Die Herrin der Welt, Teil 7 - Die Wohltäterin der Menschheit

Die Herrin der Welt, Teil 7 - Die Wohltäterin der Menschheit

Deutschland 1919/1920, Spielfilm

Die Herrin der Welt, 7. Teil


rd, Berliner Börsen-Courier, Nr. 41, 25.1.1920´


Maud Gregaards, die "Herrin der Welt", hat Pech: die Liebhaber sterben ihr wie die Fliegen. Auch jetzt, da sie (im siebenten Teil des Filmwerks) sich als "Die Wohltäterin der Menschheit" mit den Ophirschätzen in ihrer Heimat niedergelassen hat, muß sie den Verlust eines Getreuen beklagen: der brave Ingenieur Allan Stanley geht elend zugrunde. Es ist die Strafe dafür, daß er etwas ganz Fabelhaftes erfunden hat, eine Fernschmelzmaschine, die mit Hilfe elektrischer Wellen alles irgendwo befindliche Metall zum Schmelzen bringen kann. Also natürlich auch Kanonen. Das heißt, es handelt sich hier um einen Apparat, dessen Besitz zum unbedingten und unblutigen Sieger in jedem Krieg machen müßte. Man erinnert sich vielleicht noch aus den ersten Teilen der "Herrin" jenes famosen Diplomaten Baron Murphy, der Geheimverträge stehlen ließ und die Quelle von Mauds Unglück wurde. Baron Murphy taucht wieder auf und will natürlich für seine Regierung die Maschine erwerben. Das geht nicht. Darum will er sie vernichten. Und das geht. Murphy arbeitet mit Bestechung, und mit dem Werk zugleich stirbt dessen Schöpfer. Armer Stanley! Und arme Maud! Sie hatte ihn so geliebt, obwohl sie nicht sein Weib geworben war. Und sie hatte Murphys Macht auch auf andere Weise spüren müssen: Man hatte sie, die unendlich viel Gutes tut, den Armen hilft und die Wissenschaften fördert, auf Murphys Betreiben aus ihrer eigenen Heimat (o süßer Blödsinn!) ausgewiesen, weil sie mit Stanley in wilder Ehe lebt. Es wird furchtbar werden, wenn sie sich nun im achten Teil rächt . . .Man sucht vergeblich Kraft, Wucht und Größe in diesem Film, der sich in nichts von einem höchst mittelmäßigen Spielfilm unterscheidet und nur zum Schluß, als es sich um die Vernichtung der Maschine dreht, sich zur starken Wirkung aufschwingt. Hier spürt man auch wieder Joe Mays Können und sieht die Hand eines Spielleiters von mehr als normalem Format. Schade, daß ihm diesmal keine lohnenderen Aufgaben gestellt waren!