Irrgarten der Leidenschaft

Irrgarten der Leidenschaft

Deutschland 1925, Spielfilm

Irrgarten der Leidenschaft


Hi–is, Lichtbild-Bühne, Nr. 8, 11.1.1926


(...) Das Sujet ist einem interessanten und spannenden Roman "Der Garten der Lust" entnommen. Das Manuskript ist etwas verworren, enthält aber genügend Spannung und filmische Wirksamkeit, um dem Film einen Erfolg zu sichern.

Sechs Personen suchen ein... "happy end". Das errät man freilich erst im fünften Akt, denn wer (von) den zwei jungen Mädchen, zwei jungen Leuten, einem Prinzen und einem Varieté-Direktor das glückliche Paar sein wird, – und das ist ja in jedem modernen Film notwendig – versteht man erst zum Schluß. .Der Regisseur Alfred Hitchcock hält seine Darsteller, die alle von ganz verschiedenem Können sind, in fester Hand. Sehr gut sind ihm die vielen kleinen, humoristischen Szenen sowie die Szenen im Varieté gelungen. Überhaupt ist der ganze Teil, der in Europa spielt, viel besser und interessanter, als der in Marokko, nicht nur regietechnisch, sondern auch photographisch.

Aber das einzige, was vom Anfang bis zum Schluß ausgezeichnet bleibt, ist das Spiel der Virginia Valli. Sie ist eine Darstellerin von größtem Können und wird sich sicherlich auch bei uns einen großen Namen machen. Carmelita Geraghty spielt in einigen Szenen ganz gut, geht jedoch nicht weit über den Durchschnitt heraus. Miles Mander ist im Anfang schwächer als in den letzten Akten. Karl Falkenberg, der einen russischen Prinzen "Iwan" (solch ein Bauernname für einen Prinzen wirkt wirklich komisch) darstellt, erscheint viel zu mystisch. Die anderen zeigen nichts besonders Interessantes, nur ein Ehepaar in einigen wirklich lustigen Momenten ist noch erwähnenswert.

Alles in allem ein Film, den man sehr gern sieht und der in allen Kreisen gefallen wird. Im Auslande wird er gewiß schon durch seine Besetzung ein Geschäft sein. Schade nur, daß man einen so interessanten Publikumsfilm ohne die ihm zukommende Reklame und in der unbeliebten Schauburg herausgebracht hat.