Im Himmel, unter der Erde

Im Himmel, unter der Erde

Deutschland 2008-2011, Dokumentarfilm

Inhalt

Im Norden Berlins liegt versteckt in einem Wohngebiet, umgeben von Mauern, ein Urwald aus Bäumen, Rhododendron und Efeu. Zwischen dem wuchernden Grün stehen abertausende Steine – große und kleine, kunstvolle und schlichte, prächtige und verfallene, namenlose und solche mit unentzifferbaren Inschriften.

Weißensee ist der größte jüdische Friedhof in Europa, auf dem noch bestattet wird. Etwa 86 Fußballfelder hätten dort Platz. Wenn man über den Friedhof geht, spaziert man wie durch ein Geschichtsbuch. Lang ist die Liste berühmter Künstler, Philosophen, Juristen, Architekten, Ärzte, Religionslehrer und Verleger, die dort beerdigt sind. Nur wenige wissen, dass das unter Denkmalschutz stehende Areal in einigen Jahren offiziell zum Welterbe der UNESCO zählen soll.

Weißensee ist ein Märchenwald, ein Geschichtsbuch, ein Dschungel inmitten der deutschen Hauptstadt, vor allem aber ist Weißensee ein höchst lebendiger Ort: Auf dem riesigen Gelände suchen argentinische Großfamilien nach dem Grab ihrer Vorfahren. Restauratoren bemalen Gräber mit funkelnden Davidsternen, während der schmächtige Herr in der Friedhofsregistratur einer Busladung Exilanten die Unterlagen zu den Gräbern ihrer Angehörigen aushändigt. Der Greifvogelexperte zählt den Nachwuchs der Habichte, ein 80-Jähriger berichtet, dass er sich hier in seine Mitschülerin verliebte – damals beim Sportunterricht im Feld A8, genau dort, wo heute die bunten Gräber der Russen liegen.

Der Jüdische Friedhof Weißensee ist inzwischen 130 Jahre alt und nie geschlossen worden. Der Friedhof gehörte zu den wenigen Institutionen in Deutschland, die auch während der Nazizeit in jüdischer Selbstverwaltung blieben. Am erstaunlichsten ist: Weder der Friedhof noch sein Archiv ist je zerstört worden – ein Paradies für Geschichten-Sammler.

Quelle: 61. Internationale Filmfestspiele Berlin (Katalog)

Kommentare

Sie haben diesen Film gesehen? Dann freuen wir uns auf Ihren Beitrag!

Credits

Alle Credits

Regie:Britta Wauer
Regie-Assistenz:Jana Westmann
Drehbuch:Britta Wauer (Konzept)
Kamera:Kaspar Köpke
Schnitt:Berthold Baule
Ton-Design:Sebastian Tesch
Ton:Felix Heibges, Garip Özdem
Mischung:Martin Grube
Musik:Karim Sebastian Elias
Musik-Ausführung:Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt/Oder (Frankfurt (Oder))
Produktionsfirma:Britzka Film - Britta Wauer (Berlin)
in Co-Produktion mit:Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) (Berlin + Potsdam), Saarländischer Rundfunk (SR) (Saarbrücken)
in Zusammenarbeit mit:Arte Deutschland TV GmbH (Baden-Baden)
Produzent:Britta Wauer
Redaktion:Dagmar Mielke (RBB/Arte), Birgit Mehler (RBB), Hans-Günther Brüske (SR)
Herstellungsleitung:Karsten Aurich
Produktionsleitung:Rainer Baumert
Aufnahmeleitung:Jana Westmann
Produktions-Assistenz:Jana Westmann
Dreharbeiten:22.05.2008-15.07.2009: Jüdischer Friedhof Berlin-Weißensee
Erstverleih:Edition Salzgeber & Co. Medien GmbH (Berlin)
Filmförderung:Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH (MBB) (Potsdam), Deutscher Filmförderfonds (DFFF) (Berlin)
Länge:95 min
Format:Digital, 1.1,85
Bild/Ton:Farbe + s/w, Dolby
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 18.02.2011, 126609, ab 6 Jahre/feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 13.02.2011, Berlin, IFF - Panorama Dokumente;
Kinostart (DE): 07.04.2011

Titel

Originaltitel (DE) Im Himmel, unter der Erde
Arbeitstitel (DE) Der Friedhof Berlin Weißensee
Weiterer Titel (DE) Im Himmel, unter der Erde. Der Jüdische Friedhof Weißensee

Fassungen

Original

Länge:95 min
Format:Digital, 1.1,85
Bild/Ton:Farbe + s/w, Dolby
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 18.02.2011, 126609, ab 6 Jahre/feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 13.02.2011, Berlin, IFF - Panorama Dokumente;
Kinostart (DE): 07.04.2011
 

Auszeichnungen

Kirchliches Filmfestival, Recklinghausen 2011
1. Preis
 
IFF Berlin 2011
Panorama-Publikumspreis
 

Übersicht

Videos

Fotogalerie

Alle Fotos (12)

Materialien

Besucherzahlen

20.997 (Stand: Juli 2011)
Quelle: FFA

Literatur

KOBV-Suche