Die Ehe des Herrn Mississippi

Die Ehe des Herrn Mississippi

Schweiz / BR Deutschland 1961, Spielfilm

Inhalt

Verfilmung der schwarzen Komödie von Friedrich Dürrenmatt: Die beiden Freunde Mississippi und Saint Claude haben den idealistischen Vorsatz getroffen, die Welt zu verändern: Während Mississippi als christlich-gläubiger Jurist in Oxford Karriere macht, plant Saint-Claude in Moskau die Weltrevolution. 25 Jahre vergehen. Saint Claude ist mittlerweile ums Leben gekommen. Bei einem treffen mit Saint-Claudes trauernder Frau Anastasia erfährt Mississippi, der ebenfalls seine Frau verloren hat, dass sein Freund eine Affäre mit seiner Gattin hatte – und es zeigt sich, dass sowohl Anastasia, als auch Mississippi ihre Eheleute vergifteten! Von Schuldgefühlen geplagt, heiratet Mississippi die Witwe seines Freundes. Dann aber beginnt Anastasia eine Affäre mit dem Justizminister...

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Permafrost bei den Mississippis

Was hätte man für einen grandiosen Film drehen können mit Schauspielern wie O.E. Hasse, Johanna von Koczian, Martin Held, Charles Regnier und Hansjörg Felmy! Wenn, ja wenn da nicht dieses eilig zusammengeschusterte Drehbuch des Herr Dürrenmatt gewesen wäre, der eine böse Politsatire schreiben wollte, sich an seinen eigenen Formulierungen berauschte („Ehe als Strafe für Mord“), mal so richtig hinlangen wollte, Tabus brechen und dieser Gesellschaft ihr Selbstverständnis um die Ohren schlagen. O.E. Hasse spielt den Generalstaatsanwalt, der selber ein Verbrecher ist und dann fordert, dass das Gesetz Mose wieder eingeführt wird, Ehebruch mit dem Tode bestraft wird und dass er endlich seinen Mord an seiner Frau, die ihn hinterging, gestehen darf. Reichlich verwirrend. Ruppig und unangenehm Martin Held als kommunistischer Umstürzler, der die schöne Johanna von Koczian kalt lächelnd auffordert: „Wenn sie mich loswerden wollen, müssen sie einmal mit mir schlafen“. Und was tut die Koczian? Sie lächelt böse. Ob Kurt Hoffmann nicht gemerkt hat, dass die Darsteller vollkommen steif und unfrei herumstehen? Charles Regnier darf schleimig und frostig vom Bett aus regieren, er weiss alles, durchschaut alles und kennt nur bodenlosen Zynismus. Wo ist hier der Sinn? Wo ist die Doppelbödigkeit? O.E. Hasse zur Koczian: „Du bist nicht meine Passion, du bist mein Hobby!“. Von Liebe - aber bitte doch - natürlich keine Spur. Schließlich der Satz: „Die Welt muss geändert werden.“ Na klar. Und dazu (ver-)braucht Hoffmann so erstklassige Schauspieler? Die Kameraarbeit von Sven Nykvist geht sehr differenziert mit Licht und Schatten um. Aber die Frage bleibt: was verbirgt sich dahinter? Luftblasen eines (damals) noch nicht so bekannten Autors? Hoffmanns Gesellschaftskritik? Etwa eine Komödie oder nur eine kalte Parodie auf unser allzu behäbiges Dasein (der Film wurde in der Schweiz gedreht)? Menschen aus Fleisch und Blut jedoch kommen hier nicht vor. Eher Ideen im Smoking. Man sieht es mit Befremden.

Credits

Regie:Kurt Hoffmann
Drehbuch:Friedrich Dürrenmatt
Kamera:Sven Nykvist
Schnitt:Hermann Haller
Musik:Hans-Martin Majewski
  
Darsteller: 
O. E. HasseFlorestan Mississippi
Johanna von KoczianAnastasia
Martin HeldFrédéric René Saint-Claude
Hansjörg FelmyGraf Bodo von Übelohe-Zabernsee
Charles RegnierJustizminister Sir Thomas Jones
Karl LieffenSantamaria
Max HauflerVan Bosch
Ruedi WalterMcGoy
Edith HanckeLukretia
Hans Ernst JägerSchlender
Otto GrafMinisterpräsident
Tilo von BerlepschAußenminister
Heinz SpitznerInnenminister
Kunibert GensichenInformationsminister
Herbert WeißbachFinanzminister
Heinrich GiesKriegsminister
Siegmar SchneiderOberst
Jochen A. BlumeSekretär Beuss
Otto BramlSenator King
Kurt BuechelerChatterley
Arthur SchröderProfessor Haberkern
Gudrun GenestKanzlistin
Anneliese WürtzSchwester
Walter MorathReisebüroangestellter
Joachim BoldtPolizeileutnant
  
Produktionsfirma:Praesens Film AG (Zürich), CCC Filmproduktion GmbH (Berlin)
Produzent:Lazar Wechsler, Artur Brauner

Alle Credits

Regie:Kurt Hoffmann
Regie-Assistenz:Eberhard Schroeder
Script:Ursula Müller
Drehbuch:Friedrich Dürrenmatt
Drehbuch-Mitarbeit:Hans Schweikart, Kurt Hoffmann
hat Vorlage:Friedrich Dürrenmatt (Bühnenstück)
Kamera:Sven Nykvist
Kameraführung:Herbert Müller
Kamera-Assistenz:Peter Wester
Standfotos:Li Erben
Bauten:Otto Pischinger, Herta Pischinger
Requisite:Günter Beer, Günter Franke, Fritz Moritz (Assistenz)
Maske:Alois Woppmann, Ursula Mrukwa
Kostüme:Charlotte Flemming
Garderobe:Walter Schreckling, Margarete Markwordt, Kurt Sobania
Schnitt:Hermann Haller
Ton:Clemens Tütsch
Ton-Assistenz:Bruno Kohler, Alfred Braun
Musik:Hans-Martin Majewski
  
Darsteller: 
O. E. HasseFlorestan Mississippi
Johanna von KoczianAnastasia
Martin HeldFrédéric René Saint-Claude
Hansjörg FelmyGraf Bodo von Übelohe-Zabernsee
Charles RegnierJustizminister Sir Thomas Jones
Karl LieffenSantamaria
Max HauflerVan Bosch
Ruedi WalterMcGoy
Edith HanckeLukretia
Hans Ernst JägerSchlender
Otto GrafMinisterpräsident
Tilo von BerlepschAußenminister
Heinz SpitznerInnenminister
Kunibert GensichenInformationsminister
Herbert WeißbachFinanzminister
Heinrich GiesKriegsminister
Siegmar SchneiderOberst
Jochen A. BlumeSekretär Beuss
Otto BramlSenator King
Kurt BuechelerChatterley
Arthur SchröderProfessor Haberkern
Gudrun GenestKanzlistin
Anneliese WürtzSchwester
Walter MorathReisebüroangestellter
Joachim BoldtPolizeileutnant
  
Produktionsfirma:Praesens Film AG (Zürich), CCC Filmproduktion GmbH (Berlin)
Produzent:Lazar Wechsler, Artur Brauner
Produktionsleitung:Max Dora
Aufnahmeleitung:Fritz Anton, Georg Kroschel, Peter Möschlin
Produktions-Assistenz:Regina Maack
Geschäftsführung:Kurt Rose
Buchhaltung:Martin Hartmann
Dreharbeiten:16.01.1961-03.1961: Zürich; CCC-Studios Berlin-Spandau
Erstverleih:Ufa Film Hansa GmbH & Co. (Hamburg)
Länge:2589 m, 95 min
Format:35mm, 1:1,66
Bild/Ton:s/w, Mono
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 29.05.1961, 25287, ab 18 Jahre / nicht feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 24.06.1961, Berlin, IFF;
Kinostart (DE): 05.07.1961;
TV-Erstsendung (DE): 24.08.1967, ARD

Titel

Originaltitel (CH DE) Die Ehe des Herrn Mississippi

Fassungen

Original

Länge:2589 m, 95 min
Format:35mm, 1:1,66
Bild/Ton:s/w, Mono
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 29.05.1961, 25287, ab 18 Jahre / nicht feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 24.06.1961, Berlin, IFF;
Kinostart (DE): 05.07.1961;
TV-Erstsendung (DE): 24.08.1967, ARD
 

Auszeichnungen

IFF Bordighera 1963
Goldene Olive
 
1963
Züricher Filmpreis
 

Übersicht

Verfügbarkeit

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Materialien

Literatur

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