Immensee

Immensee

Deutschland 1942/1943, Spielfilm

Filme der NS-Zeit sind im Kontext der staatlich beeinflussten Produktion und Rezeption zu sehen. Mehr erfahren »

Inhalt

Elisabeths große Liebe ist Reinhart, ein angehender Musiker. Gemeinsam verbrachten sie auf Immensee eine glückliche Jugend. Obwohl auch er sie liebt, verlässt er Immensee, um in Hamburg sein Studium aufzunehmen. Lange lässt er nichts von sich hören, bis sie sich auf Immensee wiedersehen.Glücklich über diese Begegnung, besucht Elisabeth ihn in Hamburg, doch das Großstadtleben ihres Geliebten ist ihr fremd, verwirrt und enttäuscht kehrt sie nach Hause zurück. Nun endlich gesteht ihr Erich, der lange auf sie gewartet hat, dass er sie liebt, und als er nach dem Tod des Vaters den Hof erbt, heiraten sie. Elisabeth hält ihm die Treue auch nach seinem Tod. Alle Liebesbezeugungen des jetzt berühmten Dirigenten Reinhart können sie nicht beirren. Sehr frei nach Theodor Storms poetischer Novelle.

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Kristinchen und die edlen Gefühle

Veit Harlan war ein raffinierter Verführer. Das Melodram beherrschte er mit geradezu penetranter Meisterschaft. Zwar dreht sich alles um diese Elisabeth (Kristina Söderbaum), die eifrig im Farbbild am Eutiner See herumknutscht, aber alle ahnen: sie muss verzichten. Die zu Herzen gehenden Küsse sind filmisch nicht ihr letztes Wort. Das Melodram muss erfüllet sein. Sie könnte den Reinhardt (Carl Raddatz) haben, aber sie verzichtet und bleibt bei ihrem Erich (der ewige „Zweite“: Paul Klinger). Wir schreiben das Jahr 1943 - da war es klar, dass die deutsche Frau selbstverständlich bei ihrem Mann bleibt und sich nicht anderweitig vergnügt. Also keine Romanze, sondern eine „Schicksalssinfonie“ (Witte), zu der Wolfgang Zeller eine schrecklich hochfahrende Musik geschrieben hat, die schwülstig und aufgeladen ständig Frauenchöre im Hintergrund beschäftigt, die mit sperrangelweiten Mündern einen Klangteppich weben, auf dem die Emotionen kullern und rutschen. Kameramann Bruno Mondi, ergebenster Diener des "großen" Veit, lässt den Eutiner See aus allen Perspektiven aufleuchten, bindet die edlen Gefühle in erstaunlich differenzierte Farben ein, was 1943 ein kleines Wunder war. Selbst Goebbels hatte Einwände, dass „sein“ Lieblingsregisseur ständig seine eigene Frau ins Bild rückt. Dabei war dieses eine sehr professionelle back-to-back Produktion. D.h. dasselbe Team, (fast) dieselben Schauspieler drehten gleich noch einen zweiten Film in den gleichen Kulissen zur gleichen Zeit („Opfergang“). An „Immensee“ haben sich die Kritikerfedern abgearbeitet. „Vulgärverfilmung“ (Hembus). Denn die Vorlage von Theodor Storm ist nicht mehr zu erkennen. Zwei Millionen Reichsmark kostete er, acht Millionen spielte er ein. Die Menschen fühlten sich herausgeholt aus den Wirren des Krieges, abgelenkt durch den noblen Verzicht ihres Kristinchen. Also eher Karamellbonbon als Süßstoff. Aber auch Karamellbonbons verlieren den Geschmack. Und dann bleibt - nichts.

Credits

Regie:Veit Harlan
Drehbuch:Veit Harlan, Alfred Braun
Kamera:Bruno Mondi
Schnitt:Friedrich Karl von Puttkamer
Musik:Wolfgang Zeller
  
Darsteller: 
Kristina SöderbaumElisabeth Uhl
Carl RaddatzReinhart Torsten
Paul KlingerErich Jürgens
Carola ToelleMutter Uhl
Lina LossenMutter Torsten
Max GülstorffVater Torsten
Otto GebührVater Jürgens
Germana PaolieriSängerin Lauretta
Käthe DyckhoffMusikstudentin Jesta
Wilfried SeyferthMusikstudent Werner
Malte JägerMusikstudent Jochen
Clemens HasseMusikstudent Max
Walter BechmannReinhart Torstens Diener
Albert FlorathVorsitzender der Prüfungskommisson
Ernst LegalDirektor der Spritfabrik Jürgens
Claire ReigbertReinhart Torstens Zimmerfrau
Jack TrevorKellner im Restaurant
Marta SalmKellnerin
Hans EysenhardtJunger Diener in Livree
Ernst StimmelMitglied der Prüfungskommission
Louis Ralph
  
Produktionsfirma:Ufa-Filmkunst GmbH (Berlin) (Herstellungsgruppe Veit Harlan)

Alle Credits

Regie:Veit Harlan
Regie-Assistenz:Nils Gulden, Kurt Meisel (ungenannt)
Drehbuch:Veit Harlan, Alfred Braun
hat Vorlage:Theodor Storm (Novelle)
Kamera:Bruno Mondi
Farbberatung:Eduard Schönicke
Standfotos:Karl Lindner
Bauten:Erich Zander, Karl Machus
Kostüme:Gertrud Steckler
Schnitt:Friedrich Karl von Puttkamer
Schnitt-Assistenz:Christa Loose
Ton:Heinz Martin
Musik:Wolfgang Zeller
Dirigent:Wolfgang Zeller
  
Darsteller: 
Kristina SöderbaumElisabeth Uhl
Carl RaddatzReinhart Torsten
Paul KlingerErich Jürgens
Carola ToelleMutter Uhl
Lina LossenMutter Torsten
Max GülstorffVater Torsten
Otto GebührVater Jürgens
Germana PaolieriSängerin Lauretta
Käthe DyckhoffMusikstudentin Jesta
Wilfried SeyferthMusikstudent Werner
Malte JägerMusikstudent Jochen
Clemens HasseMusikstudent Max
Walter BechmannReinhart Torstens Diener
Albert FlorathVorsitzender der Prüfungskommisson
Ernst LegalDirektor der Spritfabrik Jürgens
Claire ReigbertReinhart Torstens Zimmerfrau
Jack TrevorKellner im Restaurant
Marta SalmKellnerin
Hans EysenhardtJunger Diener in Livree
Ernst StimmelMitglied der Prüfungskommission
Louis Ralph
  
Produktionsfirma:Ufa-Filmkunst GmbH (Berlin) (Herstellungsgruppe Veit Harlan)
Herstellungsleitung:Veit Harlan
Produktionsleitung:Erich Holder
Aufnahmeleitung:Conny Carstennsen, Ernst Liepelt
Dreharbeiten:26.06.1942-04.1943: Rom (Forum Romanum u.a. ), Eutin und Umgebung, Plön, Gut Stendorf, Hamburg; Ufastadt Babelsberg
Erstverleih:Deutsche Filmvertriebs GmbH (DFV) (Berlin)
Länge:2592 m, 95 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:Agfacolor, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:Zensur (DE): 28.09.1943, B.59462, Jugendfrei ab 14 Jahre;
Alliierte Militärzensur (DE): 06.1945, Verbot
Aufführung:Uraufführung (DE): 08.12.1943, Hamburg, Passage;
Uraufführung (DE): 08.12.1943, Hamburg, Lessing-Theater;
Erstaufführung (DE): 17.12.1943, Berlin, U.T. Wagnitzstraße;
Erstaufführung (DE): 17.12.1943, Berlin, Tauentzien-Palast

Titel

Originaltitel (DE) Immensee

Fassungen

Original

Länge:2592 m, 95 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:Agfacolor, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:Zensur (DE): 28.09.1943, B.59462, Jugendfrei ab 14 Jahre;
Alliierte Militärzensur (DE): 06.1945, Verbot
Aufführung:Uraufführung (DE): 08.12.1943, Hamburg, Passage;
Uraufführung (DE): 08.12.1943, Hamburg, Lessing-Theater;
Erstaufführung (DE): 17.12.1943, Berlin, U.T. Wagnitzstraße;
Erstaufführung (DE): 17.12.1943, Berlin, Tauentzien-Palast
 

Prüffassung

Länge:2530 m, 92 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:Agfacolor, Mono
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 01.08.1950, 01581, Uneingeschränkt / feiertagsfrei;
FSK-Prüfung (DE): 28.10.1996, 01581, ab 12 Jahre / feiertagsfrei [7. FSK-Prüfung]
 

Auszeichnungen

1943
Prädikat: Künstlerisch wertvoll
Prädikat: Volkstümlich wertvoll
Prädikat: Kulturell wertvoll