Ein Mädchen aus Flandern

Ein Mädchen aus Flandern

BR Deutschland 1955/1956, Spielfilm

Inhalt

Nach der Novelle "Das Engele von Loewen" von Carl Zuckmayr: Alexander Haller, ein deutscher Offizier, verliebt sich 1914 zu Beginn des Ersten Weltkrieges in das flandrische Mädchen Angeline. Nach einer schweren Verwundung kommt er erst 1917 zurück, gesteht ihr seine Liebe – doch beide werden wieder getrennt. Angeline wird der Sabotage verdächtigt, kommt in ein Strafgefangenenlager und landet schließlich in einem Bordell in Brüssel. Eines Tages steht Alexander vor ihr. Er soll vor ein Kriegsgericht kommen, da er einem verwundeten feindlichen Soldaten geholfen hat. Doch das Ende des Krieges ist nah.

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Happyend im Untergang

Noch unter dem Vorspann schwenkt die Kamera über die weite ebene Landschaft von Flandern, die Reihe von Pappeln, den langen Kanal mit der Windmühle und endet bei einem Biwak von deutschen Soldaten, die vor der Dorfkneipe „In den Paradis Appelen“, rasten. Unter diesen Schwenk hat Bernhard Eichhorn eine Musik gelegt, die zart und melodisch zu den Bildern den Kontrapunkt setzt. Der Komponist weiss mehr als der Zuschauer. Die Einstimmung ist harmonisch, bis zu dem Moment, wo Leutnant Haller (Maximilian Schell) einen Kameraden fragt: „Hast Du Angst?“ Da verstummt die Musik. Oktober 1914, einen Tag vor der mörderischen Schlacht von Langemark. „Als Sohn eines Generals musst Du ja den Helden spielen“, verabschiedet der Soldat den Leutnant. - Ein Film über den Krieg, die Sinnlosigkeit des gegenseitigen Tötens. Vor diesem Hintergrund entwickelt Käutner (nach Zuckmayers Vorlage) eine zarte Liebesgeschichte. Es wird viel französisch geredet, manchmal mit Untertiteln übersetzt. Da ist Käutner Realist. Doch die anfängliche Musik zeigt bereits, wie Käutner inszeniert. Schreckliche Kriegsbilder, Schicksale, Verhaftungen auf der einen Seite und auf der anderen eine deutlich unterspielte Liebesgeschichte, die vor allem durch Angeline (Nicole Berger) nicht richtig an Emotion gewinnt. Wird die Liebesgeschichte zu einer Illustration des Krieges? Oder umgekehrt? Weiche Kanten statt harten Ecken - keine Staudtische Unerbittlichkeit. Happyend im Untergang. Leider herrscht ein merkwürdiges Ungleichgewicht bei den Schauspielern. Viktor de Kowa, zwielichtig-elegant, Fritz Tillmann, polternd scharf, Friedrich Domin, hölzern starr - sie alle spielen das Paar Schell/Berger mühelos an die Wand. Kameramann Friedl Behn-Grund scheint bei aller handwerklichen Souveränität auch zu schwanken: soll das Licht nun „schön“ sein oder dokumentarisch hart? Ein unentschiedener Film.

Vor dem Hintergrund des

Vor dem Hintergrund des brutalen Geschehens des1.Weltkrieges finden sich ein flandrisches Mädchen und ein deutscher Offizier.
Leider ist dieser Film etwas in Vergessenheit geraten,zu Unrecht!Denn Käutner zeigt uns auch die ganze Unsinnigkeit eines Krieges.
Mein Urteil: sehr gut
Diesen Film gibt es leider nicht auf DVD.
alexander

Credits

Alle Credits

Regie:Helmut Käutner
Regie-Assistenz:Erica Balqué, Karl-Heinz Deickert
Drehbuch:Heinz Pauck, Helmut Käutner
hat Vorlage:Carl Zuckmayer (Novelle "Engele von Loewen")
Kamera:Friedl Behn-Grund
Kameraführung:Dieter Wedekind
Kamera-Assistenz:Richard Weihmayr
Standfotos:Michael Marszalek
Bauten:Emil Hasler, Walter Kutz
Maske:Max Patyna, Ursula Mrukwa
Kostüme:Manon Hahn
Schnitt:Anneliese Schönnenbeck
Schnitt-Assistenz:Eva Strohmer
Ton:Oskar Haarbrandt
Musik:Bernhard Eichhorn
  
Darsteller: 
Nicole BergerAngeline Meunier
Maximilian SchellAlexander Haller
Viktor de KowaMonsieur le Curé
Friedrich DominGeneral Haller
Anneliese RömerLysette
Erica BalquéElisabeth Roeder
Fritz TillmannHauptmann Lüdemann
Lise ColinyWirtin Augustine Wulverghem
Nelly BeguinTochter Josine
Jane BrissacAline Wulverghem
Guillaume LambretteTochter Aline
Omer DucarmePierre
Gert FröbeRittmeister Kupfer
Stanislav LedinekFeldwebel Roebig
Jochen A. BlumeMajor
Friedrich MaurerKriegsgerichtsrat
Wolfried LierNeukerk
Emmy BurgFrau Schröppke
Arthur SchröderOberst Träutlein
Clemens HasseZahlmeister
Willi RoseFahrer Wuttig
Reinhard Kolldehoff1. Revolutionär
Hans Hessling2. Revolutionär
Ralf WolterDeutscher Soldat
Otto A. Buck
Karin von Dassel
Inge Drexel
Fritz Eberth
Eberhard Fechner
Hellmut Grube
Klaus Kammer
Valentin Klaus
Felix Knemöller
Karl Klüsner
Oskar Lindner
Curt Lukas
Ursula Lyn
Brigitte Olm
Gisela Reiche
Hans-Rüdiger Renn
Martin Rickelt
Harald Sawade
Lilli Schoenborn
Karl Ludwig Schreiber
Thea Thiele
Wolfgang Völz
Günther von Whyl
Konrad Wagner
Kurt Weitkamp
Herbert Weißbach
Johanna Wichmann
Eva Bodden
Helmut Käutner
  
Produktionsfirma:Capitol-Film GmbH (Berlin)
Produzent:Herbert Uhlich
Produktionsleitung:Dietrich von Theobald
Aufnahmeleitung:Georg Mohr, Wolfgang Völker
Dreharbeiten:17.10.1955-16.12.1955: Berlin, Damme (Flandern); Filmatelier Berlin-Tempelhof
Erstverleih:Prisma Filmverleih GmbH (Frankfurt am Main)
Länge:2957 m, 108 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung: 25.01.1956, 11449, Jugendverbot, feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 16.02.1956, Hannover, Theater am Kröpcke

Titel

Originaltitel (DE) Ein Mädchen aus Flandern

Fassungen

Original

Länge:2957 m, 108 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung: 25.01.1956, 11449, Jugendverbot, feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 16.02.1956, Hannover, Theater am Kröpcke
 

Prüffassung

Länge:2761 m, 101 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung: 02.10.1961, 11449, ab 18 Jahre, feiertagsfrei;
FSK-Prüfung (DE): 14.06.1956, 11449, Jugendverbot, feiertagsfrei
 

Auszeichnungen

Preis der Deutschen Filmkritik 1957
Bester Nebendarsteller
Beste Regie
 
Deutscher Filmpreis 1956
Filmband in Silber, Beste Kamera