Aguirre, der Zorn Gottes

Aguirre, der Zorn Gottes

BR Deutschland 1972, Spielfilm

filmportal.de TV-Tipp zu "Aguirre, der Zorn Gottes"

Anässlich der Ausstrahlung auf ARTE, 2008

Von den fünf Filmen, die Werner Herzog und Klaus Kinski gemeinsam drehten, gehört "Aguirre, der Zorn Gottes" zweifellos den Besten – ein ebenso komplexes wie bildgewaltiges und poetisches Drama um Imperialismus und Größenwahn.

Im Mittelpunkt der im 16. Jahrhundert spielenden Geschichte steht der spanische Soldat Don Lope de Aguirre (Klaus Kinski). Als stellvertretender Befehlshaber gehört er zu einer Expedition der spanischen Krone, die am Amazonas das legendäre "Goldland" Eldorado ausfindig machen soll. Als die Flöße der Gruppe durch einen Anstieg des Amazonas fortgespült werden und der Kommandeur Den Pedro de Ursua daraufhin den Rückzug beschließt, zettelt Aguirre eine Meuterei an. Er entmachtet Ursua, erklärt einen der Männer zum "Kaiser von Eldorado" und ordnet die Fortführung der Expedition an. Doch je länger die Reise durch den Dschungel dauert, desto stärker breitet sich unter den Männern Verzweiflung und purer Wahnsinn aus. Allein der zusehends fanatischere Aguirre hält unbeirrt an seinem Ziel fort.

Die Entstehungsgeschichte von "Aguirre, der Zorn" Gottes ist mindestens so legendär, wie der Film selbst. Während der Dreharbeiten im Dschungel Lateinamerikas sorgten nicht nur die schwierigen Witterungsbedingungen, sondern vor allem auch die irrwitzigen Wutausbrüche von Klaus Kinksi für erhebliche Probleme. Trotzdem (oder gerade deshalb?) ist "Aguirre" eines der faszinierendsten Werke der deutschen Filmgeschichte – wild, exzentrisch, poetisch: das Meisterwerk eines Filmemachers auf der Suche nach neuen Erzählformen. Nicht umsonst wurde Kameramann Thomas Mauch für seine einzigartigen, meditativen Naturaufnahmen mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet.