Retrospektive: Das 19. FilmFestival Cottbus blickt auf "1989 - Zeiten der Wende"

09.11.2009 | 13:07 Uhr

Retrospektive: Das 19. FilmFestival Cottbus blickt auf "1989 - Zeiten der Wende"



Vom 10. bis 15. November 2009 erinnert das 19. FilmFestival Cottbus auf besondere Weise an das Wendejahr 1989. Eine Retrospektive: "Zeiten der Wende" zeigt den Umgang mit den gesellschaftlichen Umbrüchen im Vorfeld, während und im Nachgang der friedlichen Revolution – durch die Augen von Filmamateuren.


Angefangen mit Raritäten aus der ostdeutschen Amateur- und Undergroundszene schlägt die Retrospektive den Bogen bis zur Gegenwart, in der internationale Filmstudenten der HFF "Konrad Wolf" Potsdam-Babelsberg aus ganz persönlicher Perspektive von "ihrem" Jahr 1989 erzählen.

Erstmals seit der Wende gelangen durch das FilmFestival Cottbus betriebliche Amateurfilme auf die Leinwand, die lange Jahre im Verborgenen lagerten. Mittlerweile nicht nur filmische, sondern auch historische Dokumente, zeigen sie mit unverstelltem Blick die kleinen und großen Alltagsprobleme des "Realexistierenden Sozialismus" auf. Parallel dazu gelingen Undergroundfilmern und Filmstudenten, wie dem jungen Andreas Dresen, eindrucksvolle und teilweise auch bedrückende Parabeln über die Agonie in den letzten Jahren der DDR. Maler experimentieren mit Super 8 und simulieren dabei teilweise die Möglichkeiten des Video, welches in der DDR nicht zugänglich war. Auch die Wende selbst wird dokumentiert: Das Festival verhilft dem vergessenen Amateurfilm "Was wird werden…", 20 Jahre später zu einer Erstaufführung. Der Film dokumentiert die Ereignisse 1989 in Cottbus. In "Aufbruch 89" filmen Dresdner Studenten die Herbsttage 1989 in ihrer Stadt. Wenn sie gezwungen sind, auf das Bild zu verzichten, dokumentiert nur noch der Ton die Turbulenzen der Zeit.

Unter dem Vorzeichen "Zeiten der Wende" stehen auch die Programme für Kinder und Jugendliche. Zu sehen sind Andreas Dresens Debüt "Stilles Land" und Sybille Schönemanns Dokumentation "Verriegelte Zeit", Peter Kahanes "Die Architekten" und Volker Koepps "Wittstock, Wittstock". Der Kinderfilm setzt sich unter anderem mit dem in der DDR tabuisierten Thema Behinderung auseinander ("Rückwärtslaufen kann ich auch"). Auch die Verfilmung des Kinderbuchklassikers "Zirri, das Wolkenschaf" wird gezeigt.


Beim 19. FilmFestival Cottbus gibt es zu den gezeigten Filmen jeweils eine Einführung, bei der zahlreiche Zeitzeugen, Amateurfilmer, Regisseure und Protagonisten des Jahres 1989 dabei sein werden.

Die Retrospektive wurde kuratiert von Karin Fritzsche und gefördert von Kulturland Brandenburg. Das Jugendfilmprogramm kuratierte Knut Elstermann, gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung. Das Kinderfilmprogramm stellte Klaus-Dieter Felsmann zusammen, gefördert von der DEFA-Stiftung.

Das 19. FilmFestival Cottbus findet vom 10.-15.November 2009 statt. Neben den Wettbewerben für Spiel- und Kurzspielfilm liegt der Fokus in diesem Jahr auf der Schwarzmeerregion.

Quelle:
www.filmfestivalcottbus.de

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