alte Herr mit den Glacéhandschuhen. Nur als er mit Hildegard Knef das Bordell besingt, „das unser Haushalt war“, da kommt dann Freude und schauspielerische Verve auf. Staudte hat klug das Ganze in einem Bühnenrahmen gelassen (farbenfrohe Deko und Kostüme von Hein Heckroth) und erreicht damit eine wirkungsvolle Geschlossenheit. Doch hier entstand eine Revue, ein Musical in Farbe, dessen Musik von Peter Sandloff so arrangiert wurde, dass von dem ursprünglichen „Rüpelspiel“ nichts mehr bleibt. Viele Köche verderben den Brei – ob dieses Vorhaben Staudte ab einem gewissen Punkt einfach nur noch gleichgültig war?

Credits

Regie:Wolfgang Staudte
Drehbuch:Wolfgang Staudte, Günther Weisenborn
Kamera:Roger Fellous
Schnitt:Wolfgang Wehrum
Musik:Kurt Weill
  
Darsteller: 
Curd JürgensMacheath, genannt Mackie Messer
Hildegard KnefSpelunken-Jenny
Gert FröbeBettlerkönig J. J. Peachum
Hilde HildebrandFrau Celia Peachum
June RitchieTochter Polly Peachum
Lino VenturaPolizeichef Tiger Brown
Marlene WarrlichTochter Lucy Brown
Walter GillerBettler Filch
Hans W. HamacherKonstabler Smith
Henning SchlüterPastor Kimball
Hans ReiserFremdenführer
Siegfried WischnewskiMünz-Matthias, genannt die "Platte"
Walter FeuchtenbergHakenfinger-Jakob, genannt die "Platte"
Stanislav LedinekSäge-Robert, genannt die "Platte"
Martin BerlinerTrauerweiden-Walter, genannt die "Platte"
Max StrassbergEde, genannt die "Platte"
Stefan WiggerJimmy, genannt die "Platte"
Robert Manuel1. Henker
Jürgen Feindt2. Henker
Adeline WagnerSuky Tawdry
Erna Haffner1. Hure
Clessia Wade2. Hure
Jacqueline Pierreux3. Hure
Sammy Davis jr.Moritatensänger
  
Produktionsfirma:Kurt Ulrich Film GmbH (Berlin), Comptoir d'Expansion Cinématographique (C.E.C) (Paris)
Produzent:Kurt Ulrich

Alle Credits

Regie:Wolfgang Staudte
Regie-Assistenz:Wieland Liebske
Drehbuch:Wolfgang Staudte, Günther Weisenborn
hat Vorlage:Bertolt Brecht (Bühnenstück), Kurt Weill (Bühnenstück)
Kamera:Roger Fellous
Kamera-Assistenz:Hugo Schott, Karl Breselow, Georg Mondi
Bauten:Hein Heckroth, Friedhelm Boehm (Assistenz), Gerd Kraus (Assistenz)
Requisite:Horst Mischke, Helmuth Stellmach
Maske:Fredy Arnold, Jutta Stroppe
Kostüme:Hein Heckroth, Friedhelm Boehm (Assistenz), Gerd Kraus (Assistenz)
Garderobe:Hermann Belitz, Charlotte Jungmann
Schnitt:Wolfgang Wehrum
Schnitt-Assistenz:Lilo Schumacher, Barbara Möller
Ton:Fritz Schwarz, Hans Löhmer
Musik:Kurt Weill
Dirigent:Peter Sandloff
  
Darsteller: 
Curd JürgensMacheath, genannt Mackie Messer
Hildegard KnefSpelunken-Jenny
Gert FröbeBettlerkönig J. J. Peachum
Hilde HildebrandFrau Celia Peachum
June RitchieTochter Polly Peachum
Lino VenturaPolizeichef Tiger Brown
Marlene WarrlichTochter Lucy Brown
Walter GillerBettler Filch
Hans W. HamacherKonstabler Smith
Henning SchlüterPastor Kimball
Hans ReiserFremdenführer
Siegfried WischnewskiMünz-Matthias, genannt die "Platte"
Walter FeuchtenbergHakenfinger-Jakob, genannt die "Platte"
Stanislav LedinekSäge-Robert, genannt die "Platte"
Martin BerlinerTrauerweiden-Walter, genannt die "Platte"
Max StrassbergEde, genannt die "Platte"
Stefan WiggerJimmy, genannt die "Platte"
Robert Manuel1. Henker
Jürgen Feindt2. Henker
Adeline WagnerSuky Tawdry
Erna Haffner1. Hure
Clessia Wade2. Hure
Jacqueline Pierreux3. Hure
Sammy Davis jr.Moritatensänger
  
Produktionsfirma:Kurt Ulrich Film GmbH (Berlin), Comptoir d'Expansion Cinématographique (C.E.C) (Paris)
Produzent:Kurt Ulrich
Herstellungsleitung:Heinz Willeg
Aufnahmeleitung:Karl Helmer, Erwin Dräger
Geschäftsführung:Hildegard Samson
Dreharbeiten:22.10.1962-11.12.1962: Ufa-Ateliers, Berlin-Tempelhof
Erstverleih:Gloria-Film GmbH & Co. Filmverleih KG (München)
Länge:3402 m, 124 min
Format:35mm, 1:2,35 (Franscope)
Bild/Ton:Eastmancolor, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 07.02.1963, 29713, ab 16 Jahre / nicht feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 28.02.1963, München, Gloria-Palast

Titel

Originaltitel (DE) Die Dreigroschenoper
Weiterer Titel (FR) L'opera de quat'sous

Fassungen

Original

Länge:3402 m, 124 min
Format:35mm, 1:2,35 (Franscope)
Bild/Ton:Eastmancolor, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 07.02.1963, 29713, ab 16 Jahre / nicht feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 28.02.1963, München, Gloria-Palast