Skandal in Budapest

Skandal in Budapest

Deutschland / Ungarn 1933, Spielfilm

Filme der NS-Zeit sind im Kontext der staatlich beeinflussten Produktion und Rezeption zu sehen. Mehr erfahren »

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Spitzige Verwechslungskomödie

Das Filmarchiv Austria schreibt: "Zur Hochzeit ihrer Freundin nach Budapest geladen, erfährt Eva (Franziska Gaal), dass deren Verlobter die Ehe doch nicht eingehen mag. Eva will ihm die Leviten lesen, verwechselt ihn aber im Hotel Atlantic mit dem ebenfalls dort logierenden, berühmten Pianisten Paul (Hörbiger) und versetzt dem Ahnungslosen mitten in der Lobby eine schallende Ohrfeige. Prompt verliebt sich Paul in Eva, doch bis die Richtigen einander tatsächlich finden, rutscht Eva noch mehrere Male die Hand aus … Screwball vom Feinsten und Vorbild für das Astaire/Rogers-US-»Remake« TOP HAT (1935). Die Gaal liefert ein »grandioses Schauspiel mit allen Facetten ihrer fabelhaften Mimik […] – vom Schmollen zum Lächeln, von der enttäuschten Verwunderung zur sprühenden Freude«. (bm)"

Zwei Kassenschlager hatten Paul Hörbiger und Franziska Gaal vor diesem Film schon miteinander gedreht. "Skandal" kombiniert beide (die "Ungarnmode" von Paprika, hier mit schönen Aufnahmen der kollektiven Mahd mit der Sense, und die Settings aus "Veronika" mit Hotellobby, Esszimmer etc) und versprüht genauso viel Leichtigkeit. Er kam zwar 1933 in die Kinos, aber man merkt doch, dass er 1932 gedreht worden ist, noch vor Hitlers Machtergreifung Kurze Zeit später standen Berufsverbote für jüdische Künstler an, eine gewaltige Zäsur, die sich deutlich aus den Filmen ab "Peter" herauslesen lässt und die Filme des "unerwünschten Kinos" zu so etwas besonderem macht. Das heißt, "Skandal in Budapest" ist schön und lustig anzusehen, ein gutes Beispiel für die Beschwingtheit und Offenheit der Weimarer Republik, in der eine Ungarin mit heftigem Akzent in Deutschland zum kommerziell erfolgreichsten Star avancieren konnte (in diesen eineinhalb Jahren sogar vor Lilian Harvey) - aber sie reicht nicht an die späteren Filme wie "Peter, das Mädchen von der Tankstelle", "Kleine Mutti" und "Katharina die Letzte" heran.

PS: DIe Anlehnungen, die "Top Hat" von diesem Film genommen hat, scheinen mir eher marginal zu sein. Ideengeber ja, Vorbild vielleicht, Remake auf keinen Fall.

Credits

Alle Credits

Regie:Géza von Bolváry, István Székely
Drehbuch:Karl Noti
hat Vorlage:Sándor Faragó (Bühnenstück), Aladar Laszlo (Bühnenstück)
Kamera:Stefan Eiben
Musik:Nicholas Brodszky
Dirigent:Nicholas Brodszky
Liedtexte:Ernst Neubach
  
Darsteller: 
Franziska GaalEva Balogh
Werner PledathGutsbesitzer Balogh, Evas Vater
Lotte SpiraFrau Balogh, Evas Mutter
Paul HörbigerPaul Murray, Pianist
Oskar SimaDirektor Roland
Ursula GrableyTini, Evas Freundin
Szöke SzakallStangl
Karl Huszar-PuffyHerr
Hermann Blaß
Egon Borsig
Olga Engl
Alexander Goth
Hans Reimann
Else Reval
Lotte Stein
  
Produktionsfirma:Universal-Film AG (Berlin), Hunnia RFT (Budapest)
Produzent:Joe Pasternak
Dreharbeiten:: Budapest
Länge:2273 m, 83 min
Format:35mm, 1:1,37
Bild/Ton:s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:Zensur (DE): 27.10.1933
Aufführung:Uraufführung (DE): 03.11.1933, Berlin

Titel

Originaltitel (DE) Skandal in Budapest
Weiterer Titel (HU) Romanze in Budapest

Fassungen

Original

Länge:2273 m, 83 min
Format:35mm, 1:1,37
Bild/Ton:s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:Zensur (DE): 27.10.1933
Aufführung:Uraufführung (DE): 03.11.1933, Berlin
 

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