exground filmfest: Preise und Festivalbilanz

21.11.2016 | 13:23 Uhr

exground filmfest: Preise und Festivalbilanz

Mit der feierlichen Preisverleihung und anschließendem Festivalausklang in der ausverkauften Caligari FilmBühne feierte das 29. exground filmfest am Sonntagabend nach zehn Tagen einen erfolgreichen Festivalabschluss. Im Anschluss an den Deutschen Kurzfilm-Wettbewerb wurden in fünf Wettbewerben Geld- und Sachpreise im Wert von rund 20.000 Euro vergeben, darunter auch der zum ersten Mal ausgelobte Preis DAS BRETT, über den eine Gefangenenjury der JVA Wiesbaden entschied. Zahlreiche internationale Gäste und über 14.000 Besucher*innen zeugen erneut von der großen Beliebtheit des Festivals über die Grenzen Wiesbadens hinaus.

Deutscher Kurzfilm-Wettbewerb
Nach der Vorführung des Deutschen Kurzfilm-Wettbewerbs entschied das Publikum über seine Favoriten und kürte "Berlin Metanoia" von Erik Schmitt zum Gewinnerfilm. Der mit 3.000 Euro dotierte erste Preis wurde in diesem Jahr erneut von der Landeshauptstadt Wiesbaden gestiftet. Den zweiten Platz belegte "Kaputt" von Volker Schlecht und Alexander Lahl, die sich über ein Preisgeld von 2.000 Euro freuen können, gestiftet von der Wiesbadener Magenta TV Fernsehproduktionsgesellschaft. Markus Mischkowski und Kai Maria Steinkühler wurden für "Der Wechsel" mit dem dritten Preis (1.000 EUR) ausgezeichnet und erhielten außerdem einen der beiden Sachpreise, das "Grading Special" der Magenta TV Fernsehproduktionsgesellschaft im Wert von 1.500 Euro.

Für seine Animation "Eine Villa mit Pinien" erhielt Jan Koester ebenfalls einen Sachpreis und kann in seinem nächsten Film Filmequipment im Wert von 2.000 Euro von Pille Filmgeräteverleih nutzen.

Internationaler Kurzfilm-Wettbewerb
Im Internationalen Kurzfilm-Wettbewerb kürte die internationale Jury den rumänischen Beitrag "Written/Unwritten" von Adrian Silișteanu zum Gewinner und überreichte das Preisgeld von 1.500 Euro, gestiftet vom exground-Freundeskreis. Die Jurymitglieder Zahra Ensafi (Leiterin des Nahal Student Film Festival), Susanne Mertens (Redakteurin bei ZDF/ARTE Thema) und Dan Angelo Muggia (Hochschule Beit Berl College aus Tel Aviv) begründeten ihre Entscheidung mit den Worten: "Die Jury war tief beeindruckt von der sehr präzisen Mise en Scène und dem exzellenten Schnitt dieses Films. Spielerisch reflektiert er Familien- und Identitätsthemen, die zusätzlich noch durch staatliche Bürokratie herausgefordert werden. Die Jury möchte außerdem die hervorragende schauspielerische Leistung der Darsteller und den cleveren Drehansatz loben – beides erzeugt ein ganzes Universum in einem einzigen Bild."

DAS BRETT – 1. Gefangenenjury-Preis
Zum ersten Mal wurde der Preis DAS BRETT in der Reihe "Made in Germany" verliehen. Das Besondere: Die Jury besteht aus Gefangenen der JVA Wiesbaden. Aus den sechs Beiträgen wählten die Juroren den deutsch-moldawischen Beitrag "Anishoara" von Ana-Felicia Scutelnicu aus. Dotiert ist der Preis mit 1.700 Euro, gestiftet von „Die WERFT – Kulturbühne in der JVA Wiesbaden“.

exground youth days
Der iranische Dokumentarfilm "Starless Dreams" von Mehrdad Oskouei überzeugte die Mitglieder der Jugendjury im Internationalen Jugendfilm-Wettbwerb: "Der Dokumentarfilm informiert die Zuschauer über das Leben von minderjährigen iranischen Straftäterinnen in einem Rehabilitations­zentrum. Es ist sehr spannend und traurig zugleich zu sehen, wie die Mädchen über ihre persönlichen Erfahrungen, wie häusliche Gewalt, Missbrauch und Unterdrückung, berichten. Der Regisseur Mehrdad Oskouei deckt erschreckende, sehr bedrü­cken­­de Schicksale auf und schafft es trotzdem, hoffnungsvolle Momente zu zeigen. Das Leid und die Missachtung, die den Mädchen in ihren Familien widerfahren sind, lässt sie das Zentrum und die Gemeinschaft mit den anderen nicht nur als Gefängnis, sondern auch als Schutzraum wahrnehmen. Die Aussicht auf Entlassung weckt bei vielen mehr Angst als Hoffnung. Filmtechnisch ist der Film herausragend gemacht. Tolle Moment­aufnahmen, intensive Interviews und authentische Alltagssituationen spiegeln die wider­­sprüchlichen Stimmungen zwischen Verzweiflung und Überlebenswillen wider, die den Film ausmachen. Der Film hat uns tief berührt und lässt uns unser eigenes Leben aus einer anderen Perspektive sehen und wertschätzen."

Das Preisgeld von 2.500 Euro stiftete die Landeshauptstadt Wiesbaden. Eine Lobende Erwähnung ging an den US-amerikanischen Spielfilm "Slash" von Clay Liford. Die Jugendjury wählte außerdem noch den besten Vorfilm aus: "Schwerelos" von Jannis Lenz aus Österreich.

"Starless Dreams" kam auch bei den Zuschauern gut an und gewann den Publikumspreis im Wert von 1.000 Euro, ebenfalls gestiftet von der Landeshauptstadt Wiesbaden.

Im Wiesbadener Jugendfilm-Wettbewerb setzte sich "Wake up" von Anthony Jole im Publikumsvoting durch. Der erste Platz ist dotiert mit 500 Euro, gestiftet von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung. Den zweiten Platz belegte "Zerreissprobe" von Moritz Göbel, der sich über einen Einkaufsgutschein des Apple-Fachhändlers ergo sum im Wert von 150 Euro freuen kann.

Wiesbaden Special – Kurzfilm-Wettbewerb
Im Publikumswettbewerb um den besten Wiesbadener Kurzfilm konnte "Give or Take" von Turan Firatli überzeugen. Neben dem Preisgeld von 500 Euro, gestiftet vom Medienpartner Wiesbadener Kurier, kann der Gewinner außerdem mit dem Sachpreis "Filmsound Special" an zwei Tagen Technik und Know-how des Wiesbadener Tonstudios klangBezirk im Wert von 2.000 Euro für die finale Tonmischung seines nächsten Films nutzen.

exground-Gong-Show
Trash ist Kult – das bewiesen in diesem Jahr erneut die Teilnehmer*innen der legendären exground-Gong-Show. Verdiente Gewinner von 50 Euro Preisgeld sowie der Goldenen exground-Gurke sind Ari Estavillo und Gereon Weber mit ihrem Werk "Buddy Boner".

Alle Gewinner*innen sind hier aufgelistet.

Quelle: www.exground.com