Schwarzwaldmelodie

Schwarzwaldmelodie

BR Deutschland 1956, Spielfilm

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Ein nobler Verzicht

„Was einmal Kasse gemacht hat, schafft es auch ein zweites Mal“. Also rührte das Team um Regisseur Geza von Bolvary sechs Jahre nach dem Erfolg von „Schwarzwaldmädel“ ein neues Potpourri zusammen, das einfach „eine Bombe“ (Ulrich) werden musste: Schwarzwald und Exotik (USA), volksliedhaftes Gesinge, das Heimat zum Herzen gesellt, alt Erprobtes - etwa aus „Grün ist die Heide“ (der Bombenerfolg) mit den drei singenden Nichtsnutzen, dazu die üblichen „frischen“ Gesichter (Biederstaedt, Granass, Hagen), sowie ein paar Oldies (Wery, Fritsch, Leibelt), ausserdem Geldsorgen von Papa, Liebe ohne Lust, blühende Bäume und wogende Wiesen: „Die Welt ist schön, wo die grünen Tannen stehn“. Der Kuckuck ruft im Walde und wenn Kurt Reimann (der einzige stimmlich begabte Sänger) dann wandernd zur Klampfe singt, mischen sich wie durch Magie die Studio-Geigen hinzu. Fertig ist die Melange. Der gute alte Fritsch macht sich an die junge hübsche Gardy Granass heran (im Film natürlich). Der Altersunterschied: 29 Jahre. Aber da ist eben noch der Jungkomponist Biederstaedt, den die Granass liebt und der in der „Heimat“ nicht reüssiert. Also zieht‘s ihn nach Amerika. Aber wie filmt man Amerika, ohne dort gewesen zu sein? Man nehme statische Abziehbilder von Amerika und baue die Kulissen in Berlin so geschickt auf, dass Amerika als Illusion entsteht. Nur darf dann kein Lastwagen mit deutschem Nummernschild auf den Zirkushof im angeblichen Amerika fahren! Tut er aber und keiner hat‘s gemerkt. Dennoch legte Ingrid Wacker einen brillanten Schnitt hin, in dem sie ein amerikanisches Autorennen mit in Deutschland gefilmten Szenen zusammenmontierte. Im Verlauf der Handlung entwickelt sich langsam etwas wie Mitleid mit dem guten alten Fritsch, weil er hier (schon wieder!) selbstlos verzichten muss, um doch dem Glück der jungen Granass mit ihrem Biedermann(-staedt) nicht im Wege zu stehen. Wen schwindelt es nicht ob solcher Noblesse! Das offene Mercedes-Kabriolett jedoch, das er fährt, das haftet im Gedächtnis.

Credits

Alle Credits

Regie:Géza von Bolváry
Regie-Assistenz:Friedrich Westhoff
Drehbuch:Werner P. Zibaso
Kamera:Kurt Schulz
Kameraführung:Erich Grohmann
Bauten:Hanns H. Kuhnert, Paul Markwitz, Peter Schlewski
Maske:Fredy Arnold, Maria Westhoff
Schnitt:Ingrid Wacker
Ton:Fritz Schwarz
Musik:Gerhard Winkler
Musik-Ausführung:Egon Kaiser und sein Orchester (DE)
  
Darsteller: 
Erica BeerHarriet Morton
Claus BiederstaedtHans Homann
Siegfried Breuer jr.Fredy
Willy FritschHerbert Olberg
Walter Giller Luggi
Gardy GranassSusanne
Carla HagenKuni
Kurt ReimannLerche
Hans LeibeltMr. Morton
Hans RichterAribert
Marina RiedUschi
Carl WeryStettner
Fritz WagnerStallmeister
Kurt ZeheBalthasar
Alexa von Porembsky
Gerd Frickhöffer
Erich Fiedler
Trude Wilke-Roßwog
Herbert Weißbach
  
Produktionsfirma:Berolina-Film GmbH (Berlin)
Herstellungsleitung:Kurt Ulrich
Produktionsleitung:Karl Mitschke, Heinz Willeg
Aufnahmeleitung:Walter Dettmann, Heinz Jungmann
Produktions-Assistenz:Peter Wehrand
Dreharbeiten:: Atelier Berlin-Tempelhof, Hamburg, Zirkus Roland
Erstverleih:UFA-Filmverleih GmbH (Berlin)
Länge:2741 m, 100 min
Format:35mm, 1:1,37
Bild/Ton:Eastmancolor, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 02.08.1956, 12618, ab 6 Jahre / nicht feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 09.08.1956, Stuttgart, Wilhelma

Titel

Originaltitel (DE) Schwarzwaldmelodie

Fassungen

Original

Länge:2741 m, 100 min
Format:35mm, 1:1,37
Bild/Ton:Eastmancolor, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 02.08.1956, 12618, ab 6 Jahre / nicht feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 09.08.1956, Stuttgart, Wilhelma
 

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