Heiß weht der Wind

Heiß weht der Wind

BR Deutschland / Österreich 1964, Spielfilm

Kommentare

Sie haben diesen Film gesehen? Dann freuen wir uns auf Ihren Beitrag!

Heimatfilm mit Shootout

So eine CD kommt auch nicht alle Tage ins Haus. „Schauspieler des deutschen Films haben sich den Revolvergürtel umgeschnallt“...“gefilmt in den filmischen Jagdgründen Winnetous“ und drinnen im Booklet Zitate der Weltpresse: „dass man nach Absolvierung dieser Krambambuli Story Hollywoods dritt- bis letztklassige Western erst so richtig schätzt“. „Filmjuwelen“ heißt der Laden, der sein Produkt so anpreist. Aber Juwelen können ja auch stumpf sein. - Zunächst: „Western“ spielen im Westen - der USA. Deutschland hat einen Westen, und da liegt der Rhein. Dann: die Drehbuchautoren. Vermutlich US-Topstars: Paul Clydeburn und Don Sharp! Hat der Produzent doch Geld in die Hand genommen. Merkwürdig, dass sie sonst nirgendwo auftauchen. Des Rätsels Lösung? Die Herren heißen Kurt Nachmann („Fummeln will gelernt sein“) und Rolf Olsen („Heubodengeflüster“) und verstecken sich wegen der Marktchancen ihres Filmchens hinter Pseudonymen. Wir haben es also mit einem deutsch-austriakischen Heimatfilm zu tun. Mit deutschen Schauspielern, die mit dem Revolvergürtel aussehen als wollten sie zum Karneval. Wenn Giller und Fritsch (der mit dem Haarturm und dem Bubigesicht) aufeinander losmarschieren im großen Shootout, dann klappern die Zähne - vermutlich auch bei ihnen. Gustav Knuth (erstaunlich beleibt) sieht eher aus wie ein Striese, der sich in den jugoslawischen Bergen verlaufen hat. Dann Ingrid van Bergen. Wie soll sie denn in den Arca-Ateliers in Berlin-Pichelsdorf, wo die Innenaufnahmen entstanden, so wild, so lasziv aussehen wie die Bardame mit Hureneinschlag im Wilden Westen? Funktioniert nicht. Sonst noch jemand? Ach ja, der Köter. Shorty mit Namen. Weiss genau was er soll, rennt mit einem Zettel durch die Prärie und rettet die Eingeschlossenen. Auch ein Ron Randell spielt mit. Marke: Allerweltsgesicht aus den Tiefen Australiens. Das Ganze ist so absurd, dass es schon wieder komisch ist. Dieses war der 89. und letzte Film des Berliner Produzenten Kurt Ulrich. Sein Testament? Eher ein Offenbarungseid.

Credits

Alle Credits

Regie:Rolf Olsen
Regie-Assistenz:Lucie Berndsen
Kamera:Hanns Matula
Kameraführung:Herbert Geier
Kamera-Assistenz:Kurt Kodal
Bauten:Willi A. Herrmann, Leopold Metzenbauer, Otto Pischinger
Maske:Hans Nowotny, Lilly Zangerle
Schnitt:Friedel Welsandt
Ton:Gunther Kortwich
Musik:Erwin Halletz
  
Darsteller: 
Thomas FritschChris Harper
Gustav KnuthRichard Bradley
Judith DornysMeg Bradley
Heidemarie HatheyerAnn Bradley
Ingrid van BergenLinda
Peter NeusserJack Bradley
Rudolf SchündlerRufus Harper
Ron RandellAl Nutting
Walter GillerSpike Sunday
  
Produktionsfirma:Wiener Stadthalle - Stadion Betriebs- und Produktions GmbH (Wien), Berolina Filmproduktion Kurt Ulrich GmbH (Berlin/West)
Produzent:Kurt Ulrich
Herstellungsleitung:Karl Spiehs
Produktionsleitung:Heinz Pollak, Friedrich Wilhelm Gaik
Aufnahmeleitung:Bruno Michalk, Peter Müller
Länge:2796 m, 102 min
Format:35mm
Bild/Ton:Eastmancolor, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 19.11.1964, 33092, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung: 26.11.1964

Titel

Originaltitel (DE AT) Heiß weht der Wind
Arbeitstitel (DE AT) Mein Freund Shorty

Fassungen

Original

Länge:2796 m, 102 min
Format:35mm
Bild/Ton:Eastmancolor, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 19.11.1964, 33092, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung: 26.11.1964
 

Übersicht

Literatur

KOBV-Suche