Der Mann mit den drei Frauen: Liebchen, komm in mein Stübchen (1908)

Der Mann mit den drei Frauen: Liebchen, komm in mein Stübchen (1908)
14.11.2017 | 03:00 min
Alfred Duskes Cinophon Fabrik (Berlin)
Tonbilder

Quelle: Deutsches Filminstitut - DIF / Sammlung Neumayer

Tonbild zum Duett des 2. Aktes "Liebchen, komm' und öffne dein Stübchen", auch bekannt als "Wahrlich wie ein Troubadour", aus Franz Léhars Oper "Der Mann mit den drei Frauen". Léhars Oper feierte am 21. Januar 1908 Pemiere am Theater an der Wien. Der Haupttitel des Films kündigt Mizzi Wirth und Oskar Braun als Darsteller und Sänger des Neuen Operetten-Theaters in Berlin für dieses Tonbild an. Es wird angenommen, dass die beiden vor der Kamera eine Nummer aus einer Bühnenproduktion der Operette darbieten, die am 20. März 1908 unter der Regie von Julius Spielmann Premiere hatte. Die dem Tonbild bei der Rekonstruktion unterlegte Version des Duetts wird allerdings von Max Steidl gesungen, der ebenfalls Mitglied des Ensembles am Neuen Operetten-Theater in Berlin und wahrscheinlich die zweite Besetzung in dieser Rolle war.

Tonbild ist eine Bezeichnung für frühe Kinofilme mit Synchronton (aufgezeichnet und abgespielt im Nadeltonverfahren). In Deutschland begann die Produktion von Tonbildern um 1903: Die Kamera filmte Schauspieler im Playback-Verfahren zu einer auf Schellackplatte vorliegenden Tonaufnahme. In der Kinovorführung wurde der (normalerweise noch handgekurbelte) Projektor mit dem Grammophon synchronisiert. Die kurzen Filme zeigten vorzugsweise beliebte Musikstücke aus Oper, Operette und Revue. Es entstanden sogar spezielle Tonbild-Theater für das extrem populäre Genre. Noch vor Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 endete die kurze Ära des Tonbildes wieder. Um 1908 in großer Zahl gedreht, gehören sie heute zu den Raritäten des frühen Filmerbes.


Die Digitalisierung der Tonbilder aus der Sammlung Neumayer im Deutschen Filminstitut wurde gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Digitalisierung ausgewählter Filme des nationalen Filmerbes.

Alle Tonbilder des Deutschen Filminstituts sind als 2K DCPs für die Kinoprojektion entleihbar und auf filmportal.de online einsehbar.

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