Fünf unter Verdacht

Fünf unter Verdacht

BR Deutschland 1949/1950, Spielfilm

Inhalt

In dichtem Nebel liegt die dänische Hafenstadt Belgesund. Als der Hausmeister des Privatgymnasiums ermordet aufgefunden wird, ermittelt ein findiger Kriminalinspektor. Schnell erkennt er, dass sowohl Schüler als auch Lehrer einiges zu verbergen haben und in verschiedene finstere Machenschaften verwickelt sind. In kriminalistischer Kleinarbeit gelingt es, den Täter zu entlarven und nach einer wilden Verfolgungsjagd zu stellen.

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Viel Nebel um nichts

Es ist dunkel in dieser dänischen Stadt, der Nebel verschluckt alles, die Straßenbeleuchtung wird seit Tagen nicht mehr ausgeschaltet. Das ist das Setting. In dieser unheimlichen Atmosphäre geschieht ein Mord. Die Kamera von Bruno Stephan nimmt uns mit in lichtlose Hausflure, über stockfinstere Straßen, in mäßig beleuchtete Räume. Man möchte in den Kino-Vorführraum laufen und rufen: „Mehr Licht“. Denn dass es draußen dämmrig und düster ist, heißt ja nicht, dass der Kameramann dieses wenige Licht nicht für sich zu nutzen wüsste. Aber er tut es nicht. Der englische Film „Der Dritte Mann“ spielt ebenfalls in nächtlichem Dunkel, aber Kameramann Robert Krasker setzte Lichtinseln und nutzte dieses Chiaruscuro unglaublich virtuos. Das fehlt hier. Mag sein, dass die Kopie nachgedunkelt ist, aber so gelingt es nicht, aus dem Schwarz wenigstens ein Grau zu modellieren. Die Schnitte sind verwirrend, die Aufeinanderfolge der Szenen grenzwertig logisch. Wir erfahren gleich zu Anfang durch den Erzähler, dass der Hausmeister jetzt zwar noch die Kohlen für seinen Ofen holt, aber „er hätte sich die Mühe sparen können“. Wir wissen also, wem es passiert. Aber bis zur letzten Minute nicht, wer es getan hat. Als es herauskommt, stellt sich wieder dieses schale Nach-Krimi-Gefühl ein: ja und? Irgendein langweiliger Typ ist ausgerastet. Wir sind ständig auf die falsche Spur gelockt worden. Regisseur Kurt Hoffmann kann sicher Spannung erzeugen - aber die Charaktere bleiben blass. Nebenbei fallen ihm kleine filmische Miniaturen ein: Hans Nielsen, der Inspektor, klappt öfter seinem Adlatus (Henry Lorenzen) die Hutkrempe hoch - als Bestätigung. Zum Schluss revanchiert sich Lorenzen und klappt die Hutkempe des Inspektors hoch - Fall gelöst! Dennoch ist man nicht zufrieden: warum wird Friedrich Schoenfelder vom Kommissar als Täter benannt, obwohl er es gar nicht ist? Eine weitere falsche Spur. Der Film kann kein Erfolg gewesen sein, da er mit drei Titeln daherkommt: „Mord in Belgesund“, „Stadt im Nebel“, „Fünf unter Verdacht“. Zwei zuviel.

Credits

Regie:Kurt Hoffmann
Drehbuch:Johanna Sibelius, Eberhard Keindorff
Kamera:Bruno Stephan
Schnitt:Johanna Meisel
Musik:Herbert Trantow
  
Darsteller: 
Hans NielsenKriminalrat Thomsen
Friedrich SchoenfelderStudienrat Dr. Berling
Dorothea WieckFrau Berling
Ina HalleyIngrid Sörensen
Josef SieberPedell Palsberg + Erik Palsberg
Franz NicklischJensen
Hans LeibeltSchuldirektor Dr. Lassen
Blandine EbingerFräulein Lassen
Gunnar MöllerOle Klimm
Lutz MoikKlaus Eriksen
Friedhelm von PeterssonJacob Eriksen
Henry LorenzenKriminalassistent Aalsen
Werner SchottKriminalkommissar Ribe
Karl KlüsnerOberlehrer Falster
Kurt WaitzmannStudienrat Dr. Claudius
Horst GentzenArne Hansen
Thomas LundbergKnut Petersen
Arno PaulsenVater Klimm
A. KochArzt
Gustav PüttjerOhlsen
Ottokar Runze
Jo Hanns Müller
  
Produktionsfirma:CCC-Film GmbH (Berlin)
Produzent:Artur Brauner

Alle Credits

Regie:Kurt Hoffmann
Regie-Assistenz:Werner Riedel
Drehbuch:Johanna Sibelius, Eberhard Keindorff
hat Vorlage:Herbert Moll (Roman "Thomas verhört die Prima"), Rudolf Becker (Roman "Thomas verhört die Prima")
Kamera:Bruno Stephan
Standfotos:Greinert
Bauten:Franz Bi, Botho Höfer
Schnitt:Johanna Meisel
Ton:Fritz Schwarz
Musik:Herbert Trantow
  
Darsteller: 
Hans NielsenKriminalrat Thomsen
Friedrich SchoenfelderStudienrat Dr. Berling
Dorothea WieckFrau Berling
Ina HalleyIngrid Sörensen
Josef SieberPedell Palsberg + Erik Palsberg
Franz NicklischJensen
Hans LeibeltSchuldirektor Dr. Lassen
Blandine EbingerFräulein Lassen
Gunnar MöllerOle Klimm
Lutz MoikKlaus Eriksen
Friedhelm von PeterssonJacob Eriksen
Henry LorenzenKriminalassistent Aalsen
Werner SchottKriminalkommissar Ribe
Karl KlüsnerOberlehrer Falster
Kurt WaitzmannStudienrat Dr. Claudius
Horst GentzenArne Hansen
Thomas LundbergKnut Petersen
Arno PaulsenVater Klimm
A. KochArzt
Gustav PüttjerOhlsen
Ottokar Runze
Jo Hanns Müller
  
Produktionsfirma:CCC-Film GmbH (Berlin)
Produzent:Artur Brauner
Produktionsleitung:Max Koslowski
Aufnahmeleitung:Ludwig Kühr
Dreharbeiten:26.10.1949-06.12.1949:
Erstverleih:Anton E. Dietz Filmverleih GmbH (Berlin/West)
Länge:2336 m, 85 min
Format:35mm, 1:1,37
Bild/Ton:s/w, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 08.01.1950, 00712, ab 16 Jahre / feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 03.03.1950, Stuttgart, Kamera

Titel

Originaltitel (DE) Fünf unter Verdacht
Arbeitstitel Stadt im Nebel
Weiterer Titel Mord in Belgesund

Fassungen

Original

Länge:2336 m, 85 min
Format:35mm, 1:1,37
Bild/Ton:s/w, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 08.01.1950, 00712, ab 16 Jahre / feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 03.03.1950, Stuttgart, Kamera