Wien 1910

Wien 1910

Deutschland 1941/1942, Spielfilm

Filme der NS-Zeit sind im Kontext der staatlich beeinflussten Produktion und Rezeption zu sehen. Mehr erfahren »

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Antisemiten unter sich

Ein sterbenslangweiliger Film um einen sterbenden Bürgermeister. Karl Lueger (Rudolf Forster), Bürgermeister von Wien, der auch als „Herrgott von Wien“ bezeichnet wurde, der ein scharfer Antisemit war, einen abenteuerlichen Personenkult um sich herum inszenieren liess und hier auf seinen Erzrivalen von Schönerer (Heinrich George) trifft. Da geht es wie folgt zu: „Wenn ich daran denke, dass Sie bei Ihren Talenten auf Ihrem Posten nicht den erhabenen Weg gegangen sind, nur um des faulen Friedens willen, nur um den unmöglichsten aller Staaten zu halten, dieses morsche Gebilde Österreich-Ungarn, dem Sie sich nur aus Sentimentalitäten verschworen glauben. Es muss zertrümmert werden, zerschlagen, um Platz zu schaffen für ein großes Reich aller Deutschen... Es wird einmal ein Reich sein aller Deutschen, nicht ein Flickwerk dynastischer und lokaler Interessen. Nein, ein deutsches Reich. Die Geburt dieses Reiches ist im Gange und jeder der diese Geburt zu verzögern versucht, der begeht ein Verbrechen an der Geschichte, die sich nicht vergewaltigen lässt. Sie haben Angst vor den Opfern, die das kosten wird, den Kriegen. Ja das muss sein, das geht nicht anders. Ohne Opfer gibt es keinen Sieg. Sie haben einfach nicht den Mut, dem Furchtbaren, dem Notwendigen ins Auge zu sehen, sie starren auf das Kleine, auf die augenblickliche Zeit, auf die Summe von Augenblicken. Sie haben geglaubt, eine Revolutionär zu sein? Die Zeit ist reif. Überreif. Und wer sich ihr entgegenstellt, wie Sie, Herr Dr. Lueger, der hat die Opfer zu verantworten, die unnötig fallen.“ Zu diesem Text setzt Heinrich George all seine schauspielerischen Möglichkeiten ein. Gerhard Menzel, der bereits 1933 das Gelöbnis treuester Gefolgschaft auf Hitler abgelegt hatte, hat ihn geschrieben. Produziert wurde dieses Opus von der Wien-Film, deren Direktor Karl Hartl nach dem Krieg immer wieder behauptete, man habe sich den gröbsten Zumutungen der NS-Propaganda widersetzt. Hier ist nichts davon zu merken.

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