Mein Vater, der Schauspieler

Mein Vater, der Schauspieler

BR Deutschland 1956, Spielfilm

Inhalt

Die berühmte Schauspielerin Christine heiratet ihren jüngeren Kollegen Wolfgang, und die beiden werden ein glückliches Schauspielerpaar mit einem reizenden Sohn, Michael. Aber dann erhält Christine langsam keine Rollenangebote mehr, und Wolfgang wird mit einer neuen Partnerin immer erfolgreicher. Aus Eifersucht weckt Christine in Wolfgang Zweifel, ob Michael wirklich sein Sohn ist. Nach einem Streit verunglückt sie mit dem Auto tödlich, und Wolfgang verliert allen Halt. Er beginnt zu trinken, verliert seine Arbeit und gibt den Sohn in ein Heim. Aber Michael brennt zum Vater durch und kommt gerade noch rechtzeitig, um ihn vor dem Selbstmord zu bewahren.

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Vom Eichhörnchen benagt

Wie tief kann man sinken? Robert Siodmak hatte gerade eine glänzende Verfilmung der „Ratten“ hingelegt und stand vor dem Werk „Nachts, wenn der Teufel kam“. O.W. Fischer befand sich im Zenith seines Ruhms - hatte mit „Ich suche Dich“ nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht. Und nun dies? Dazwischen gezwängt, mit halber Kraft heruntergekurbelt. Die bezaubernde Hilde Krahl (Jahrgang 1917) wird als die „älter“ werdende Schauspielerin gehandelt, während der „junge Spund“ O.W. (Jahrgang 1915) mit ihrer Hilfe im Film Karriere macht. Fischer war zwei Jahre älter als Krahl - und das sieht man. Schon hier wäre es richtig gewesen, die Kinokarte zu retournieren. Für dumm verkaufen lässt sich kein Zuschauer gerne. Dann setzen die Dramaturgen unvermittelt zu einer Lüge an. Krahl behauptet, dass ihr kleiner Filmsohn Michael (Oliver Grimm) gar nicht von ihrem Mann O.W. sei. Er nimmt es hin, fragt nicht nach, die Laubsäge-Dramaturgie des Films will es so, aber aufgeklärt wird der Vorwurf nicht. Schließlich verunglückt die Ehefrau und nun muss O.W. sein gewohntes Repertoire abspulen: er säuft, ist gebeugt, verzehrt sich vor Schmerz, überspielt seine Verzweiflung, stösst Freunde vor den Kopf. Schließlich: Suizidversuch. Er hat einen Filmsohn, der penetrant die „richtigen“ Sachen sagt, ein Süßer sein muss, dessen Herzensnaivität das Drehbuch genüßlich zelebriert („Ist gestorben etwas anderes als tot?“). Mit dem Charme eines Kindes, das im Atelier ausgenutzt wird (von seinem realiter Vater stammte die Filmidee). Schließlich sorgt der Kleine dafür, dass der Große wieder ins Leben zurückfindet. Da zücken die Muttis das Taschentuch. - Eine Szene prägt sich ein: der verlodderte O.W. sitzt in einer Weinkneipe mit einem naiven jungen Paar am Tisch. Fragt die Frau: „Sind Sie der berühmte Schauspieler Wolfgang Ohlsen?“ (W.O. statt O.W.) Unser Fischer lächelt narzisshaft-gebrochen, wie nur er das kann und zertrümmert das Kognakglas. Als er weggeht, sagt der Mann: „Der ist von einem Eichhörnchen benagt“. Schräg, aber auf den Punkt.

Credits

Regie:Robert Siodmak
Drehbuch:Gina Falckenberg, Maria Matray, Claus Hardt
Kamera:Kurt Hasse
Schnitt:Ira Oberberg
Musik:Werner Eisbrenner
  
Darsteller: 
O. W. FischerWolfgang Ohlsen
Hilde KrahlChristine Behrendt
Oliver GrimmMichael
Peter CapellRobert Flemming
Susanne von AlmassyGerda Eissler
Erica BeerOlympia Renée
Hilde KörberSouffleuse
Evi KentNaive
Siegfried LowitzAgent Ruehl
Manfred IngerRegisseur Le Beq
Helmut RudolphProduzent Helmer
Erich FiedlerFaber
Lori LeuxMady
Siegfried SchürenbergIntendant
Heinz HollInspizient
Hermine SterlerFrl. Dr. Mahlke
Erich DunskusGastwirt vom Goethe-Eck
Anneliese WürtzFrau Sedlmaier
Willi SämannHerr Sedlmaier
Arno PaulsenHerr Behmer
Ilse AbelFrau Behmer
Barbara RostTochter Behmer
Else BötticherGarderobiere
Ralf WolterLiebhaber
  
Produktionsfirma:CCC-Film GmbH (Berlin)
Produzent:Artur Brauner

Alle Credits

Regie:Robert Siodmak
Regie-Assistenz:Franz Barrenstein
Drehbuch:Gina Falckenberg, Maria Matray, Claus Hardt
Stoff:Hans Grimm
Kamera:Kurt Hasse
Kameraführung:Henry Rupé
Kamera-Assistenz:Heinz Pehlke, Klaus Werner
Standfotos:Bob Klebig
Bauten:Otto Erdmann, Wilhelm Vorwerg
Maske:Raimund Stangl, Willi Nixdorf, Sabine Brodt
Kostüme:Maria Brauner
Schnitt:Ira Oberberg
Ton:Clemens Tütsch
Musik:Werner Eisbrenner
  
Darsteller: 
O. W. FischerWolfgang Ohlsen
Hilde KrahlChristine Behrendt
Oliver GrimmMichael
Peter CapellRobert Flemming
Susanne von AlmassyGerda Eissler
Erica BeerOlympia Renée
Hilde KörberSouffleuse
Evi KentNaive
Siegfried LowitzAgent Ruehl
Manfred IngerRegisseur Le Beq
Helmut RudolphProduzent Helmer
Erich FiedlerFaber
Lori LeuxMady
Siegfried SchürenbergIntendant
Heinz HollInspizient
Hermine SterlerFrl. Dr. Mahlke
Erich DunskusGastwirt vom Goethe-Eck
Anneliese WürtzFrau Sedlmaier
Willi SämannHerr Sedlmaier
Arno PaulsenHerr Behmer
Ilse AbelFrau Behmer
Barbara RostTochter Behmer
Else BötticherGarderobiere
Ralf WolterLiebhaber
  
Produktionsfirma:CCC-Film GmbH (Berlin)
Produzent:Artur Brauner
Produktionsleitung:Klaus Hardt
Aufnahmeleitung:Heinz Götze, Alfred Arbeiter
Dreharbeiten:06.06.1956-08.1956: Berlin; CCC-Studios Berlin-Spandau
Erstverleih:Allianz-Film GmbH (Frankfurt am Main)
Länge:2893 m, 106 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w, Mono
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 28.08.1956, 12784, ab 16 Jahre / feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 07.09.1956, Berlin, Marmorhaus;
Uraufführung (DE): 07.09.1956, Düsseldorf, Europa-.Palast;
TV-Erstsendung (DE): 06.05.1983, ARD

Titel

Originaltitel (DE) Mein Vater, der Schauspieler

Fassungen

Original

Länge:2893 m, 106 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w, Mono
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 28.08.1956, 12784, ab 16 Jahre / feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 07.09.1956, Berlin, Marmorhaus;
Uraufführung (DE): 07.09.1956, Düsseldorf, Europa-.Palast;
TV-Erstsendung (DE): 06.05.1983, ARD
 

Auszeichnungen

FBW 1956
Prädikat: Wertvoll