Internationales Dokumentarfilmfestival München: Preisträger und Bilanz

14.05.2014 | 10:41 Uhr

Internationales Dokumentarfilmfestival München: Preisträger und Bilanz

Gestern Abend wurden um 20 Uhr im Audimaxx der Hochschule für Fernsehen und Film München die Preisträger des diesjährigen Internationalen Dokumentarfilmfestivals DOK.fest ausgezeichnet.

Im internationalen Wettbewerb DOK.International konnte sich "See no Evil" des Niederländers Jos de Putter durchsetzen und gewann den von Sky gestifteten, mit 10.000 Euro dotierten Viktor. Das Porträt dreier Menschenaffen aus Kultur und Forschung stellt die Frage nach der Condition Humaine und reflektiert substanziell unser Verhältnis zur Kreatur. Die Jury lobte den Film, da er "die Menschen in den Hintergrund stellt und dabei Bänder über die Menschheit spricht".

Auf nationaler Ebene ging der Viktor DOK.deutsch, dotiert mit 5.000 Euro, gestiftet vom Bayerischen Rundfunk, an Helen Simons "Nirgendland" über den Gerichtsprozess zwischen einer Frau und ihrem Vater, der sie und ihre Tochter jahrelang missbraucht hat und schließlich freigesprochen wurde. Die Jury lobte den Mut der Regisseurin, ein schwieriges Thema filmisch aufzugreifen, und die dabei betont sachliche Umsetzung.

Den reihenübergreifende FFF-Förderpreis Dokumentarfilm, ebenfalls mit 5.000 Euro dotiert, gewann die deutch-brasilianische Koproduktion "Im Schatten der Copacabana" von Denize Galião über einen kritischen Denker in der brasilianischen Politik. Der DOK.fest Preis der SOS-Kinderdörfer weltweit, der jährlich Filme auszeichnet, die sich besonders den Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen widmen, wurde 2014 an "Neuland" von Anna Thommen verliehen. Der Film zeigt junge Migranten, die in der Schweiz eine Integrationsschule besuchen.

Martin Riecks "Das Leben nach dem Tod am Meer" über ein junges Paar, das ein Bestattungsinstitut in einer Kleinstadt am Wasser übernimmt, wurde mit dem OMU-Preis der Untertitel-Werkstatt Münster ausgezeichnet. Der Wettbewerb DOK.horizonte für Filme aus und über Länder mit instabilen Strukturen ehrte "Cantos" von Charlie Petersmann aus der Schweiz mit einem Viktor.

Der ARRI pitch.award 2014 ging an "Leo Löwe" von Benedikt Schwarzer, während der Kurzfilm "Scouts at the Crossroads" von Sjoerd Niekamp aus den Niederlanden mit dem Megaherz Filmschulpreis 2014 ausgezeichnet wurde.

Die Festivalleitung zieht eine positive Bilanz: "Das DOK.fest 2014 zeigt deutlich, dass der Dokumentarfilm in der Mitte der Kultur angekommen ist", so der Festivalleiter Daniel Sponsel. Viele ausverkaufte Kinosäle, beste Stimmung, mehr als hundert eingeladene Filmemacher, die mit dem Publikum diskutierten und die erste Rote-Teppich-Premiere aller Zeiten auf dem DOK.fest ("Bevor der letzte Vorhang fällt" von Thomas Wallner) bestätigen seine Aussage. Und es gab noch mehr Glamour auf dem diesjährigen DOK.fest: Edgar Reitz kam als Special Guest zu "Making of Heimat" von Anja Pohl und Jörg Adolph, Dante vom FC Bayern posierte für die Fotografen auf dem Kunstrasen vor dem Kino als einer der Protagonisten des Films "Mata Mata" von Jens Hoffmann, und Roland Emmerich war zu Gast und stellte als Executive Producer den Film "35 Cows and a Kalashnikov" vor.

Quelle: www.dokfest.de

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