Berlinale-Sonderreihe "Aufbruch der Filmemacher"

19.12.2007 | 17:19 Uhr

Berlinale-Sonderreihe "Aufbruch der Filmemacher"

Ein spannendes Kapitel jüngerer deutscher Filmgeschichte steht im Mittelpunkt der Sonderreihe "Aufbruch der Filmemacher" bei der Berlinale 2008. Ausgangspunkt ist der Dokumentarfilm "Gegenschuss - Aufbruch der Filmemacher", der sich mit der Entstehung, Entwicklung und den Krisen des legendären Filmverlags der Autoren in den frühen Siebzigerjahren beschäftigt.

Produzenten und Autoren wie Werner Herzog, Rainer Werner Fassbinder, Wim Wenders, Thomas Schamoni, Michael Fengler, Veith von Fürstenberg, Hans W. Geißendörfer und Hark Bohm stehen für dieses turbulente, lebendige und auch streitbare Stück deutscher Filmgeschichte.

Der Dokumentarfilm "Gegenschuss - Aufbruch der Filmemacher" mit Zeitzeugnissen, Interviews und Filmausschnitten wird am 11. Februar 2008 im Berliner Zoo-Palast uraufgeführt. Gemeinschaftlich hergestellt wurde der Film von dem Regisseur Dominik Wessely ("Die Unzerbrechlichen"), dem Produzenten Rainer Kölmel, der Schnittmeisterin Anja Pohl und dem Autor, Produzenten und früheren Filmverlags-Geschäftsführer Laurens Straub, der vor knapp einem Jahr gestorben ist.

"Der Zoo-Palast ist ideal für diese Premiere und auch der richtige Ort, um eine große Persönlichkeit des deutschen Films und einen guten Freund, Laurens Straub, in angemessener Weise zu ehren", sagt Festival-Direktor Dieter Kosslick. Viele der Mitglieder, Freunde, Verbündete des deutschen Films und sicherlich auch Gegner des Filmverlags werden an diesem Abend im Kino und auf der Bühne erwartet.
Anlässlich der Dokumentation startet am Samstag, 9. Februar 2008, im Filmkunst 66, einem mit der Geschichte des Filmverlags eng verbundenen Kino, eine Reihe mit sieben Spielfilmen. Gezeigt werden Filme, die zu Klassikern wurden (wie "Angst essen Seele auf" von Rainer Werner Fassbinder) oder zu Unrecht in Vergessenheit gerieten (wie "Ich liebe dich, ich töte dich" von Uwe Brandner). "Seit Jahren zeigt die Berlinale in allen Sektionen, dass es um die Gegenwart des deutschen Films nicht schlecht bestellt ist", meint Alfred Holighaus, Kurator der Reihe. "Da ist es doch sinnvoll und nahe liegend, dem deutschen und internationalen Publikum einen Blick in die Vergangenheit zu bieten, ohne die diese Gegenwart nicht denkbar wäre."

Das Programm der Sonderreihe:
- "Warum läuft Herr R. Amok?" von Michael Fengler und Rainer Werner Fassbinder, 1970
- "Ich liebe dich, ich töte dich" von Uwe Brandner, 1971
- "Angst essen Seele auf" von Rainer Werner Fassbinder, 1974
- "Jeder für sich und Gott gegen alle" von Werner Herzog, 1974
- "Im Lauf der Zeit" von Wim Wenders, 1976
- "Nordsee ist Mordsee" von Hark Bohm, 1976
- "Der Zauberberg" von Hans W. Geißendörfer, 1982

Quelle: www.berlinale.de