Weibi, Weibi (1908)

Weibi, Weibi (1908)
15.08.2017 | 03:24 min
Deutsche Bioscope GmbH (Berlin)
Tonbilder

Quelle: Deutsches Filminstitut - DIF / Sammlung Neumayer

Tonbild zu dem Wienerlied von Karl Haupt, das auch unter dem Titel "Weibi, Weibi, sei doch nicht so hart!" bekannt ist. Das Lied behandelt das Wiener Nachtleben und die unterschiedlichen Methoden der Verführung. Sehr wahrscheinlich ist dieses Tonbild, dem gemalten Hintergrund und den Darstellern nach, eine Produktion der Deutschen Bioscop. Bei der vom Deutschen Filminstitut mit dem Bild kombinierten Schellack-Platte handelt es sich nicht um die Originaltonspur, aber um eine ähnlich passende Aufnahme des Liedes. Die verwendete Version ist deutlich als Platte für Alfred Duskes’ Cinephon Film #170 ausgewiesen. Das Zusammenspiel zwischen Bild und Ton ist allerdings so passend, dass man davon ausgehen kann, dass der verschollene Duske-Film und der hier gezeigte Deutsche Bioscop-Film von einer sehr ähnlichen Aufnahme, wahrscheinlich auch mit dem selben Sänger, begleitet worden sein müssen.

Tonbild ist eine Bezeichnung für frühe Kinofilme mit Synchronton (aufgezeichnet und abgespielt im Nadeltonverfahren). In Deutschland begann die Produktion von Tonbildern um 1903: Die Kamera filmte Schauspieler im Playback-Verfahren zu einer auf Schellackplatte vorliegenden Tonaufnahme. In der Kinovorführung wurde der (normalerweise noch handgekurbelte) Projektor mit dem Grammophon synchronisiert. Die kurzen Filme zeigten vorzugsweise beliebte Musikstücke aus Oper, Operette und Revue. Es entstanden sogar spezielle Tonbild-Theater für das extrem populäre Genre. Noch vor Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 endete die kurze Ära des Tonbildes wieder. Um 1908 in großer Zahl gedreht, gehören sie heute zu den Raritäten des frühen Filmerbes.


Die Digitalisierung der Tonbilder aus der Sammlung Neumayer im Deutschen Filminstitut wurde gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Digitalisierung ausgewählter Filme des nationalen Filmerbes.

Alle Tonbilder des Deutschen Filminstituts sind als 2K DCPs für die Kinoprojektion entleihbar und auf filmportal.de online einsehbar.

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