Die verpfuschte Hochzeitsnacht

Die verpfuschte Hochzeitsnacht

BR Deutschland 1957, Spielfilm

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Weisers welker Wortwitz

Wer in den fünziger Jahren ein „Film-Lustspiel“ schreiben wollte, benutzte die gängigen „Lustspiel-Bausteine“. Einer davon war die Schwiegermutter, denn sie gilt als komisch. Weil sie zänkisch ist, rechthaberisch, eigensinnig, zuviel redet und immer dann auftaucht, wenn sie niemand erwartet oder braucht. Dagegen sind Schwiegerväter nicht komisch und meist gar nicht vorhanden. Kindererziehung ist Frauensache! Wer solche Klischees bedient, hat schon die Besetzungsliste mitgeschrieben: sie - Grethe Weiser, er - austauschbar. So auch hier. Eröffnungsdialog vor dem Standesamt. Die Weiser zu ihrer Filmtochter: „Ich war von Anfang an gegen deine Ehe“. Die Tochter: „Wie kannst du sowas sagen, Mama! Peter ist der liebste und beste Mensch auf der Welt“. Die Mutter: „Rede doch nicht so furchtbar viel Unsinn. Wie kannst du in deinen Jahren beurteilen, ob Peter der liebste und beste Mensch auf der Welt ist. ICH kann das beurteilen - eine Frau mit meiner Erfahrung“. Die Tochter: „Willst du uns die ganze Hochzeit verpatzen?“ Ja natürlich will die Film-Mama in ihrem teuren Pelz die Hochzeit verpatzen. An Liebe glaubt sie nicht (mehr). Nur an ihre eigenen Interessen. (Haben die Autoren diese Szene mit der Weiser aus „Geld aus der Luft“ 1954 abgeschrieben?). Nun wird Doris Kirchner als die Braut in spe immer verzagter, der kecke Claus Biederstaedt rauft sich die Haare und als schließlich der tölpelige Zugschaffner von Balduin Baas noch die Schwiegermama in den Zug hievt, da wird wahrlich aus der Hochzeitsnacht nichts, dafür aber spielen die Waggons von Touropa (diskret ins Bild gebracht) die Hauptrolle. Die Vorhänge der Abteile sind verhängt, sodass nicht dauernd Rückpro-Landschaften vorbeiflitzen müssen. Von Abteil zu Abteil hakelt sich die Story und wenn nicht das Temperament von Dietmar Schönherr als leicht erregbarem Alessandro und der knurrig hinterlistige Rudolf Vogel mitspielten - wir wären im harten Kinositz in einen Dauerschlaf gefallen. Trotz oder wegen der witzlosen Kapriolen der Weiser.

Credits

Alle Credits

Regie:Wolfgang Schleif
Drehbuch:Hans Rameau
  
Darsteller: 
Grethe Weiser
Rudolf Vogel
Kurt Grosskurth
  
Produktionsfirma:Corona Filmproduktion GmbH (München)
Länge:2382 m, 87 min
Format:35mm, 1:1,37
Bild/Ton:s/w, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 21.03.1957, 14138, ab 16 Jahre / nicht feiertagsfrei
Aufführung:Kinostart (DE): 20.04.1957

Titel

Originaltitel (DE) Die verpfuschte Hochzeitsnacht

Fassungen

Original

Länge:2382 m, 87 min
Format:35mm, 1:1,37
Bild/Ton:s/w, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 21.03.1957, 14138, ab 16 Jahre / nicht feiertagsfrei
Aufführung:Kinostart (DE): 20.04.1957
 

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