Winnetou III

Winnetou III

BR Deutschland / Jugoslawien 1965, Spielfilm

Winnetou - 3. Teil

Bevor Winnetou und Old Shatterhand dauernden Frieden zwischen Weißen und Rothäuten stiften können, stirbt der Apachenhäuptling durch die Kugel eines feigen Verbrechers. Groß angelegter, allzu gefühlsbetonter Schluß der Karl-May-Trilogie. - Ab 14 brauchbare Abenteuerunterhaltung.




WB, film-dienst, Nr. 44, 03.11.1965

Ob es die Karl-May-Fans, die seit 1962 in stetiger Treue die Kinos füllen, wenn es gilt, ihre Lieblinge im Kostüm von Trappern und Indianern zu bewundern, begrüßen oder nicht, der große edelmütige Apachenhäuptling Winnetou ist tot. Getreu der Romanvorlage stirbt er am Ende der nach ihm benannten Trilogie durch den Schuß eines skrupellosen Verbrechers, als er seinen Blutsbruder Old Shatterhand vor dem Tode bewahren will. In diesem Punkte blieb die Produktion auch den Bitten zahlreicher Filmfreunde gegenüber standhaft, die Winnetou für einen späteren Tod aufbewahrt haben wollten. Ansonsten freilich blieben die Filmleute gar nicht so dicht an der Vorlage. Sie rafften hier und veränderten dort. Danach bietet sich dieser dritte Teil des Winnetou-Films so dar: Gegen eine Bande von Gesetzlosen, die aus Gewinnsucht kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Siedlern und Indianern provozieren will, erbitten Winnetou und Old Shatterhand die Hilfe des Gouverneurs. Mit einer guten Nachricht hoffen sie den durch Feuerwasser auf die Seite der Banditen gezogenen Häuptling der Jicarillos zum Frieden bewegen zu können, da wird der durch Winnetous Messer ermordete Sohn des "Weißen Büffels" ins Lager getragen. Den Blutsbrüdern droht der Tod am Marterpfahl. Das erhofften sich die zynischen Verbrecher, die mit ihrer Bluttat gleichzeitig die Jicarillos an sich binden und die gefährlichen Gegner beseitigen wollen. Aber der Trapper Sam Hawkins befreit die beiden, die sich jetzt auf einen harten Kampf vorbereiten. In den Bergen, nahe den Gräbern von Vater und Schwester Winnetous, treffen in dem Augenblick die Rettung bringenden Soldaten ein, als die Banditen mit ihren Indianerfreunden zum Sturm antreten. Der sterbende Apachenhäuptling kann auf seiner Reise in die ewigen Jagdgründe die Gewißheit mitnehmen, daß sein Volk gerettet und der Frieden nahe ist. – Abermals bieten die Karstgebirge des Balkans die Staffage für die Savannen und Berge des amerikanischen Westens. Regisseur Reinl scheut keinen Aufwand in dem Bemühen, die Atmosphäre des Romans zu treffen. Da Winnetou schon früh seinen Tod vorausahnt, wird die Sentimentalität in diesem Film besonders gepflegt. Wenn die edle Rothaut vom Berge aus die Sonne hinter dem See versinken sieht, schmelzen die Herzen, die später mit tiefer Trauer erfüllt, sind, als Winnetou unter den Hörnerklängen des Großen Zapfenstreichs sein Leben in die Hände des Gottes Manitou zurückgibt. Man mag gegen den Film einwenden, was man will, wer Abenteuerromantik liebt, wird an ihm Gefallen finden.