Und ewig bleibt die Liebe

Und ewig bleibt die Liebe

BR Deutschland 1954, Spielfilm

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Entsagung auf dem Gutshof

Die äußerlich brillant angelegten und konstruierten Werke des litauisch-ostpreußischen Autors Hermann Sudermann (1857-1928) kamen nicht ohne „falsche Rührung, falsche Leidenschaft und falsche Schlichtheit“ (Kerr) aus. Ihnen nicht auf den Leim zu gehen, verlangt vom Zuschauer einiges an Wachheit. So wundert es nicht, dass das Restaurative an Sudermanns Welt den ebenso rückwartsgewandten Heimatfilm anzog wie die Motten das Licht. Regisseur Wolfgang Liebeneiner, der offenbar in allen Sätteln gerecht war, hat die Handlung kurz aus dem Litauischen ins Niedersächsische verlegt. Auf dem Gut Dankersen bei Rinteln spielt sich nun das Melodram ab. Marieke (Ulla Jacobsson) und Georg (Karlheinz Böhm) sind beide vom Vater Vogelreuther (Paul Dahlke) aufgenommen und aufgezogen. Marieke ist „der gute Geist des Hauses“. Georg soll nun die blutjunge Trude (Ingrid Andree), die leibliche Tochter des Vaters, heiraten. In der Johannisnacht, in der die „unerfüllten Wünsche wieder erwachen“, entdecken Marieke und Georg jedoch ihre Liebe füreinander. Sie überfällt sie mit einer derartigen Stärke, dass sie bereit sind, alles aufzugeben und das Gut zu verlassen. Sie sind kurz davor, dem Vater ihre Liebe zu gestehen - da wird ihnen klar, dass sie mit einer solchen Schuld nicht leben können. „Mach Trude glücklich“, sagt Marieke. Am Tag der Hochzeit kann man die Braut nicht so vor den Kopf stossen und sich für eine andere entscheiden. Sie verzichten. Bei der Trauung wird „So nimm denn meine Hände gespielt“ und Marieke verlässt weinend die Kirche - ohne ihren Georg. - Wem kommen da nicht die Tränen vor lauter Schicksal und Entsagung? Die Jacobsson schaut verletztlich wie ein Reh, und spielt den verzärtelten Böhm glatt an die Wand. Wenn nicht Paul Dahlke als der brüllende und scharf reaktionäre Gutsbesitzer alle Register zöge, man würde den Gefühlsmatsch auf diesem Gutshof nicht mehr abstreifen. Dennoch - auch Melodramen haben ihre Berechtigung. Es gibt nur so wenig gute.

Credits

Alle Credits

Regie:Wolfgang Liebeneiner
Regie-Assistenz:Hermann Leitner
Drehbuch:Eberhard Keindorff, Johanna Sibelius
hat Vorlage:Hermann Sudermann (Roman "Johannisfeuer")
Kamera:Willy Winterstein
Kameraführung:Werner M. Lenz, Werner M. Lenz
Bauten:Heinrich Weidemann, Willi A. Herrmann
Maske:Ludwig Ziegler, Willi Nixdorf, Cilly Didzoneit
Kostüme:Walter Kraatz
Schnitt:Hermann Leitner
Ton:Oskar Haarbrandt
Musik:Alois Melichar
Musik-Ausführung:Egon Kaiser
Gesang:Horst Winter
  
Darsteller: 
Karlheinz BöhmGeorg
Ulla JacobssonMarieke
Ingrid AndreeTrude Vogelreuther
Magda SchneiderMrs. Vogelreuther
Paul DahlkeMr. Vogelreuther
Günther LüdersPloetz
Nina von PorembskyLina
Hans QuestHasske
Karola EbelingErna
Jakob TiedtkePriester
Hilde von Stolz
Lucie Englisch
Erich Ponto
Horst Winter
  
Produktionsfirma:Berolina-Film GmbH (Berlin)
Herstellungsleitung:Kurt Ulrich
Produktionsleitung:Heinz Willeg, Karl Mitschke, Walter Dettmann
Aufnahmeleitung:Walter Dettmann
Dreharbeiten:: Union-Film Studio, Berlin-Tempelhof, Gut Dankersen (bei Rinteln an der Weser)
Länge:2627 m, 96 min
Format:35mm, 1:1,37
Bild/Ton:Agfacolor, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 02.08.1954, 08232, ab 16 Jahre / feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 12.08.1954, Hannover

Titel

Originaltitel (DE) Und ewig bleibt die Liebe
Verleihtitel (AT) Johannisfeuer

Fassungen

Original

Länge:2627 m, 96 min
Format:35mm, 1:1,37
Bild/Ton:Agfacolor, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 02.08.1954, 08232, ab 16 Jahre / feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 12.08.1954, Hannover
 

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