Es muß nicht immer Kaviar sein

Es muß nicht immer Kaviar sein

BR Deutschland / Frankreich 1961, Spielfilm

Kommentare

Sie haben diesen Film gesehen? Dann freuen wir uns auf Ihren Beitrag!

Saure Sülze und angebrannte Bratkartoffeln

Seminarfrage für Filmhistoriker: wie lässt sich ein gut geschriebener, erfolgreicher Roman so umsetzen, dass daraus ein stinklangweiliger, runtergeschluderter, austernflacher Film wird? Was macht eine pfiffige Agentenkomödie aus? Ein engagierter Hauptdarsteller, schnelle, pointierte Dialoge, Flair der Drehorte, ein starker Handlungsfaden. Alles bei Simmel vorhanden. Aber in dem grau in grau der Aufnahmen (Friedl Behn-Grund mit Göran Strindberg), sehen Lissabon wie Nizza, Barcelona wie Paris und alle zusammen wie Aussenaufnahmen in Berlin aus. Es muss eine abenteuerlich schlechte Stimmung am Set geherrscht haben, denn auch O.W. Fischer scheint dauernd fragen zu wollen: was habt ihr mir denn hier für einen Wahnsinn in das Drehbuch geschrieben? Johannes Mario Simmels Roman war ein Vergnügen - seine Mischung von Abenteuer, Erotik, Witz und Ironie haben ihm die drei französischen Drehbuchautoren mit Fleiß herausgeschrieben. Was bleibt, ist ein Torso. Je länger es dauert, desto gleichförmiger wird das Ritual: mal ist es der Secret Service, dem sich O.W. andienen lässt, mal die Gestapo, mal die, mal jene, alles auswechselbar, einerlei und egal. Dabei ist der Zeithintergrund sehr wohl konkret und gibt dem Roman Grundierung: der Ausbruch des Krieges 1939. Um „unseren“ O.W. zu sehen, sind die Leute trotzdem hingelaufen, der ja seine Sache in der bewährten Masche herunterspult. O.W. Fischer war einmal „Peter Voss“ und jubelte sich durch diese Filme mit Geschick und Witz. Wo ist das Alles dahin? Seine „Geliebten“ - Senta Berger, Eva Bartok, Geneviève Kervin - sind so farblos wie der ganze Film, albern herum, mal liebt Fischer, mal nicht, es ist nicht weiter wichtig. Das muss man erstmal hinkriegen! Produzent Artur Brauner sah das Ende der bisherigen Filmindustrie heraufziehen und saß schockstarr in seinen Ateliers und produzierte auf Deibelkommraus Trash. “Es ist sehr schwer, aus einem schlechten Drehbuch einen guten Film zu machen. Umgekehrt ist das schon einfacher“ (Billy Wilder).

Credits

Alle Credits

Regie:Géza von Radvanyi
Co-Regie:Helmut Käutner (1. Woche nach Unfall bei Dreharbeiten - ungenannt), Georg Marischka (nach H. Käutners Ausscheiden bis zu G.v.Radvanyis Genesung - ungenannt)
Regie-Assistenz:Pierre Léaud
Drehbuch:Paul Andréota, Jean Ferry
Dialoge:Henri Jeanson
hat Vorlage:Johannes Mario Simmel (Roman)
Kamera:Friedl Behn-Grund, Göran Strindberg (bei Drehbeginn)
Kameraführung:Günther Knuth
Kamera-Assistenz:Alfred Westphal
Standfotos:Bob Klebig
Bauten:Otto Pischinger, Herta Pischinger
Requisite:Klaus Haase, Horst Giese
Maske:Raimund Stangl, Jette Arlt
Kostüme:Claudia Herberg
Garderobe:Hans Steinberg, Charlotte Jungmann, Ernst Nuckel
Schnitt:Walter Wischniewsky
Schnitt-Assistenz:Waltraud Wischniewsky
Ton:Clemens Tütsch
Ton-Assistenz:Willibald Suter
Mischung:Max Galinsky
Musik:Rolf A. Wilhelm
  
Darsteller: 
O. W. FischerThomas Lieven
Eva BartokVera
Senta BergerFrançoise
Jean RichardSiméon
Geneviève ClunyMimi
Viktor de KowaLoos
Geneviève KervineNancy
Werner PetersZumbusch
Fritz TillmannGeneral von Felseneck
Peter CarstenBastian
Karl SchönböckLovejoy
Wolfgang ReichmannHofbauer
Karl JohnDebras
Hans W. HamacherKommissar Denis
Günter MeisnerRedner im Meetingsaal
Werner Finck
  
Sprecher:Axel von Ambesser
Produktionsfirma:CCC Filmkunst GmbH (Berlin)
in Co-Produktion mit:Comptoir d'Expansion Cinématographique (C.E.C) (Paris)
Produzent:Artur Brauner
Co-Produzent:M. L. Vittet
Herstellungsleitung:Georg M. Reuther
Produktionsleitung:Louis C. Fleury
Aufnahmeleitung:Richard Oehlers, Josef Thuis
Dreharbeiten:21.06.1961-13.09.1961: Nizza und Umgebung, Lissabon, Parris, London; CCC-Studios Berlin-Spandau
Erstverleih:Europa-Filmverleih GmbH (Hamburg)
Länge:2890 m, 106 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w, Mono
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 17.10.1961, 26437, ab 16 Jahre / nicht feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 18.10.1961, Hannover, Weltspiele;
TV-Erstsendung (DE): 30.05.1986, ARD

Titel

Originaltitel (DE) Es muß nicht immer Kaviar sein
Verleihtitel (FR) Pourquoi toujours du caviar

Fassungen

Original

Länge:2890 m, 106 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w, Mono
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 17.10.1961, 26437, ab 16 Jahre / nicht feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 18.10.1961, Hannover, Weltspiele;
TV-Erstsendung (DE): 30.05.1986, ARD
 

Verleihfassung

Verleihtitel (FR) :Pourquoi toujours du caviar
Länge:108 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w, Mono
Aufführung:Erstaufführung (FR): 20.10.1963, Paris [Einteilige Fassung]
 

Auszeichnungen

1962
Prämie des BMI