Pedro soll hängen

Pedro soll hängen

Deutschland 1939-1941, Spielfilm

Filme der NS-Zeit sind im Kontext der staatlich beeinflussten Produktion und Rezeption zu sehen. Mehr erfahren »

Inhalt

Südamerika, die wilde Pampa. Pedro, ein Hirte und Raufbold, hat hier das Sagen, und wer ihm widerspricht, hat schnell sein Messer zwischen den Rippen. Doch diesmal endet der Streit mit Mord. Sehr zum Unglück der Richtertochter Pepita, Pedros Angebeteter. Nachdem er seinen Rausch ausgeschlafen hat, vertraut sich Pedro voller Schuldgefühle seinem tiefgläubigen Freund Manuel an, und will danach nur noch büßen. Ein Bittgesuch zu stellen lehnt er ab, vor dem Sterben hat er keine Angst. Und niemand scheint ihn umstimmen zu können. Seiner Geliebten Pepita gelingt schließlich das Unmögliche, als sie ihm eröffnet, dass sie ein Kind von ihm erwartet. Die Nachricht gibt seinem Leben wieder Sinn: Voller Demut und Stolz nimmt er die Begnadigung an.

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Schwer besoffen über dem Tresen hängend

Lachen verboten! Da hängen zwei 130 Kilo schwere Brummer (Jakob Tiedtke und Heinrich George) an der Bar in San Fernando im wohlbekannten Pellagonien herum, die beide so echt deutsch aussehen, dass diese Bar dort verortet werden muss, wo sie wirklich hingehört: nämlich in die Atelierhallen von Babelsberg. Sie stehen da, reden, schenken in einer Art mexikanischer Kneipe aus, sind ständig besoffen und trinken „Tekwilja“, weil man doch in der provinziellen Enge des kriegführenden Deutschland selten rauskam und deshalb auch nicht wissen konnte, wie der Agavenschnaps richtig ausgesprochen wird. Oder war es etwa Ironie? Da stammeln nun die beiden Dicken, saufen, lallen und berühren letzte Fragen. Denn der flotte Pedro (Gustav Knuth) hat in der Kneipe jemanden umgebracht und dafür soll er hängen. Allerdings ist dieser Umgebrachte keineswegs tot, sondern säuft fröhlich mit einem Farbigen um die Wette. „Man muss ja sehen, was man nicht sieht“, tröstet George den zum Tode verurteilten Pedro. Allerdings: „Ohne Alkohol bin ich kein Mensch“. Draussen laufen die Vorbereitungen zum Hängen auf Hochtouren, es wird ein Volksfest. Man will sich saufend amüsieren. Geld spielt auch eine Rolle - eine plötzlich in der Bodega auftauchende Amerikanerin macht mal eben 50.000 Dollar locker, um sich diesen wilden Naturburschen Pedro für sich selber loszukaufen. George schüttelt derweil sein Haupt über diese Amerikaner. Man hatte ja keinen Grund, zu den Amis freundlich zu sein in diesem Krieg. Schließlich kommt der Pedro, der eigentlich hängen sollte, doch noch frei, wird zum Volkshelden erklärt und ist zukünftig der Chef des Landes. So einfach geht das. Wer sich jetzt wundert, dass ein Veit Harlan die Regie geführt hat und ein George mitspielt (der seine Rolle nicht findet), der sollte sich klarmachen, dass auch Filmleute mal einen über den Durst trinken. Das Problem ist nur, dass die Zuschauer oft stocknüchtern sind. Dieser Umstand allerdings macht dieser Farce den Garaus.

Credits

Regie:Veit Harlan
Drehbuch:Veit Harlan, Ludwig Hynitzsch, Friedel Hartlaub
Kamera:Bruno Mondi
Schnitt:Ludolf Grisebach
Musik:Hans-Otto Borgmann
  
Darsteller: 
Heinrich GeorgeManuel, Kellner
Gustav KnuthPedro, Hirte
Maria LandrockPepita, seine Braut
Jakob TiedtkeDer Alkalde, Wirt, ihr Vater
Ursula DeinertChequita
Werner ScharfJosé, Pferdehändler
Charlotte WitthauerAlice Baker, Tochter des reichen Schweinezüchters aus Chicago
Trude TandarMiss Evelyne, Gesellschaftsdame Alices
Erich FiedlerAmadeo de Montessandro, amerikanischer Journalist, Pepitas Verehrer
Ernst LegalPlebejano, Einwohner von San Fernando
Franz WeberRodrigo, Einwohner von San Fernando
Marianne SimsonMädchen
Ernst RotmundErbauer des Galgens
Otto Henning3. Einwohner von San Fernando
Hans Meyer-Hanno4. Einwohner von San Fernando
Jutta Jol3. Frau aus San Fernando
Marlise Ludwig4. Frau aus San Fernando
Mohamed HusenSchwarzer Pfleger nach dem Kampf
  
Produktionsfirma:Majestic-Film GmbH (Berlin)
Produzent:Christoph Mülleneisen sen., Franz Tappers

Alle Credits

Regie:Veit Harlan
Regie-Assistenz:Wolfgang Schleif
Regie-Volontär:Wolfgang Kieling
Drehbuch:Veit Harlan, Ludwig Hynitzsch, Friedel Hartlaub
Drehbuch-Mitarbeit:Wolfgang Schleif, Wolfgang Schleif
hat Vorlage:Ludwig Hynitzsch (B), Friedel Hartlaub
Kamera:Bruno Mondi
Kamera-Assistenz:Erich Grohmann
Standfotos:Erich Kilian
Bauten:Erich Zander, Karl Machus
Kostüme:Wolf Leder
Schnitt:Ludolf Grisebach
Ton:Hans Grimm, Hermann Stör
Musik:Hans-Otto Borgmann
  
Darsteller: 
Heinrich GeorgeManuel, Kellner
Gustav KnuthPedro, Hirte
Maria LandrockPepita, seine Braut
Jakob TiedtkeDer Alkalde, Wirt, ihr Vater
Ursula DeinertChequita
Werner ScharfJosé, Pferdehändler
Charlotte WitthauerAlice Baker, Tochter des reichen Schweinezüchters aus Chicago
Trude TandarMiss Evelyne, Gesellschaftsdame Alices
Erich FiedlerAmadeo de Montessandro, amerikanischer Journalist, Pepitas Verehrer
Ernst LegalPlebejano, Einwohner von San Fernando
Franz WeberRodrigo, Einwohner von San Fernando
Marianne SimsonMädchen
Ernst RotmundErbauer des Galgens
Otto Henning3. Einwohner von San Fernando
Hans Meyer-Hanno4. Einwohner von San Fernando
Jutta Jol3. Frau aus San Fernando
Marlise Ludwig4. Frau aus San Fernando
Mohamed HusenSchwarzer Pfleger nach dem Kampf
  
Produktionsfirma:Majestic-Film GmbH (Berlin)
im Auftrag von:Tobis-Filmkunst GmbH (Berlin)
Produzent:Christoph Mülleneisen sen., Franz Tappers
Aufnahmeleitung:Friedrich Kurth, Paul Goergens
Dreharbeiten:07.08.1939-09.1939: Umgebung von Berlin, Umgebung von Trebbin
Erstverleih:Tobis-Filmverleih GmbH, Berlin
Länge:1806 m, 66 min
Format:35mm, 1:1,37
Bild/Ton:s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 04.03.1975, 27637 [2. FSK-Prüfung];
FSK-Prüfung (DE): 23.03.1962, 27637, ab 16 Jahre / nicht feiertagsfrei
Aufführung:Berliner Erstaufführung (DE): 25.07.1941, Berlin, Tauentzien-Palast

Titel

Originaltitel (DE) Pedro soll hängen

Fassungen

Original

Länge:1806 m, 66 min
Format:35mm, 1:1,37
Bild/Ton:s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 04.03.1975, 27637 [2. FSK-Prüfung];
FSK-Prüfung (DE): 23.03.1962, 27637, ab 16 Jahre / nicht feiertagsfrei
Aufführung:Berliner Erstaufführung (DE): 25.07.1941, Berlin, Tauentzien-Palast
 

Prüffassung

Länge:1868 m, 68 min
Prüfung/Zensur:Zensur (DE): 26.08.1941, B.55600, Jugendverbot
 

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