Nacht der Verwandlung. Demaskierung

Nacht der Verwandlung. Demaskierung

Deutschland 1935, Spielfilm

Filme der NS-Zeit sind im Kontext der staatlich beeinflussten Produktion und Rezeption zu sehen. Mehr erfahren »

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Das letzte Mittel

Boris Pettkoff (Heinrich George) ist bankrott. Wer könnte ihn sanieren? Seine Hoffnung setzt er auf René Duval (Otto Graf), von dem er weiss, dass er seine Frau Maria (Rose Stradner) mehr als verehrt. Auf dem großen Maskenball soll sie ihn nun freundlich stimmen. Doch Maria lässt sich nicht benutzen. Als sie auf dem Fest Frank (Gustav Fröhlich) wieder trifft, verliebt sie sich in ihn und beschließt noch in derselben Nacht, ihren Mann zu verlassen. Das ist der Handlungskern. - Als Pettkoff vor dem Ball seiner Frau das (geliehene) Halsband umlegt, redet er zwar äußerlich freundlich, aber jeder ahnt: seine Frau ist ihm total egal, er sieht sie nur als Instrument, um seinen Ruin abzuwenden. George macht diesen Widerstreit so deutlich, dass Pettkoffs Niedertracht eigentlich gar keiner Worte mehr bedarf. Man muss nur seine Mimik, seine Augen, sein Gesicht sehen. Diese Mischung aus Vorsatz, Berechnung, Bosheit und Eigennutz liegt unter allen Worten, die er sagt und sorgt für die Gänsehaut in diesem Film. Die bürgerlich-biedere Fassade, hinter der der Abgrund klafft. Als er dann seine Frau in Hut und Mantel und mit einem Koffer antrifft, da weiss er, dass das Spiel verloren ist. Stocksteif geht er von dannen. Aber dazu muss der große George überhaupt nicht mehr sein Gesicht zeigen - wir sehen ihn nur noch von hinten, geschlagen, erledigt, alleine und verlassen. Alles in einer einzigen Haltung. Das ist großes Theater und (mäßiges) Kino, weil Regisseur Hans Deppe allzu sehr auf diesen verwirrenden Maskenball (als Kontrast zu dem Verhängnis) setzt und vor lauter Gewirbel und Gefetze die feinen Details verlorengehen. Aber wie George den zwielichtigen Charakter dieses Pettkoff herausmodelliert, das ist wahrhaft einen solchen Film wert. Man möchte eigentlich nur ihn sehen und jeder Moment, in dem er nicht auftritt, ist in gewisser Weise verloren. Sicher ungerecht, aber George lässt eben durch seine Präsenz und Wandlungsfähigkeit alle anderen Mitspieler verblassen.

Credits

Regie:Hans Deppe
Kamera:Bruno Mondi
Schnitt:Carl Otto Bartning
Musik:Walter Gronostay
  
Darsteller: 
Gustav FröhlichFrank Cornelius
Heinrich GeorgeBoris Pettkoff
Rose StradnerMaria, seine Frau
Ellen FrankFräulein Neville
Otto GrafRené Duval
Max GülstorffPhilippe de Brissac, Senator
Gertrud WolleAmélie, seine Frau
Franz W. Schröder-SchromProfessor Janta
Harry HardtKommissar Nicole
Hans von ZedlitzDirektor Berthier
Else Lüdersseine Frau
Arthur ReinhardtKriminalbeamter
Walter SteinwegRundfunkansager
Hans Albin
Lothar Devaal
Lucie Euler
Edmund Firsbach
Ilse Pütz
Robert Vincenti-Lieffertz
Ernst Rechenmacher
  
Produktionsfirma:Itala-Film GmbH (Berlin)
Produzent:Alberto Giacalone

Alle Credits

Regie:Hans Deppe
Regie-Assistenz:Georg Vogel, Hanns Mohaupt
Kamera:Bruno Mondi
Kamera-Assistenz:Ernst W. Fiedler
Standfotos:Karl Ewald
Bauten:Fritz Maurischat, Karl Weber
Maske:Friedrich Havenstein, Karl Weischat
Garderobe:Ida Hilgert, Fritz Pietsch
Schnitt:Carl Otto Bartning
Ton:Fritz Seeger
Musik:Walter Gronostay
Liedtexte:Erwin Albrecht
  
Darsteller: 
Gustav FröhlichFrank Cornelius
Heinrich GeorgeBoris Pettkoff
Rose StradnerMaria, seine Frau
Ellen FrankFräulein Neville
Otto GrafRené Duval
Max GülstorffPhilippe de Brissac, Senator
Gertrud WolleAmélie, seine Frau
Franz W. Schröder-SchromProfessor Janta
Harry HardtKommissar Nicole
Hans von ZedlitzDirektor Berthier
Else Lüdersseine Frau
Arthur ReinhardtKriminalbeamter
Walter SteinwegRundfunkansager
Hans Albin
Lothar Devaal
Lucie Euler
Edmund Firsbach
Ilse Pütz
Robert Vincenti-Lieffertz
Ernst Rechenmacher
  
Produktionsfirma:Itala-Film GmbH (Berlin)
Produzent:Alberto Giacalone
Produktionsleitung:Alfred Kern
Aufnahmeleitung:Max Paetz, Kurt Moos
Prüfung/Zensur:Prüfung: 29.05.1935
Aufführung:Uraufführung: 31.05.1935

Titel

Originaltitel (DE) Nacht der Verwandlung. Demaskierung

Fassungen

Original

Prüfung/Zensur:Prüfung: 29.05.1935
Aufführung:Uraufführung: 31.05.1935
 

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