Hilmar Hoffmann

Hilmar Hoffmann

Darsteller, Regie
*25.08.1925 Bremen

Biografie

Hilmar Hoffmann, geboren am 25. August 1925 in Bremen als Sohn einer Kaufmannsfamilie. 1944 gerät Hoffmann als Fallschirmspringer in allliierte Kriegsgefangenschaft, 1947 beginnt er ein Studium der Theaterwissenschaften an der Essener Folkwang-Hochschule und übernimmt Regieassistenzen an den Städtischen Bühnen.

1951 wird Hoffmann Direktor der Volkshochschule in Oberhausen und beginnt zahlreiche Initiativen im Kulturbereich. Unter seiner Ägide werden 1954 die Westdeutschen Kurzfilmtage gegründet, aus denen später die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen hervorgehen. Die Veranstaltung entwickelt sich unter der Leitung von Hoffmann und seinem Programmreferenten Will Wehling zum bedeutenden Forum für junge Filmemacher, vor allem für Künstler aus osteuropäischen Staaten, die dort unter dem Motto "Weg zum Nachbarn" vielfach zum ersten Mal im Westen rezipiert werden. Ein weiterer historischer Einschnitt erfolgt 1962, als auf dem Festival mit dem Oberhausener Manifest die künstlerische Aufbruchsphase des Neuen Deutschen Films eingeläutet wird.

Hoffmann, der bis 1970 in der Leitung des Festivals verbleibt, übernimmt 1965 den Posten des Kultur- und Sozialdezernenten der Stadt Oberhausen und setzt sein Bemühen um eine progressive und allen sozialen Schichten zugängliche Kulturarbeit im politischen Rahmen fort.

1970 wird er als Dezernent für Kultur und Freizeit in den Frankfurter Magistrat gewählt, wo er in den folgenden zwei Jahrzehnten etliche überregional wegweisende Projekte realisieren kann. Hoffmann gelingt die Verschränkung von Hoch- und Breitenkultur, er engagiert sich ebenso für populäre Stadtteilkultur wie für eine Stärkung traditioneller Kultureinrichtungen.

In seine Amtszeit fällt die Gründung des Kommunalen Kinos, welches Vorbildcharakter für zahlreiche Einrichtungen im Bundesgebiet hat, die Einrichtung des Kulturzentrums "Mouson-Turm" sowie der großzügige Ausbau der Museenlandschaft beiderseits des Mainufers, an dem sich u.a. auch das Deutsche Filmmuseum Frankfurt am Main ansiedelt.

Im Mai 1990 legt Hoffmann seinen Posten als Kulturdezernent nieder, sein vielfältiges Engagement bleibt jedoch ungebrochen. So gründet er u.a. die "Stiftung Lesen", für die er zunächst als Geschäftsführer und später als Vorstand tätig ist. Ab 1993 ist er Präsident des Goethe-Instituts, das er 2002 aus Protest gegen umfassende Sparmaßnahmen verlässt.

Hoffmann, der neben seiner kulturpolitischen Arbeit seit den 1960er Jahren als Dozent und Honorarprofessor an zahlreichen Hochschulen unterrichtet – u.a. an der Ruhr-Universität Bochum, der Universität Frankfurt und Marburg sowie den Universitäten Tel Aviv und Jerusalem – konzipiert das Kulturprogramm für die Weltausstellung in Hannover im Jahr 2000 und ist Herausgeber und Autor zahlreicher Publikationen: 1999 erscheint der Band "Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten", in dem Hoffmann seine Erinnerungen an entscheidende Begegnungen und Phasen seiner langjährigen Tätigkeit präsentiert.

Hoffmann ist in vielfältiger Funktion dem Kulturschaffen in Deutschland verbunden. Er war Vorsitzender des Programmbeirats des Fernsehsenders RTL sowie Vorsitzender des Verwaltungsrats im Deutschen Filminstitut – DIF, Frankfurt a.M. Von 2001 bis 2013 war er auch Schirmherr des Festivals des mittel- und osteuropäischen Films "goEast", welches vom DIF in Wiesbaden veranstaltet wird.

Hoffmann, der sich stets für die Demokratisierung und den Ausbau der Kulturlandschaft in Deutschland einsetzt, erhält über die Jahre zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1976 das Bundesfilmband in Gold und 1990 das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern. Hilmar Hoffmann lebt in Frankfurt am Main.

Filmografie

2012 Ich möchte lieber nicht
Mitwirkung
 
1990 Stein im Kopf
Mitwirkung
 
1984 Hilmar Hoffmann - Kultur für alle
Mitwirkung
 
1981 Kleiner Mann was tun?
Darsteller
 
1974 Hilmar und Will
Mitwirkung
 
1969/1970 Actualidades Cubanas
Regie
 
1969 Der letzte Wurf
Darsteller
 
1965 Geist und ein wenig Glück
Mitwirkung