Karl Baumgartner

Karl Baumgartner

Weitere Namen: Charlie Baumgartner (Weiterer Name); Karl-Heinz Baumgartner (Geburtsname)
Kamera, Sonstiges
*20.08.1922 München; †24.01.2012 Brünnighausen

Biografie

Am 20. August 1922 wird Karl Baumgartner in München geboren. Er übt seinen ursprünglichen Wunschberuf Luftfahrtingenieur nicht lange aus, sondern absolviert ein Praktikum als Feinmechaniker. In den 1940er und 50er Jahren folgen verschiedene Gelegenheitsjobs bei der Bavaria als Bühnenarbeiter, Beleuchter und Hilfskameramann.

Nach der staatlichen Prüfung zum Sprengmeister wird er in den deutschen Ateliers zum gefragtesten Fachmann für Explosionen, Brände, Ein- und Abstürze und ähnliches. Er erwirbt sich in der Szene, die ihn liebevoll Charlie Bum Bum nennt, auch international einen sehr guten Ruf. Zunächst assistiert er seinem Lehrer, dem Pyrotechniker Erwin Lange, und ist neben mehreren Ganghofer- Verfilmungen auch an Stanley Kubricks in Süddeutschland gedrehtem Film "Paths of Glory" (Wege zum Ruhm, 1957) beteiligt.

Baumgartner arbeitet für die unterschiedlichsten deutschen und internationalen Produktionen: "Der Schinderhannes" (1958), "Die Brücke" (1959), "The Longest Day" (Der längste Tag, 1962) und "Cleopatra" (1962). Es folgen Filme wie "The Blue Max" (1966), "Lady L" (1965), "Kelly’s Heroes" (Stoßtrupp Gold, 1969), "Waterloo" (1970), "Mathias Kneissl" (1970), der Terence Young-Western "Le Soleil rouge" (Die rote Sonne, 1971), "Ein Käfer gibt Vollgas" (1972), Alf Brustellins und Bernhard Sinkels "Berlinger – Ein deutsches Abenteuer" (1975), die Böll-Verfilmung "Gruppenbild mit Dame" (1977) oder die amerikanische Fernsehserie "Inside the Third Reich" (1982).

Bei Wolfgang Petersens "Das Boot" gestaltet er unter anderem den großen Fliegerangriff auf den U-Boot-Hafen in La Rochelle. Für "Enemy Mine" (1983) arbeitet Baumgartner erneut mit Wolfgang Petersen zusammen. In den 1990er Jahren ist er bei den Filmen "Rama dama" (1991) und "Stalingrad" (1993) von Josef Vilsmaier für die Spezial-Effekte verantwortlich.1992 erhält er beim Deutschen Filmpreis für sein langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film das Filmband in Gold.

Karl Baumgartner stirbt am 24. Januar 2012 im Alter von 89 Jahren in Brünnighausen.

Quelle: "Das Boot. Auf der Suche nach der Crew der U96", hrsg. v. Deutsches Filmmuseum / Deutsches Filminstitut – DIF e.V.; erschienen im Henschel Verlag, Berlin/Leipzig, 2006.

Filmografie

1994 Katharina die Große
Spezialeffekte
 
1993 Verlassen Sie bitte Ihren Mann
Spezialeffekte
 
1991/1992 Stalingrad
Spezialeffekte
 
1990 Rama dama
Spezialeffekte
 
1990 Anna Göldin - Letzte Hexe
Spezialeffekte
 
1989/1990 Dr. M
Spezialeffekte
 
1988 Anna
Spezialeffekte
 
1988 Der Löwe
Spezialeffekte
 
1987 Die Geierwally
Spezialeffekte
 
1986/1987 Warten auf Beethoven
Spezialeffekte
 
1986 Bitte laßt die Blumen leben
Spezialeffekte
 
1985/1986 Der Sommer des Samurai
Optische Spezialeffekte
 
1984/1985 Das Rätsel der Sandbank
Spezialeffekte
 
1983/1984 Ediths Tagebuch
Spezialeffekte
 
1982/1983 Die wilden Fünfziger
Spezialeffekte
 
1980/1981 Das Boot
Spezialeffekte
 
1979 Desperado
Spezialeffekte
 
1977/1978 Fedora
Spezialeffekte
 
1977 Der Hauptdarsteller
Spezialeffekte
 
1977 Hitler - Ein Film aus Deutschland
Spezialeffekte
 
1976/1977 Das Schlangenei
Spezialeffekte
 
1976/1977 Aus einem deutschen Leben
Spezialeffekte
 
1976/1977 Grete Minde - Der Wald ist voller Wölfe
Spezialeffekte
 
1976/1977 Gruppenbild mit Dame
Optische Spezialeffekte
 
1975/1976 Inside Out - ein genialer Bluff
Spezialeffekte
 
1975 Berlinger
Spezialeffekte
 
1972 Tote Taube in der Beethovenstraße
Spezialeffekte
 
1972 Ein Käfer gibt Vollgas
Spezialeffekte
 
1971-1973 Die merkwürdige Lebensgeschichte des Friedrich Freiherrn von der Trenck
Spezialeffekte
 
1970/1971 Mathias Kneißl
Spezialeffekte
 
1970 Die Niklashauser Fart
Spezialeffekte
 
1963 Captain Sindbad
Spezialeffekte
 
1959 Die Brücke
Spezialeffekte
 
1958 Der Schinderhannes
Spezialeffekte
 

Übersicht

Literatur

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