Ich und Du

Ich und Du

BR Deutschland 1953, Spielfilm

Inhalt

Ein junges Paar findet im Plattenladen zusammen: Peter sucht nach einer Melodie, die ihn nicht loslässt, die Verkäuferin Brigitte hilft ihm dabei. Trotz dieses romantischen Beginns ist das Liebesglück bald getrübt. Die beiden heiraten, ziehen in zwei kleine Zimmer bei der Wirtin Tante Gruber und reiben sich bald zwischen Alltagsproblemen und persönlichen Schwächen auf. Bei einem Streit rutscht dem Hobbyboxer Peter im Affekt die Hand aus. Brigitte wendet sich daraufhin ihrem Chef, dem Musiker Charly zu, auch Peter beginnt eine andere Beziehung. Die beiden lassen sich scheiden, bleiben aus Geldnot jedoch weiterhin Tür an Tür bei Tante Gruber wohnen. An ihren Problemen gereift, stellen sie schließlich fest, dass sie sich nach wie vor lieben und heiraten feierlich ein zweites Mal.

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Die Umwege der Liebe

Eine Alltagsgeschichte. Junge Plattenverkäuferin lässt sich von einem sympathischen Jungen zu einem Rendezvous überreden. Er legt die Platte auf, die er gekauft hat und die Kamera fährt auf das drehende Etikett zu und verfolgt die Rillen, die sich unendlich konzentrisch um einen Mittelpunkt aufeinander zu bewegen. Ein symbolisches Bild. Dann bekommen die Beiden (Liselotte Pulver und Hardy Krüger) zur Hochzeit eine Spieluhr geschenkt - „für die Tage, an denen ihr streitet“, sagt die Tante. Beim zweiten Streit des jungen Paares fliegt sie in die Ecke und zerbricht. Nächstes Bild: die gute Tante Gruber (herzlich und handfest: Lucie Mannheim) klebt die Spieluhr wieder zusammen. Doch die Beziehung zwischen den beiden Streithähnen lässt sich nicht kitten. Nach der Scheidung stellen beide erstaunt fest: wir können uns gar nicht verlieben. Die Brigitte nicht in den Charly (Peer Schmidt), der Peter nicht in die Marianne (Doris Kirchner). Also - auf ein Neues. - Das ist nicht schlecht geschrieben und manchmal sogar witzig und filmisch gut umgesetzt - aber letztlich hat diese „normale“ Geschichte einen gewaltigen Hänger. Denn keiner der „Zwillinge“ Reinecker (Buch) und Weidenmann (Regie) kann diese Geschichte über das Banale des Täglichen hinausheben. Hier sind nicht zwei Filmer an der Arbeit, die realitisch eine Nachkriegsbeziehung schildern wollen, sondern eher Unterhaltungskünstler, die das Ganze auf ein Happyend hin geschrieben haben. Man sieht es kommen, findet die Umwege albern, weil sie doch nur dazu dienen, das glückliche Ende hinauszuzögern. Obwohl - was die Schäbigkeit der Möbel, das Interieur der Wohnung (Bauten: Franz Bi, Bruno Monden), wo die Beiden hausen, angeht, haben wir hier Nachkriegsverhältnisse. Es war alles so sparsam, so unbunt, so wenig gemütlich. Man hatte nichts, verdiente wenig und musste auf Raten kaufen. Da zieht der Film schon eine Furche. Aber Pulvers Kuss- und Schmollmündchen und Krügers Abplackerei mit der Rolle des tumben Ehemannes tragen keine 90 Minuten.

Credits

Alle Credits

Regie:Alfred Weidenmann
Drehbuch:Herbert Reinecker, Alfred Weidenmann
Kamera:Franz Weihmayr
Musik:Lothar Brühne
  
Darsteller: 
Hardy KrügerPeter Erdmann
Liselotte PulverBrigitte
Claus BiederstaedtPaul
Doris KirchnerMarianne
Peer SchmidtCharly
Arno PaulsenVater Erdmann
Edith Schultze-WestrumMutter Erdmann
Lucie MannheimTante Gruber
Otto BrüggemannDer Nervöse
Hans Hermann SchaufußDer Forsche
Ursula HerkingDie Nachbarin
Kurt WaitzmannHerr Roland
  
Produktionsfirma:Neue Münchener Lichtspielkunst GmbH (Neue Emelka) (München), Willy Zeyn-Film GmbH (München)
Länge:2586 m, 94 min
Format:35mm, 1:1,37
Bild/Ton:s/w, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 25.11.1953, 07042, ab 12 Jahre / feiertagsfrei
Aufführung:TV-Erstsendung (DE): 01.01.1962, ARD

Titel

Originaltitel (DE) Ich und Du

Fassungen

Original

Länge:2586 m, 94 min
Format:35mm, 1:1,37
Bild/Ton:s/w, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 25.11.1953, 07042, ab 12 Jahre / feiertagsfrei
Aufführung:TV-Erstsendung (DE): 01.01.1962, ARD
 

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