Du darfst nicht länger schweigen

Du darfst nicht länger schweigen

BR Deutschland 1955, Spielfilm

Inhalt

Liebesdrama über zwei Generationen: Ein nordisches Fischerdorf, umgeben von sturmgepeitschter See. Hier ist der Fischer Haldor zuhause. Seine Hochzeit mit der stolzen Salvör steht unmittelbar bevor. Da wird er bei einem Sturm auf eine Insel verschlagen und verliebt sich dort in das Bauernmädchen Maria. Als er erfährt, dass Maria ein Kind von ihm erwartet, holt er sie zu sich. Salvör hasst ihn dafür und heiratet einen reichen Kaufmann. Zwanzig Jahre später verlieben sich Haldors Tochter Gunna und Salvörs Sohn Ragnar ineinander. Jetzt erst erfährt Haldor von Salvör, dass Ragnar sein Sohn ist...

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Des Meeres und der Liebe Stürme

Wo fühlten sich die Deutschen in den Fünfzigern am wohlsten, wenn sie an der Kinokasse anstanden? Beim Melodram! So auch hier. Der virile Halldor (Wilhelm Borchert) hat ein Verhälrnis mit zwei Frauen. Die Magd Salvör (Heidemarie Hatheyer) und die blutjunge Maria (Ingrid Andree). Als er die Geschmacklosigkeit begeht, die schwangere Maria der nichts-ahnenden Salvör als neue Hausfrau zu präsentieren, da nimmt Salvör den Gürtel, den ihr der Untreue vermacht hat, und zieht ihn ihm durch das Gesicht. Sie verlässt das Haus und verbandelt sich mit dem Kaufmann Samuelsen (Werner Hinz), den sie schätzt, aber nicht liebt. Zwanzig Jahre später verlieben die Kinder der beiden Paare sich ineinander und nun kommt es heraus, dass sie Bruder und Schwester sind, denn auch Salvör war von Halldor schwanger. Inzest im hohen Norden! Wohltuend endet der Film da - nicht bevor der ewig finstere Halldor beim Sturm im (Atelier) versinkt. Brausende Wellen, rauschend-kurzes Glück, drohende Naturgewalten, ungezügelte Leidenschaften... Borchert spielt so unterkühlt, so dunkel, dass man seine Abwesenheit (durch Ertrinken) kaum wahrnimmt. Die Hatheyer aber, Deutschlands liebste unglücklich Leidende jener Jahre, soll Hass spielen. Aber Autor Stemmle hielt es für richtig, den Hass dieser Frau lediglich erzählen zu lassen, anstatt ihn bildlich umzusetzen. So ist der Zuschauer verwundert, dass der Halldor nicht einmal in dem Laden des Herrn Samuelsen einkaufen durfte. Samuelsen wiederum ist zu schwach, sich gegen die Rachegelüste seiner gekränkten Frau durchzusetzen. Dazu hat Jud-Süß-Komponist Wolfgang Zeller donnerndes Orchestertoben geschrieben, mit Anleihen an Griegs Peer Gynt. Leider hängt dieses Melodram inmitten arg durch, weil die Dramaturgie nicht stimmt. Man wollte zuviel und erreichte zu wenig. „Das Weib ist des Mannes Haus“ heißt es. Man lernt nicht aus.

Credits

Regie:Robert A. Stemmle
Drehbuch:Robert A. Stemmle
Kamera:Helmuth Ashley
Musik:Wolfgang Zeller
  
Darsteller: 
Clemens Hasse
Walter Bluhm
Heidemarie HatheyerSalvör
Wilhelm BorchertHaldor Bessanson
Werner HinzSamuelsen
Ingrid AndreeMaria und Gunna, deren Tochter
Lucie MannheimLobba, die Magd
Paul HenckelsKnut, Allerhandmann
Piet ClausenRagnar, Salvörs Sohn
  
Produktionsfirma:Alfred Greven Film GmbH (Düsseldorf)
Produzent:Alfred Greven

Alle Credits

Regie:Robert A. Stemmle
Drehbuch:Robert A. Stemmle
hat Vorlage:Kristmann Guðmundsson ((Roman "Morgen des Lebens", 1929))
Kamera:Helmuth Ashley
Musik:Wolfgang Zeller
  
Darsteller: 
Clemens Hasse
Walter Bluhm
Heidemarie HatheyerSalvör
Wilhelm BorchertHaldor Bessanson
Werner HinzSamuelsen
Ingrid AndreeMaria und Gunna, deren Tochter
Lucie MannheimLobba, die Magd
Paul HenckelsKnut, Allerhandmann
Piet ClausenRagnar, Salvörs Sohn
  
Produktionsfirma:Alfred Greven Film GmbH (Düsseldorf)
Produzent:Alfred Greven
Produktionsleitung:Alfred Greven
Länge:2629 m, 96 min
Format:35mm, 1:1,37
Bild/Ton:s/w, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 22.09.1955, 10695, ab 12 Jahre / feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 28.10.1955, Frankfurt am Main, Bieberbau

Titel

Originaltitel (DE) Du darfst nicht länger schweigen
Verleihtitel (AT) Das Geheimnis einer Mutter
Weiterer Titel (DE) Es geschah unter der Mitternachtssonne

Fassungen

Original

Länge:2629 m, 96 min
Format:35mm, 1:1,37
Bild/Ton:s/w, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 22.09.1955, 10695, ab 12 Jahre / feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 28.10.1955, Frankfurt am Main, Bieberbau
 

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