Mir nach, Canaillen!

Mir nach, Canaillen!

DDR 1963/1964, Spielfilm

"Manne" wird geschleift

Bei den Außenaufnahmen zu dem DEFA-Film "Mir nach, Kanaillen!"


Der Morgen, Berlin/DDR, 3.11.1963


Alle blickten hinüber zu Manfred Krug, der gerade das vierte Mal, hinter ein galoppierendes Pferd gebunden, an der Kamera vorbeigeschleift wurde. "Nicht nachlassen, nicht nachlassen!" rief Regisseur Ralf Kirsten, als Fred Düren sein Pferd etwas zu früh zügelte. Und das muß er nun schon den ganzen Tag ertragen", sagte die einzige Frau der Komplex-Brigade bei den Außenaufnahmen zum DEFA-Film "Mir nach, Kanaillen!" "Heute früh galt das "Nichtnachlassen" weder Reiter noch Pferd, sondern uns. Es wurde gedreht, was im Gesicht des geschundenen Schäferburschen vor sich geht. Dazu mußte die Kamera ganz dicht an den Darsteller heran. Alexander (Manfred Krug) wurde mit einem Strick an dem Kran festgebunden, auf dem die Kamera steht In diesem Fall war also der Kran das Pferd oder genauer: wir, denn unsere Brigade mußte ihn ziehen." – "Wir sind eben Mädchen für alles", warf einer der Männer ein, "mit dem Ein- und Ausschalten der Scheinwerfer ist es nicht getan."

"Vorgestern, als wir die Szene mit dem brennenden Heuwagen drehten, kamen wir uns wie die Erntehelfer vor, so oft haben wir das Heu fachgerecht packen müssen", ergänzte ein anderer. (…) "Wir legen unseren Stolz darein", sagte Frau Matthes noch, wobei die anderen zustimmend nickten, "daß durch die Technik niemals eine Verzögerung auftritt. Dieser Film wird in Totalvision und in Farbe gedreht. Da haben wir leider oft Ausfallzeiten, wenn die Sonne nicht scheint, ohne die es bei Außenaufnahmen für einen Farbfilm nun einmal nicht geht. Wenn dann die Sonne scheint, fragen wir nicht, ob es Sonntag oder Werktag ist. Von der DEFA wird immer wieder gefordert, mehr heitere Filme zu drehen. In "Mir nach, Kanaillen!" wird es für den Zuschauer bestimmt viel zu lachen geben, darum arbeiten wir auch besonders gern an diesem Film mit."