Wie Eulenspiegel sich einmal erbot, zu fliegen

Wie Eulenspiegel sich einmal erbot, zu fliegen

Deutschland 1936, Kurz-Spielfilm

Filme der NS-Zeit sind im Kontext der staatlich beeinflussten Produktion und Rezeption zu sehen. Mehr erfahren »

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An der Nase herumgeführt

Till Eulenspiegel ist natürlich Theo Lingen. Gewöhnen muss man sich allerdings daran, dass Theo Lingen den Drehbuchtext in Reime gebracht hat. Ein näselnder Spaßvogel muss noch kein geschickter Reimeschmieder sein. „Der Kränkste wird zur Asche/und muss hinein in diese Flasche“. Das ist die Posse um das St. Lazarus Hospital, wo einige Nicht-Kranke den wirklich Kranken die Betten wegnehmen. Wie kriegt man die Simulanten heraus aus dem Hospital? Till erzählt ihnen eine Mär, die sie auch noch glauben. Als er in dem nächsten Streich vorgibt, er könne wirklich fliegen und den verdutzten Marktbesuchern vom Rathausbalkon aus vormacht, wie man die Arme zu Schwingen ausbreitet, da fangen die Verdutzten auch an, ihre Arme auszubreiten und in die Knie zu gehen - nur es passiert nichts. Die Ratsherren, die den Gaukler ernst nahmen, sind blamiert. Till aber will sich totlachen. „Seht mal, ihr seid auf mich reingefallen. Ihr wisst doch, dass niemand fliegen kann“. Das Versmaß allerdings wird mit zunehmendem Film immer unreiner: „Das Glück, das lässt sich nicht erkaufen, es muss verdient werden/das ist das Leben hier auf Erden“. Ein knapp zwanzig Minuten langer Spaß, der ausschließlich und allein von den Künsten Theo Lingens lebt, der seinem Äffchen, das ihm immer über die Schulter schaut, kräftig Zucker gibt. Da der Mime selber Regie führte, wird er gespürt haben: filmisch ist nicht viel zu machen mit dieser Petitesse. Einer von 81 Kurz-Spielfilmen, die Kurt Ulrich und Fritz Neuss zwischen 1931 und 1939 produziert haben. Mit diesen Kurzfilmen wollten sie nur eins: die Leute in der Provinz ein wenig zum Lachen bringen. Gesungen wird natürlich auch (immerhin schrieb Eduard Künnecke die Musik). Denn viel zu lachen gab es schon 1936 nicht mehr.

Credits

Alle Credits

Regie:Theo Lingen
Drehbuch:Marion Halvorsen, Hans Sylvester Stürgkh, Theo Lingen (Verse)
Kamera:Günther L. Arko
Musik:Eduard Künneke
Dirigent:Franz Marszalek
  
Darsteller: 
Theo LingenTill Eulenspiegel
Otto BramlBürgermeister
Alfred Beierle1. Ratsherr
Franz Klebusch2. Ratsherr
Bernhard Bernhardy3. Ratsherr
Adalbert Ludwigshausen1. Zollrichter
Klaus Pohl2. Zollrichter
Wilhelm Gombert
Ernst Benzinger
Wilhelm Mewes
Arthur Reppert
  
Produktionsfirma:K.U.-Filmproduktions- und Vertriebs-GmbH, Ulrich & Neuß (Berlin)
Produzent:Kurt Ulrich, Fritz Neuss
Aufnahmeleitung:Gustav Wehrand
Länge:602 m, 22 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:Zensur (DE): 04.12.1936, B.44084, Jugendfrei

Titel

Originaltitel (DE) Wie Eulenspiegel sich einmal erbot, zu fliegen
Weiterer Titel (DE) Till Eulenspiegel: Wie Eulenspiegel sich einmal erbot, zu fliegen

Fassungen

Original

Länge:602 m, 22 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:Zensur (DE): 04.12.1936, B.44084, Jugendfrei
 

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